#154 Diagnose Astrozytom
Shownotes
** Zwischen Bauchgefühl und Beruhigung - im Gespräch mit Eva **
Mit Mitte 30 bekam Bianca plötzlich starke Schwindelanfälle - anders als alles, was sie bisher kannte. Was zunächst wie Stress wirkte, stellte sich schließlich als ein Astrozytom Grad 4 heraus. Ein Hirntumor, der ihr Leben von einem Moment auf den anderen veränderte.
In dieser Folge erzählt Bianca ihre Geschichte: von den ersten Symptomen über die Diagnose bis hin zur Operation und Therapie.
Besonders beeindruckend ist, wie sie noch wenige Tage vor der Operation ihre Masterarbeit abgegeben und verteildigt hat - und damit ein Kapitel ihres Lebens bewusst abgeschlossen hat.
Bianca spricht über die Zeit im Krankenhaus, die Operation und die anschließende Behandlung. Über Nebenwirkungen, körperliche Veränderungen und den Umgang mit Angst. Und gleichzeitig ist ihre Geschichte auch eine, die zeigt, wie viel Kraft und Humor selbst in schweren Zeiten möglich sind.
Heute steht für sie vieles unter einem anderen Blick: der Wunsch zu reisen, bewusster zu leben und sich mit dem auseinanderzustezen, was wirklich zählt.
In dieser Folge erfährst du:
- wie sich Biancas erste Symptome bemerkbar gemacht haben
- wie schnell die Diagnose gestellt wurde
- wie sie die Zeit der Therapie erlebt hat
- warum sie ihr Studium noch vor der Operation beendet hat
- wie sie mit Unsicherheiten umgeht
- was ihr heute hilft, mit der Situation zu leben
Ich hoffe sehr, dass auch diese Folge für dich wertvoll ist und du einige Impulse für dich selbst mitnehmen kannst.
Vielleicht kennst du das Gefühl dich selbst nicht mehr richtig zu erkennen - besonders nach einer intensiven Zeit wie einer Krebstherapie. Genau darüber sprechen wir an meinem kostenfreien Zoom-Abend "Zurück zu dir" am 07. Mai um 20:00 Uhr. Ein Abend für Frauen nach einer Krebstherapie - über den eigenen Körper, Veränderungen und den Weg zurück zu sich selbst. Alle Infos und die Anmeldung findest du hier: https://www.franziskaguentherfotografie.de/zurueckzudir
Wenn du mehr über Bianca erfahren oder Kontakt zu ihr aufnehmen möchtest, findest du sie auf Instagram @biianca.di.
Die Deutsche Stiftung für junge Erwachsene mit Krebs findest du hier: https://junge-erwachsene-mit-krebs.de/
Wie immer freue ich mich riesig, wenn du deine eigenen Erfahrungen oder deine Gedanken zur Folge auf Instagram @franziskaguentherfotografie mit uns teilen möchtest, schreibe gerne in die Kommentare. Hinterlasse mir auch super gerne 5 Sterne und abonniere & teile den Podcast mit deinen Freunden und deiner Familie. So hilfst du dabei den Podcast LEBE SELBSTVOLL weiter in die Welt zu tragen.
Alle Infos zu meiner fotografischen Arbeit, den schön & stark Einzelshootings und dem Podcast "lebe selbstvoll" findest du auf https://www.franziskaguentherfotografie.de Hier kannst du dich auch für das 6. schön & stark Fotoevent am 15. Juni 2026 anmelden.
Ich wünsche dir alles Liebe, lebe selbstvoll, deine Franziska
Transkript anzeigen
00:00:09: Hallo und herzlich willkommen zu einer neuen Folge von Liebe selbstvoll, dem schönen und starken Podcast für mehr Selbstfürsorge.
00:00:17: Hier geht es um Frauen die an Krebs erkrankt sind – um die Erfahrungen, die sie während der Therapie gemacht haben, um ihre Sorgen und Nöte aber auch um mögliche Richtungswechseln, die eine Krebsdiagnose mit sich bringen kann!
00:00:30: Wir sprechen darüber, was dir das Leben erleichtern kann.
00:00:33: Welche Erkenntnisse betroffene Frauen im Laufe der Zeit gewonnen haben und wo die Prioritäten im Leben liegen?
00:00:39: Ich wünsche Dir ganz viel Freude beim Zuhören!
00:00:44: Hallo und herzlich willkommen zu einer neuen Folge.
00:00:46: Mein Name ist Franziska Günter-Güldenpenig.
00:00:49: ich bin Fotografin und begleite Frauen nach einer Krebserkrankung dabei wieder einen neuen Blick auf ihren Körper zu finden.
00:00:57: In der heutigen Folge ist Bianca bei mir zu Gast.
00:01:03: Herzlich willkommen und schön, dass du da bist!
00:01:05: Ja vielen, vielen Dank für die Einladung.
00:01:08: Bianca welche Diagnose hast Du denn erhalten?
00:01:12: Und wann war das?
00:01:13: Ich habe ganz genau am sechsten Februar, zwei tausendfünfundzwanzig also vor circa einem Jahr.
00:01:20: Gut, dann wurde ja hier ein Tumor bei mir festgestellt und zwei Wochen später kam dann ... Das Ergebnis ist ein Astrozytom grad vier.
00:01:29: Okay, Astrozytom habe ich noch nie gehört.
00:01:33: Grad IV klingt sehr dramatisch?
00:01:36: Was genau ist das?
00:01:38: Ja!
00:01:40: Also seit dem Jahr zwanzig hat das Astrocytem quasi seinen eigenen Namen gekriegt.
00:01:47: Das ist einfach eine Unterkategorie von einem Klioplastom also sprich ein Astro-Zytom grad V ist eigentlich ein Klioplastom.
00:01:58: Über das Gelioblastoben haben wir hier im Podcast auch schon gesprochen mit der lieben Shaila.
00:02:03: Das ist schon ein paar Folgen her, das verlinke ich gerne in den Shownotes.
00:02:07: Bianca man bekommt ja nicht plötzlich die Diagnose Astrozytom sondern irgendwie hat das ja irgendwann mal angefangen oder?
00:02:16: Mit irgendwelchen Symptomen die dich dann veranlasst haben zum Arzt zu gehen.
00:02:20: wie war das bei dir?
00:02:22: Ja Und da bin ich auch sehr, sehr froh, dass ich zum Arzt gegangen bin.
00:02:27: Weil ich bin tatsächlich auch eine Person die ja sagt gut bei ein bisschen Kopfschmerzen oder Schwindel gehst du mal nicht zum Arz.
00:02:35: Ist Stress!
00:02:36: Hat nämlich alles bei mir im November vieles angefangen das sich leichte Schwindelnattacken hatte.
00:02:44: Das fing morgens auf der Arbeit an.
00:02:45: also muss dazu sagen Ich war zu dem Zeitpunkt noch Studentin Ende Oktober meine Masterarbeit angefangen in Bauen-Generwesen.
00:02:58: Und hab nebenbei im Ingenieurbüro gearbeitet, habe eine Fernbeziehung geführt und dachte einfach das ist einfach Stress!
00:03:07: Das alles so zu komprimieren.
00:03:08: deswegen kommt gerade diese leichte Schwindel.
00:03:12: Der ist dann Ende Februar um den Geburtstag um von meinem Freund öfter aufgetaucht.
00:03:19: Dann dachte ich so ja gut vielleicht gehst du doch mal zum Arzt.
00:03:22: Und die haben mich zum Glück ernst genommen und auch dann verschiedene Untersuchungen beim Hausarzt gemacht, also Langzeit EKG, Langzeit Blutdruckmessung.
00:03:33: Und sagten, geh mal zum Neurologen!
00:03:37: Mein Freund hat damals in Freiburg gelebt und ich glaube das war auch wieder so Schicksal.
00:03:43: Denn bei mir in der Heimat habe ich kein Neurologentermin gekriegt aber im Freiburt da habe ich eingekriegt innerhalb von einem Monat.
00:03:52: Dann ging das auch recht schnell, dass die mich zur Radiologie überwiesen haben.
00:03:57: und dann sagten sie mir am sechsten Februar, da ist eine Raumforderung.
00:04:05: Wie alt warst du denn zu der Zeit?
00:04:06: Oder wie alt bist du jetzt?
00:04:08: Ist ja alles bei dir noch gar nicht so lange her!
00:04:09: Nee ...
00:04:10: Da war ich... Zweiunddreißig.
00:04:12: Jetzt bin ich Dreiunddreißig.
00:04:16: Das heißt, du hast mitten im Studium gesteckt bzw.
00:04:19: in den Endzügen deines Studiums und ich meine jeder kennt ja irgendwie das Gefühl dass einmal so schwindelig ist wenn man aufsteht oder so.
00:04:27: also das kenne ich auf jeden Fall von mir selber auch Und das würde mich jetzt aber noch nicht veranlassen den Arzt aufzusuchen.
00:04:33: war das bei dir?
00:04:34: So dass du innerlich so beunruhbart oder dass das so häufig vorgekommen ist dass Du dachtest da stimmt was nicht?
00:04:41: Ja weil das ist das erste mal im sitzen vorgekommen Wie gesagt, auf der Arbeit ich saß einfach und hatte das Gefühl die Welt kommt auf mich zu.
00:04:49: Das war ja schon komisch weil ich kenne es auch was du gerade sagst dieses zu schnelle Aufstehen dass man da schon mal so ein schwindelgefühl hat.
00:04:58: Ja dann hatte ich das einfach öfter im Sitzen.
00:05:02: Ich habe um die Weihnachtszeit vierundzwanzig wieder am Weihnachtsmarkt ausgeholfen.
00:05:08: Dadurch kam da an war leicht gestresst ja weil ich mich beeilt hab Und da kam wieder dieser Schwindel.
00:05:16: Ich stand einfach nur, ich hab nichts gemacht.
00:05:18: Das fand ich schon komisch weil ... ja, ich hatte keinen richtigen Auslöser dafür außer halt diesen Stress was ich dachte.
00:05:26: daher kommt es.
00:05:28: Ich glaube wir schieben total viel auf Stress ne?
00:05:30: Ich hör das ganz häufig dass man sagt ah naja ich dachte erstes war Stress!
00:05:34: Wieviel Stress man eigentlich so im Leben hat den aber erst dann wahrnimmt wenn irgendwelche körperlichen Symptome dazu kommen finde ich irgendwie fast ein bisschen erschreckend.
00:05:43: Ja
00:05:45: Du hattest aber nicht irgendwie Kopfschmerzen oder musst es dich nicht... also dir war nicht schlecht, oder so?
00:05:50: Also es war jetzt in Anführungszeichen nur der Schwindel.
00:05:53: Genau!
00:05:53: Es waren nur ganz leichter Schwindeln.
00:05:56: Ja krass!
00:05:57: Das ist auch recht schwer das den Ärzten zu beschreiben und ich habe einfach gesagt, es war wie ein Sog nach unten.
00:06:05: Und nachdem du dann beim Hausarzt warst und der zu dir gesagt hat, such mal einen Radiologen auf.
00:06:10: Du den Termin dort in Freiburg bekommen hast.
00:06:13: Gott sei Dank so schnell!
00:06:15: Wie war das?
00:06:16: Du bist dort zum Arzt gegangen und die haben eine Raumforderung gesehen.
00:06:20: War das groß?
00:06:22: War das für dich gleich klar?
00:06:23: Oh mein Gott ich habe ein Tumor.
00:06:25: oder wie war dein Gefühl?
00:06:27: Also vor dem Arzttermin, ich dachte einfach hergut.
00:06:30: Ich hab da den Arzt-Termin und gehe dahin.
00:06:32: Ich habe mir da gar keine großen Gedanken drum gemacht.
00:06:36: Eigentlich bin ich nicht so eine naive Person, aber ich würde schon sagen, ich bin da einfach naiv reingegangen, dachte so, was die da jetzt machen?
00:06:43: Ich habe auch tatsächlich drei Wochen vorher, bevor der neue Radiologentermin war, habe ich meine Masterarbeit abgegeben einen Monat früher als ich eigentlich gemusst hätte will ich anmerken.
00:06:58: Und dann musste sich halt so ein Zettel ausfüllen vor der Radiologie, das war mir auch neu, klar Einverständniserklärung.
00:07:06: aber dann auch ob sie mir Kontrastmittel geben dürfen dachte ich so ja gut und da schreibst du mal Ich war vorher noch nie in so einem MLT drinnen wusste überhaupt nicht was auf mich zukommt.
00:07:17: Auch als die mich rausgezogen haben und haben mir dann Kontrastmitteln gespritzt habe ich mir nichts dabei gedacht.
00:07:24: Aber jetzt im Nachhinein weiß ich ja klar, die haben mir Kontrastmittel gespritzt.
00:07:29: Weil sie eine Auffälligkeit gesehen haben und das sieht man nur mit Kontrastmitteln besser.
00:07:35: Und dann hat mich auch die Radiologin mitgenommen, hat mir das gesagt und meinte, ich müsste dabei ganz dringend bei gucken lassen.
00:07:44: Ich dachte so okay, unschönes Wort!
00:07:47: Ich bin direkt zu meinem Neurologen, hab nur gesagt ... Die haben das T-Wort extra nicht gesagt, weil mit Tumoren verbinden viele Leute direkt Krebs.
00:07:57: Aber es gibt ja auch gutartige und halt bösartige.
00:08:01: Ich war auf jeden Fall danach erst mal sehr traurig aber hab direkt funktioniert.
00:08:06: ich habe mich sofort ins Auto gesetzt bin zu meinem Neurologen der jetzt zum Glück auch in Freiburg war gefahren und hab einfach gemacht
00:08:16: Das heißt wenn die Ärztin zu dir sagt wir haben eine auffällige Stelle gefunden Du solltest jetzt mal überprüfen lassen.
00:08:22: Was bedeutet denn das?
00:08:24: Also, ich mein ... Das Überprüfenlassen hast du doch in dem Moment gemacht, wo du da im MRT warst oder?
00:08:30: Ja, ich glaub sie meinte damit einfach Ich soll dabei von Chirugen bei gucken lassen so dass das ja okay.
00:08:40: also der saß auf jeden Fall gut wurde mir gesagt.
00:08:44: nachher Mein Neurologe hat nämlich tatsächlich alles dafür getan, dass ich direkt in den nächsten Tag ... In der Klinik aufgenommen werde und die sich die Bilder anschauen.
00:08:55: Und da sagte mir dann ein Chirurg, man will sowas nicht haben aber ihr Tumor, der sitzt perfekt!
00:09:04: Hat dich das getröstet?
00:09:05: Ja!
00:09:06: Also dir war klar, der muss rausoperiert werden, das wusstest du
00:09:11: Erst bei dem Gespräch mit dem Neuroschirurgen, da wurde mir das richtig klar.
00:09:16: Dass ich operiert werden muss.
00:09:18: und meine erste Frage war auch so typisch Frau Wie viel Haare kommen ab?
00:09:24: Alles andere war mir egal.
00:09:25: Ich wollte nur wissen wie viele von meinen langen Haaren muss sich eigentlich abgeben
00:09:30: Und wieviel musstest du abgeben?
00:09:33: Kein einziges Haar.
00:09:36: Okay.
00:09:37: Aber in dem Moment, wo man so am Kopf operiert werden muss ... Hast du da auch Angst gehabt, dass du danach vielleicht irgendwie anders bist als vorher?
00:09:48: Tatsächlich nicht.
00:09:51: Ich hab mich auf die OP vorbereitet.
00:09:53: Ich bin ein großer Crazy-Natomy-Fan.
00:09:56: Ich habe alle Crazy-Natmy-Folgen mir rausgesucht, wo eine Kraniotomie durchgeführt wird und so hab ich mich auf den OP vorbereitet.
00:10:05: Okay, spannend!
00:10:08: Ja.
00:10:09: Ich hab auch gefragt, ob man vielleicht die OP filmen darf?
00:10:12: Das klingt schon mal ein bisschen absurd!
00:10:14: Mein Freund hat nur mit den Augen gerollt als ich die Fragen gestellt habe aber... ...ich fand es einfach spannend dass da was gemacht wird bei mir.
00:10:24: Vielleicht kannst du für alle, die keine Grey's Anatomy-Fans sagen, was eine Kranio... Also ich habe das Wort jetzt auch gerade zum ersten Mal gehört und ich glaube auch, dass ich noch keine einzige Folge von Grace in der Termine geguckt hab.
00:10:41: Okay, krane Tumis ist einfach nur der Fachbegriff für eine hier im OP.
00:10:46: Das heißt, in der Kopf wurde geöffnet und der Tumor konnte im Ganzen entnommen werden?
00:10:55: ohne dass irgendetwas anderes im Kopf verletzt wurde.
00:10:58: Wenn du sagst, der Arzt hat zu dir gesagt, er sitzt perfekt?
00:11:02: Oder wie kann man sich das vorstellen?
00:11:05: Genau als er saß ... Ich bin einmal Rechtshänder und das wusste ich auch nicht, dass dann die ganzen wichtigen Sachen wie was die Sprache betrifft, dass es alles links sitzt Und der Tumor saß rechts bei der Schläfe.
00:11:21: Über dem Ohr kann man sagen.
00:11:22: Gut, er war in der Nähe von Sehnerven auch vom Stammhirn.
00:11:29: Das sind dann schon wieder Areale, wo man sehr vorsichtig sein muss.
00:11:33: Aber bei Großen und Ganzen saß er gut erreichbar.
00:11:37: Also quasi direkt zugänglich.
00:11:39: Man hat den Kopf aufgemacht ... Dann war er quasi da!
00:11:44: Und wie groß war der?
00:11:46: Dreieinhalb mal fünf Zentimeter.
00:11:50: Also so ein größeres Hühnerei.
00:11:54: Wahnsinn, oder?
00:11:55: Dass das da noch Platz im Kopf hat und du in Anführungszeichen nur Schwindel gespürt hast ...
00:12:01: Ja!
00:12:02: Ist irgendwie erschreckend...
00:12:04: Die Ärzte waren auch tatsächlich sehr fasziniert weil ich natürlich angegeben habe drei Tage vor der geplanten OP noch mein Master Colloquium gemacht, weil ich unbedingt meinen Masterabschluss haben wollte.
00:12:18: Du bist ja draus!
00:12:21: Liegt aber auch darin das wir ziemlich familiär sind bei uns im Studiengang oder auch weil ich mich immer da schon ehrenamtlich sehr agiert habe dass ich keine Umbekannte... Klar, ich hab auch beim Professor die Masterarbeit geschrieben, aber ich war für alle auch keine Unbekannten, auch beim Prüfungsamt nicht Und die haben dann dafür gesorgt, dass ich meinen Kolokium vorziehen konnte.
00:12:44: Das ist die Verteidigung der Masterarbeit?
00:12:46: Genau.
00:12:48: Wow!
00:12:49: D.h.,
00:12:49: du hast kurz vorher mal noch eben schnell deinen Abschluss gemacht.
00:12:53: Genau den wollte ich in der Tasche haben.
00:12:56: Ich dachte nach der OP, nee das war man nicht.
00:12:59: Wow okay, das klingt als wärst du unfassbar ehrgeizig also sehr beeindruckend.
00:13:05: Ja ja Also, was ich jetzt gemerkt habe ... dass ich in solchen Stresssituationen ... Ich hab immer gesagt, ich kann Stress nicht gut ab.
00:13:17: Aber ich funktioniere in Stress und in solchen Situationen unwahrscheinlich gut.
00:13:21: Weil dann so ein Schalter legt sich bei mir um.
00:13:24: Und dann mach' ich einfach.
00:13:26: Wow!
00:13:27: Okay, drei Tage vorher dein Abschluss in der Tasche.
00:13:31: Dann die OP?
00:13:32: Wie ging das weiter?
00:13:33: Doftest du filmen?
00:13:35: Leider nein.
00:13:37: Genau, die OP war für Freitags angesetzt.
00:13:39: Musste dann aber leider verschoben werden auf den Montag darauf, weil zu viele Notfälle reinkam.
00:13:48: und richtig schön meine Familie und auch meine Freunde sind das Wochenende dann zu mir auch gekommen Und ich hab gesagt es war irgendwie so schicksal.
00:13:58: Ich konnte mit denen einfach die schöne freie Zeit genießen.
00:14:02: übers Wochenende Montags morgens, kurz bevor die mich zur OP abgeholt haben stand auf einmal noch meine Freundin bei mir im Zimmer.
00:14:12: Ich weiß nicht wie sie es ins Krankenhaus geschafft hat aber sie war auf einmal da und dann sind wir haben die mich zum OP-Saal geschoben.
00:14:20: Ach genau vor der OP das war da so.
00:14:24: ich glaube dass ist nicht in allen Kliniken weil jetzt auch schon mit Leuten gesprochen haben die das nicht kennen.
00:14:28: Die haben mir auf die rechte Schulter ein X gemalt Der mir das so erklärt, ist wie beim Flugzeugstart.
00:14:37: Die gehen eine Checkup-Liste durch.
00:14:40: Okay, wer liegt hier?
00:14:41: Was wird gemacht?
00:14:41: Welche Seite?
00:14:44: Um die richtige Seite zu markieren haben sie mir auf die rechte Schulter das X gemacht.
00:14:49: Was ich mir jetzt auch hauptätowieren lassen als Erinnerung und dann haben die vor der ... Als sie mich in den Opersaal reingeschoben haben, haben Sie natürlich abgefragt, wer ich bin und wie alt ich bin.
00:15:02: Ich bin ja zweiundneinzig geboren, aber ich hab am sechzehn und zehnten zweieinneinzig.
00:15:08: Ich habe aber dann noch zu dem Ärzte oder zum Operationsteam gesagt gefühlt zweitausendeins geboren weil ich mich tatsächlich sehr jung fühle.
00:15:18: Und die fragten was machen wir denn heute für eine OP?
00:15:21: Ich guck die an, habe gesagt ihr habt eine Schönheits-OP.
00:15:25: Was machen wir?
00:15:26: Ist ja ihr schneidet doch hier an der Seite vom.
00:15:28: Ich hab dann auf meine Schläfe gezeigt, da schnallt ihr doch her.
00:15:32: Dann könnt ihr auch grad mal ein bisschen
00:15:33: straffen.".
00:15:34: So bin ich mit denen in die OP reingegangen und als der Anastasist fragte, wohin wir denn reisen wollen?
00:15:42: Dann habe ich gesagt bitte nach Australien!
00:15:45: Dann hat er mir das Atemgerät so aufgesetzt weil ich hatte nämlich große Pläne.
00:15:53: Die OP fand am vierzehnzehnten zweiten Und eigentlich wollte ich am ersten Dritten nach Australien fliegen für sechs Wochen.
00:16:04: Ganz alleine konnte ich ja jetzt leider nicht.
00:16:10: Okay, hast du eine Strafung bekommen?
00:16:13: Ja ne kleine würde ich sagen!
00:16:17: Du warst dann also im OP, du wurdest operiert und als du dann wieder aufgewacht bist Wie hat sich das angefühlt?
00:16:25: Hast du dich anders gefühlt oder warst du nur froh, hinter dir zu haben.
00:16:30: Das war auch total verrückt!
00:16:32: Ich habe mir vorher vor der OP schon vorgenommen, dass wenn ich wach werde und ein Arzt redet mit mir, dass ich mir einen Antwortsatz hatte, den ich nicht antworten möchte.
00:16:45: Ist dann alles anders gekommen?
00:16:47: Und mein Freund kam zu mir, hatte total Angst.
00:16:53: Lebt die überhaupt noch?
00:16:54: Geht's dir gut?
00:16:55: Ist die da noch bei
00:16:56: Sinn?".
00:16:57: Ich wach leicht, also benebelt auf.
00:17:00: Als ich war in meinem benebelten Zustand, hab einen Lied angefangen zu singen und bin direkt wieder eingenickt.
00:17:09: Das hat er mir alles nachher erzählte, als ich danach wirklich mal wach war ... kam auch der Anästhesist und hat gefragt, ob alles gut ist.
00:17:16: Dann habe ich seine Frage wieder aufgenommen und hab gesagt Sie wollen wissen wie ich mich fühle?
00:17:22: Und er so, mhm, hab ich gesagt Ich fühle mich hohl.
00:17:25: Da meinte er das dürfen sie auch.
00:17:29: Ja
00:17:30: Okay was aber also was meinst du mit?
00:17:32: Du fühlst dich hohl?
00:17:34: hast du das nur in die Momente so gesagt oder Hat sich das für Dich wirklich auch irgendwie anders angefühlt?
00:17:41: Nee ich hab's in dem Nur so gesagt.
00:17:44: Weil ich wusste ja, sie nehmen mir einen Teil aus meinem Hirn raus und da wird eine Lücke bleiben.
00:17:51: Es wird auch nicht nachkommen.
00:17:54: also ... Ja.
00:17:56: Aber ich mag Krankenhäuser generell nicht.
00:17:59: Ich hab auch ne Spritzenphobie das noch dazu.
00:18:03: aber ich habe mich gut gefühlt.
00:18:06: nach der OP hat sich bin wach geworden als hätte ich einfach ein langen Schlaf hinter mir.
00:18:13: Tatsächlich, ein Abend vor der OP war es wohl so, dass der Chirurg sehr aufgeregt war.
00:18:19: Ich habe das gar nicht wahrgenommen.
00:18:21: Aber ich hab mich einfach gut vorbereitet gefühlt auf die OP und hatte ... Und hab gedacht schon, ja, es wird schon alles gut!
00:18:29: Die machen da doch eh täglich, die wissen schon mal zu machen.
00:18:33: War denn nachdem du diese Operation hinter dir hattest, der Schwindel weg?
00:18:38: Ja.
00:18:39: Wie lange musstest du im Krankenhaus bleiben?
00:18:41: Und wie ging dein Leben danach weiter.
00:18:44: Ich war fünf Tage in einem Krankenhaus, ich habe es aber immer, weil ich ja Krankenhäuser nicht so mag, hab ich's immer Gesundheitshaus genannt und nachher, wo ich davon erzählt hab ichs auch immer genannt ... Ja, ich war ja im Hotel bis mich da mal meine Freundin drauf hingewiesen hat.
00:19:02: Du warst nicht im Hotel, du warst im Krankenhause, die haben sich gut um mich gekümmert.
00:19:08: Ich lag tatsächlich auch, ich bin privat zusatzversichert.
00:19:14: Im Krankenhaus bin ich dann halt als Privatpatient und das hat man schon gemerkt, dass man da ein bisschen bevorzugt wurde.
00:19:21: Deswegen ging's mir da auch recht gut.
00:19:25: Witzigerweise wurde ich ja am ersten Dritten entlassen, wo ich eigentlich nach Australien fliegen wollte.
00:19:34: An dem Tag sind tatsächlich zwei Freundinnen ... mit denen ich nur hinfliegen wollte.
00:19:39: Danach in Australien hätten sich unsere Wege getrennt, sind dann geflogen und haben mich in Form eines gerammten Bildes mitgenommen nach Australien.
00:19:52: Schön!
00:19:52: Ja... Und ich bin auch direkt nach Hause gefahren und musste auch an dem Flughafen vorbei wo die losgeflogen sind und die hatten mir den Standort geteilt.
00:20:02: Ich habe gesehen sie sind gerade noch dort und warten das jetzt gleich los können.
00:20:07: Wie hat sich das für dich angefühlt, dass du nicht mitfliegen konntest?
00:20:09: War es so traurig oder war das in dem Moment wirklich okay.
00:20:13: Ich hab ja meinem Tumor einen Namen gegeben direkt von Anfang an als der entdeckt wurde.
00:20:20: Ich habe ihn fred getauft und ich war sauer auffried, dass er mir das nicht gegönnt hat.
00:20:26: Aber fred war selbst auch sauer, dass man nicht nach Australien konnte, weil im März ... ... zuzwanzig zog ein Zyklon Al-Fred auf Australien zu.
00:20:38: Da habe ich gesagt, das war die Rache von Fred, dass er nicht dahin
00:20:41: konnte.".
00:20:44: Warum hast du deinen Tumor Fred genannt?
00:20:46: Das war der erste Name, der im Innensinn kam und ich hab ihn einen männlichen Namen gegeben.
00:20:52: Es tut mir jetzt leider an einem männlichen Zuhörer aber wir Frauen sind Biesta!
00:20:57: Wir beißen uns fest, wir lassen dich locker Und Männer kann man schon mal eher so verscheuchen.
00:21:04: Deswegen hat er einen männliche Namen
00:21:05: gekriegt.
00:21:06: Er hat keine Miete gezahlt, deswegen wurde er rausgeschmissen.
00:21:11: Nachdem du das alles hinter dir hattest, ging es dir gleich wieder gut?
00:21:16: Oder hat diese Therapie doch noch länger gedauert und folgten dann weitere Maßnahmen außer der Operation?
00:21:27: Ich hatte einen straffen Plan.
00:21:29: Es ging recht schnell alles weiter.
00:21:31: Ich hatte am zehnten März ... schon Gesprächen der Strahlentherapie, weil ich sollte auch bestrahlt werden.
00:21:39: Und hatte auch direkt darauf einen Termin in der Onkologie.
00:21:44: Weil ich halt auch noch Chemo bekommen sollte.
00:21:46: Ich hatte schon Angst, weil das Chemo nur intravenös kommt nochmal auf die Phobie vor Spritzen zurück.
00:21:54: Ich mag das überhaupt nicht und war sehr erleichtert als mir gesagt wurde, ich kann die Chemo in Tablettenform machen.
00:22:02: Die hab jetzt auch ... Das ist mittlerweile so, wenn das geht die gängigste Art.
00:22:08: Dass man auf Tabletten umsteigt.
00:22:10: Genau ich wurde dann tatsächlich im Ende März angefangen mit der Chemo- und Strahltherapie.
00:22:18: Ich wurde dreißigmal bestrahlt Und hab sechs Zyklen chemopokom.
00:22:27: Warum hast du noch mal eine Chemotherapie bekommen, wenn der Tumor doch rausoperiert wurde?
00:22:33: Oder bedeutet an dieser Stelle dann grad vier, dass er schon metastasiert war.
00:22:39: Der war zum Glück nicht metastasi-tassiert.
00:22:43: Schwieriges Wort!
00:22:46: Sie sagen, dass sie ja in achtundneinzig Prozent von dem Tumors entfernen konnten... Man hat auf den ersten MRT-Bildern gesehen, dass das so ein leichter Schatten neben der Resektionshöhle war.
00:23:00: Und davon geht man aus, dass vielleicht niedriggradiger Rest noch ist.
00:23:06: Weil es ja bei Tumoren so, dass die sich erbilden und fangen an klein gradig zu sein, dann werden sie ja höher gradig.
00:23:14: Genau!
00:23:14: Und einfach um ganz sicher zu gehen wurde dann halt A einmal die Resektionshöhle ... plus ein Sicherheitssaum drumrum, ich glaube von einem Zentimeter war das bestrahlt und habe einfach die Chemotherapie bekommen damit ja diese Zellteilung quasi aufgehalten wird.
00:23:36: Sollte es da noch so was geben?
00:23:40: Okay, ich stelle mir eine Bestrahlung am Kopf Boah, sehr herausfordernd vor.
00:23:47: Das heißt du kriegst wahrscheinlich so eine Maske aufgesetzt und wirst dann für wenige Minuten bestrahlt aber gerade am Kopf.
00:23:54: also hast du da auch Nachwirkungen die dich immer noch begleiten wenn du sagst das war ein bisschen über dem Ohr an der Schläfe?
00:24:02: Also jetzt nachdem Ganzen es liegt aber auch glaube ich sowieso einmal an der Bestrahlung und deshalb überhaupt einen Eingriff stattgefunden hat Wenn nicht berghoch gehe oder auch Treppen gehe hochgehen.
00:24:15: Da bekomme ich sofort Kopfschmerzen, das merke ich schon.
00:24:20: Ich bin vergesslicher geworden und ich sage immer, ich brauche einfach Strukturen.
00:24:28: Wenn ich da schnell aus meinen Struktulen raus als abgelenkt werde und daraus komme dann bin ich schnell überfordert.
00:24:36: Das sind so die alltägliche Nebenwirkungen, die ich jetzt habe.
00:24:41: Aber nichts, dass dir wieder schwindelig ist.
00:24:43: Weil da vielleicht irgendetwas verletzt wurde oder du keine Ahnung Schwierigkeiten beim Sehen hast auf dem einen Auge?
00:24:51: Nee gar nicht!
00:24:53: Das war ja auch so.
00:24:54: das die gesagt haben vor der Bestrahlung.
00:24:58: es hätte sein können, dass ich auf einem oder auf beiden Augen er blinde und dann sagte schon eine Freundin ach ist nicht schlimm wenn du er blindest wir erklären dir die Welt und ich direkt nee das könnt ihr gar nicht.
00:25:08: erklärt das alle falsch.
00:25:12: Ich bin auch richtig, richtig froh, dass es keine Wach-OP ist.
00:25:15: Weil ich kenne mich dafür zu gut ... Es gibt ja Wachopäs am Gehirn?
00:25:20: Das kann man machen, weil das Gehirnselbster keine Schmerzen verspürt.
00:25:24: Aber ich hätte die Ärzte oft gefragt, ob sie's richtig machen.
00:25:28: Das ist ... Anfang den Zweifeln wurde mir alle Weisheitszähnen ... Sorry, jetzt schweife ich ab rausgenommen und ich war leicht benebelt, wurde sediert.
00:25:41: Aber ich bin dann ... hab den Arzt dreimal gefragt, ob er es richtig macht.
00:25:45: Ob er die richtigen Zähne rausnimmt?
00:25:48: Könnte ja gar nicht sein!
00:25:50: Deswegen bin ich froh, dass ich komplett weg war bei der OP.
00:25:54: Dass die Ärzte sich besser konzentrieren
00:25:56: konnten.
00:25:56: Genau!
00:25:57: Ich hätte sonst nachher noch gesagt, komm, gib mal her, ich mach das schon.
00:26:01: Ja,
00:26:01: ist klar.
00:26:04: Du kennst dich auch aus.
00:26:05: Hast du Gray's Anatomy
00:26:06: geguckt?
00:26:07: Genau.
00:26:10: Okay, das heißt Tablettenchemo und Bestrahlung nochmal.
00:26:15: Du hast gesagt dreißig Bestrahlungen?
00:26:17: Das ist ja dann wahrscheinlich anderthalb Monate lang gewesen oder?
00:26:20: Ja genau am zwölften also mit den ganzen Feiertagen die noch waren also im zwölf Mai war da eine letzte Bestrahlung.
00:26:30: Und wie hast du die Chemotherapie vertragen?
00:26:32: sind dir da deine schön langen Haare ausgefallen oder durftest du sie behalten?
00:26:37: ich Ab vorher manifestiert, dass meine Haarwurzeln fest verankert sind in meinem Kopf.
00:26:45: Dass auch meine guten Gehirnzellen, die ermit bestrahlt wurden, alle geschützt sind.
00:26:52: Ich habe nämlich festgestellt ... Ich hab mit einer Psychologin darüber gesprochen, dass ich unwahrscheinlich ... Das wusste ich vorhin schon, dass sich mit Dinge sehr gut vorstellen kann.
00:27:01: Ich hab ein sehr gutes räumliches Verständnis und kann mir nicht vorstellen wie das ist, wenn man es nicht hat.
00:27:08: Sonst kann ich mir alles vorstellen und deswegen habe ich mir ganz fest manifestiert, dass alles geschützt ist.
00:27:15: Weil ich halt auch auf Social Media Seiten gesehen habe das manchen Leuten bei der Bestrahlung oder durch die Chemo halt alle Haare ausfallen.
00:27:24: Und bei mir sind tatsächlich die Haare nur im Bestrahlungsfeld ausgefallen Das heißt ja so zehn Zentimeter breit quasi vom Haaransatz von der Stirn zehn Zentimeter nach hinten und dann halt die ganze Seite runter bis zum Ohr.
00:27:42: Die sind mir ausgefallen, ich sah sehr wild aus!
00:27:48: Wenn du dich in diesen Gesprächen wiedererkennst und merkst dass sich dein Blick auf deinen Körper verändert hat Dann gibt es bei mir einen Raum dafür.
00:27:56: Zurück zu dir ist ein kostenloser Zoomabend für Frauen nach einer Krebserkrankung Ein geschützter Raum indem genau das Platz haben darf Deine Gedanken deine Gefühle Dein Körper.
00:28:10: Wenn du dabei sein möchtest, findest du alle Infos über den Link in den Show-Notes.
00:28:16: Das heißt die Chemo.
00:28:18: hast Du also relativ gut weggesteckt oder hast Du Dich auch sehr verändert?
00:28:24: Hast Du stark abgenommen und mit Übelkeit zu kämpfen gehabt?
00:28:28: hat man Dir von außen angesehen was Du gerade durchleben musst
00:28:32: Von der Chemo nicht?
00:28:34: Ich weiß dass viele Leute mit Chemo echt Probleme haben nicht gut geht.
00:28:41: Aber ich habe dann auch immer das positive drin gesehen, ich hab gedacht okay wenn es mir schlecht geht, dann ist es quasi eine Vorbereitung auf den Sommer-Buddy.
00:28:49: aber mir ging es tatsächlich sehr, sehr gut!
00:28:52: Ich habe nicht abgenommen, ich habe tatsächlich sogar ein bisschen zugenommen wo man ja sagt, dass ist natürlich auf der einen Seite gut, dass der Körper halt nicht noch mehr Stress ausgesetzt wird indem man halt zu viel abnimmt.
00:29:04: Das habe ich wirklich sehr gut weggesteckt.
00:29:06: Auch die Bestrahlung habe ich gut weckgesteckt, tatsächlich bei ... das war die allererste Bestrahling.
00:29:12: Da hab ich abends sehr starke Kopfschmerzen bekommen.
00:29:16: Ich war mir unsicher, ob ich Schmerzzapletten nehmen darf.
00:29:19: Deswegen hab ich keine genommen.
00:29:21: Der Arzt hat mir nachher gesagt, ich hätte welche nehmen können und mich nicht quälen müssen.
00:29:26: Aber es war aushaltbar auf jeden Fall vor der Bestrahlung.
00:29:30: Ich bin richtig freudestrahlt sogar Da hingegangen.
00:29:34: Ich hab gesagt, jetzt geht's
00:29:35: los.".
00:29:36: Und da waren die Ärzte auch ... Das Bestrahlungsteam war auch sehr erstaunt darüber, dass ich so positiv war und immer mit einem Strahlen dahin gekommen bin.
00:29:46: Weil ich wusste ja, Fred wird weiter ausgelöscht.
00:29:48: Ja?
00:29:50: Wie ging das weiter nachdem du dann mit der Therapie durch warst?
00:29:54: War da noch irgendetwas zu sehen oder bist du komplett krebsfrei gewesen?
00:30:01: Dieses Krebs frei, man sagt ja immer so nach diesen magischen fünf Jahren.
00:30:07: Ich bin auf jeden Fall tumorfrei.
00:30:10: Man hat nichts mehr gesehen.
00:30:12: Nach der Bestrahlung ging es weiter mit Chemo in verschiedenen Zyklen.
00:30:16: Der letzte Zyklus war bis zum zehnten Oktober.
00:30:22: So lange hat sich das noch gezogen?
00:30:24: Genau, das war eine Woche vor meinem Geburtstag ungefähr, wo ich den letzten Chemo-Zyklus hatte.
00:30:31: Da ging es mir auch nicht so gut.
00:30:34: Ich war sehr, sehr schwach und konnte gar nicht bis kaum laufen.
00:30:39: Das fällt mir gerade wieder ein.
00:30:41: Ich habe tatsächlich recht früh mich schon darum gekümmert, dass ich einen Pflegegrad beantrage.
00:30:47: Und ich hab auch einen Rolator zur Unterstützung gekriegt.
00:30:51: Weil ich gemerkt habe, selbst wenn ich normal rausgehe mit Freunden aus Unternehmen, das geht alles ganz normal.
00:30:59: Aber wenn ich einkaufen gehe ... Da bin ich sehr schnell reizüberflutet.
00:31:05: Und da hab' ich einfach das Gefühl, ich muss mich mal setzen und dafür habe jetzt einen Rollator.
00:31:11: Damit ich damit einfach sicherer bin.
00:31:14: Ein Freund von mir hat mir den auch gepimpt.
00:31:18: Der hat mir eine Unterbodenbeleuchtung und ein Soundmodul eingebaut, dass ich damit maximal natürlich auffalle.
00:31:32: Und wirst du darauf angesprochen, wenn du mit dem Rollator unterwegs bist?
00:31:35: Ja.
00:31:37: Ich hatte den auch schon mit ... Weil das hab ich mir nicht nehmen lassen trotz ... Da war die Bestrahlung schon rum, aber trotz Chemo habe ich gesagt, ich lass mir das nicht nehmen.
00:31:47: Ich lebe mein Leben weiter.
00:31:48: Ich war schon immer ein sehr lebensfroher Mensch und hab gesagt, wenn dich jetzt wandern, ich war auch letztes Jahr ... im Sommer auf einem Festival mit einer Freundin und hab den Rollator dabei gehabt.
00:32:03: Ich habe dann eine Lichterkette drum gemacht, die geplinkt hat ... Ja, bin damit da rumgelaufen auch wenn hier irgendwelche Festes sind.
00:32:13: Zum einen ist es ja besser für andere weil niemand im Dunkeln rechnet damit dass jemand mit dem Rollator um die Ecke kommt beim Feiern, dass jemand so verrückt ist wie ich Dass ich gesehen werde und dass die nicht stolpern, war das Teil.
00:32:33: Hast du den Eindruck gehabt, dass die Leute anders mit dir umgehen?
00:32:39: Aufgrund deiner Erkrankung?
00:32:40: Ja.
00:32:41: Das habe ich selber gemerkt, dass ich mich persönlich selbst verändert habe.
00:32:46: Und es ist zum einen den anderen schwergefallen.
00:32:51: Was alle machen ... Da kann ich mich auch nicht von frei sprechen.
00:32:55: Wenn man merkt, man hat Stress oder irgendwas läuft gerade nicht so nach Plan.
00:33:00: Oder es geht einem gerade nicht gut und sagt immer ach ja aber die geht's noch viel schlechter.
00:33:04: wem sage ich das eigentlich?
00:33:06: Und ich versuche tatsächlich den Leuten in meinem Umfeld immer wieder klar zu machen nur weil ich jetzt den Stempel Krebs gekriegt habe sind deren Problemen und deren Bedürfnisse nicht weniger wert.
00:33:20: Für den einen ist es mal das Schlimmste der Welt, wenn Glas Wasser umkippt und das Wasser verschüttet wird.
00:33:27: Und dann ist es doch auch in Ordnung.
00:33:28: Man darf sich ja selber die Bedürfnussung-Gefühle nicht absprechen.
00:33:35: Natürlich wird dann auch immer gesagt, ja, auch die Arme ... Also
00:33:41: du hast es auch erlebt, dass die Leute ihre eigenen Bedürfnisse, die gegenüber relativieren.
00:33:47: Weil einfach du die Messlatte mit deiner Erkrankung vermeintlich viel höher gelegt hast und die dann denken, dass sie dich mit alltäglichen Sachen gar nicht mehr so belästigen wollen?
00:33:57: Ja genau!
00:34:00: Nachdem du mit deiner Therapie dann durch warst im Oktober, das finde ich krass wie lang sich das noch gezogen hat.
00:34:08: Ich dachte vorhin nämlich als Du gesagt hast dreißig Bestrahlung und sechsmal Chemo, dachte ich ach ok alles klar!
00:34:13: Dann ist sie ja im Sommer durch gewesen aber das hat sich ja da noch viel länger gezogen.
00:34:18: War denn deine Therapie zu Ende?
00:34:21: Also ich meine es ist ja dann das ganze erste halbe Jahr her.
00:34:24: ne
00:34:26: Ich hab dann nach dem letzten Chemozyklus, habe ich drei Wochen Pause gehabt.
00:34:32: Und dann hab ich angefangen seit dem dritten Elftenmiss gewesen sein, nehm' ich jetzt täglich eine ganz, ganz geringe Dosis Chemo zu mir und zwar nur weil ... das war auch wieder so Glück im Unglück.
00:34:51: also man merkt einfach... Wie viel Vitamin B man doch in der Brauch, um E-Mech-Termine zu bekommen oder auch an die richtigen Fachärzte zu gelangen.
00:35:05: Ich hab dann irgendwann mal einen Freund gefragt, was machen eigentlich Normalsterbliche?
00:35:08: Und er guckte mich an und sagte nur ... Ja ja du sagst das schon, diese sind Sterblich!
00:35:13: Das finde ich sehr traurig, wenn man da mal Krankes merkt wie das Gesundheitssystem hier so funktioniert Oder auch nicht.
00:35:22: Auf jeden Fall hatte ich das Glück, dass sich an einen sehr guten Onkologen verwiesen wurde.
00:35:29: Der ist zwei Stunden von mir entfernt.
00:35:32: Da fahre ich ab und zu mal hin.
00:35:35: Und der hat es sich tatsächlich auf dieses Astrocytom spezialisiert.
00:35:39: Und er hat gesagt fünf Jahre Dauerschemo damit eben dieser Stoffwechselprozess, der ja da außer Kontrolle gerät bei so Tumorbildung Damit das weiterhin unterbunden wird, einfach die Chemo durchnehmen.
00:35:54: Weil ich vertrag sie auch sehr gut und dann spricht er nichts gegen.
00:35:58: Und ... Er sagt sehr engmaschige MRT-Kontrollen einfach.
00:36:02: Also, die kontrollen sowieso genau.
00:36:05: Das mache ich jetzt einfach.
00:36:07: Okay,
00:36:07: d.h.,
00:36:08: du nimmst die ganze Zeit über Chemomedikamente?
00:36:13: Mhm.
00:36:13: Und wirst dann oft untersucht.
00:36:16: Aber wie fühlt sich das für dich an?
00:36:18: Ich könnte mir vorstellen Da ist ja der Krebs oder diese Erkrankung die ganze Zeit im Fokus, oder?
00:36:24: Bei mir tatsächlich gar nicht.
00:36:27: Ich hab es nicht verdrängt.
00:36:29: Aber ich denke da nicht so drüber nach.
00:36:33: Ich mach einfach ... Natürlich wurden wir schon von anderen Ärzten abgeraten, Chemo zu nehmen weil letztendlich ist es ja Zellgift was man dazu sich nimmt und macht auch was mit dem Körper.
00:36:48: Das ist ja auch das Gute, dass letztendlich die letzte Entscheidung treffe immer noch ich.
00:36:52: Ob ich das jetzt weiter so mache oder nicht?
00:36:54: Und ... Ich hab gesagt, solange es mir doch gut geht dabei und solange ich's gut vertrage, mach' ichs jetzt einfach
00:37:00: mal!
00:37:02: Weil das stört mich zum Beispiel ein bisschen.
00:37:05: Mir kann hier niemand garantieren, dass der Tumor, wo er das überhaupt auch in anderer Tumeur, nicht wiederkommt mit- oder ohne Schemo Dafür gibt es keine Garantie.
00:37:20: Ich meine, wenn diese Empfehlung von dem Spezialisten auf den Gebiet kommt ... Dann weiß ich nicht, aber der wird sich am besten damit auskennen oder?
00:37:31: Ja und ich hab tatsächlich über Social Media auch viele andere Krebserkrankte kennengelernt Und da sind ganz, ganz viele die zu ihm gehen noch eine viel weitere Strecke auf sich nehmen, um jedes Mal zu ihm zu fahren.
00:37:49: Und der ist auch immer auf dem neuesten Stand und ... Ist halt auch sehr empathisch seinen Patienten gegenüber.
00:37:57: Na ja, ich meine in dem Moment wo du dich dort gut aufgehoben und gut beraten fühlst es ist ja auch leichter da eine Entscheidung zu treffen.
00:38:05: also könnte ich mir zumindest vorstellen Weißt du denn, wie häufig dieses Astrozytom vorkommt?
00:38:13: Ist das sehr häufig oder eher nicht so.
00:38:16: Also es ist gerade natürlich in meiner Altersrange auf jeden Fall sehr selten aber auch allgemein kommt es nicht so oft vor.
00:38:25: Bist du denn da familiär vorbelastet oder hat man irgendeine Theorie wo das herkommen kann?
00:38:33: Ich bin familiär nicht vor belastet und ich habe auch mal recherchiert nicht genetisch veranlagt.
00:38:40: Ich könnte es auch nicht weitergeben, das ist einfach eine Laune der Natur.
00:38:45: Da ist ein Stoffwechselprozess, der da schief gelaufen ist im Kopf und ... Doch ich habe jetzt erst seit meiner Erkrankung gehört diese Bluthirnschranke.
00:38:57: Es gibt quasi so einen Sicherheitssystem im Körper, dass vorher schon rausgefiltert wird, dass gewisse ... Stoffe nicht ins Gehirn kommen, weil das ja unser Motor ist.
00:39:10: Der ja auch alles steuert und ich hab dann immer geschärzt.
00:39:14: er war doch klar dass ich sowas kriege bin ja auch ein schlaues Köpfchen und nur so schlaue Sachen können ja auch die Blutchenschranke überwinden.
00:39:23: Und komm in meinen Kopf ist doch klar, dass ich dann wieder das recht seltenen und auch das hochgradige kriege So Null Acht Fünfzehn kommt mir in den Kopf.
00:39:34: Okay, also du hast auf jeden Fall deinen Humor behalten.
00:39:39: Ja ich hatte schon immer einen sehr schwarzen Humor und das hat mir natürlich jetzt sehr sehr dabei geholfen damit überhaupt klar zu kommen.
00:39:46: Das glaube ich!
00:39:46: Hast Du denn das Gefühl dass das auch emotional so richtig bei dir angekommen ist?
00:39:52: Weil Du vorhin sagst, dass Du in solchen Extreensituationen einfach unwahrscheinlich gut funktionieren kannst?
00:39:59: bist Du im psychologischen Behandlung?
00:40:01: Vorhin hat sich das ein bisschen so angehört.
00:40:03: Ja, ich war bis vor kurzem psychologischer Behandlung.
00:40:07: Weil ich dachte okay das tut mir vielleicht gut.
00:40:09: Ich hatte mir tatsächlich auch von einer bekannten ... Ich hab sie persönlich leider noch nicht kennengelernt.
00:40:15: Sie ist mit meinem Freund befreundet.
00:40:18: Sie isst auch Psychologin und ihr Vater ist Neurologe jetzt auch mein Neurologe.
00:40:25: Und ähm ... Sie war natürlich ... Sie war weit genug weg, um mit mir sprechen zu können.
00:40:31: Aber immer noch näher dran als andere Psychologen.
00:40:35: Mit ihr hab ich auch vor der OP und vor der Bestrahlung gesprochen, weil ich ja schon ein bisschen Angst davor hatte.
00:40:43: Jetzt so nach der ... Weil ich mich ... Ich hab gemerkt, ich hab mich persönlich verändert.
00:40:51: Ich bin viel emotionaler geworden.
00:40:54: Also wenn ich vorher ... Ja also... Jetzt überspitzt gesagt, war ich vorher der kalte Stein.
00:41:00: Und jetzt bin ich die Heulsuße.
00:41:02: und dass ich damit klarkomme oder einfach auch klarkomme ... Was ich meinte, ich bin schnell reizüberflutet.
00:41:11: Deswegen hatte ich mir Hilfe gesucht, was mir sehr gut tat.
00:41:16: Vor allen Dingen wollte ich verstehen, warum sind meine Leute um mich herum?
00:41:21: Warum sind sie auf einmal anders zu mir?
00:41:23: Es gab leider auch Leute, sehr nahe standen, die auch alles für mich gemacht haben während der Erkrankung.
00:41:32: Die jetzt nicht damit klarkommen dass ich anders bin, dass ich viel emotionaler bin das man mit mir nicht mehr so diskutieren kann weil ich dann sofort anfange zu heulen.
00:41:42: und Ich weiß also ich habe zum glück dieses talent dass ich die sachen nicht wegschiebe sonst ich schaue mir die Sachen an die probleme reflektiere dir und weißt damit umzugehen.
00:41:57: Bei meinen Freunden weiß ich halt, dass die leider ein Problem damit haben.
00:42:03: Dass ich da sehr schwer was dran ändern kann.
00:42:05: Weil... Ich bin jetzt halt nur mein neuer Mensch.
00:42:08: Ja klar.
00:42:09: Musste dich ja auch erst mal mit klarkommen!
00:42:11: Aber vielleicht besteht ja da Hoffnung das auch dein Umfeld lernt ...mit dir umzugehnen so wie du jetzt bist?
00:42:19: Ja also ich habe dann noch angefangen zu erklären wie die Situation dann für mich ist.
00:42:26: Natürlich der Leidtragende war immer mein Freund, weil er es ja am meisten und am ehesten alles abgekriegt hat.
00:42:33: Aber ich hab auch angefangen, weil ich dachte ... Ich krieg noch die Kurve!
00:42:37: Ich kriege die Situation gehandelt und hab's aber nicht mehr hingekriegt.
00:42:42: Deswegen habe ich angefangen viel früher mit ihm zu kommunizieren.
00:42:47: Und ich bin so froh, dass diese emotionale Intelligenz einfach ... das richtig einzuordnen, dass ich das in diesem Moment gar nicht böse meine.
00:42:59: Würdest du sagen, dass auch eure Partnerschaft in der Zeit gewachsen ist?
00:43:04: Ja, definitiv!
00:43:06: Das ist total schön.
00:43:07: Oft ist es ja so, dass sich gerade in solchen Krisenzeiten zeigt ob die Partnerschaft bestand hat oder nicht
00:43:15: und vor allen Dingen zum Zeitpunkt der Diagnose waren wir grade Ihr anderthalb Jahre zusammen, also noch nicht wirklich lang.
00:43:27: Schön, dass ihr euch da auch als Paar so weiterentwickeln konntet.
00:43:32: Hast du denn in der ganzen Zeit deiner Erkrankung auch mit anderen dich austauschen können die die gleiche Diagnose erhalten haben wie du?
00:43:40: Also viele erzählen mir das das unwahrscheinlich gut tut wenn man sich mit Menschen austauschern kann die was Ähnliches erlebt haben?
00:43:48: Ja ich habe Er fand schon, wenn ich auf Social Media Leute mit Hirntumoren reingefolgt bin, hab mich mit denen austauschen können.
00:43:58: Ich habe auch gezielt vor der OP eine gesucht, die diese Narbe online gestellt hat.
00:44:04: Weil ich wollte wissen wie sieht so was aus?
00:44:06: Wie fühlt man sich?
00:44:07: und sie hatte zum Glück einen gutartigen Tumor.
00:44:10: Ich hab heute noch Kontakt zu ihr.
00:44:13: Ich muss die unbedingt mal besuchen.
00:44:16: Und dann ... Ich hatte nur erst mal Social Media, wo ich Kontakt mit Leuten hatte.
00:44:23: Und dann wurde ich von zwei Mädels aus meiner Stadt angeschrieben ... dass sie von dem Verein Junge Erwachsene Mit Krebs einen Treffpunkt bei uns in der Stadt aufbauen möchte, ob ich damit hinkommen möchte?
00:44:40: Jetzt haben wir schon eine Gruppe von zehn Leuten.
00:44:44: Das ist auch erschreckend, weil das dann doch so viele junge Erwachsener mit Krebs hier im Umkreis sind.
00:44:51: Hätte man jetzt nicht gedacht ... Man sieht's den Leuten ja nicht an?
00:44:55: Klar nicht!
00:44:57: Das ist eine sehr unsichtbare Krankheit.
00:45:00: Gut, man vermutet es wenn jemand ohne Haare vor einem steht aber kann ja auch was anderes sein.
00:45:07: Und ich meine, irgendwann wachsen die Haare wieder.
00:45:09: Aber diese Zeit hast du ja trotzdem durchlebt und da sieht man es dir nicht mehr von außen an?
00:45:14: Genau.
00:45:15: Da tut das auch richtig gut sich auszutauschen.
00:45:18: Jetzt ist eine Neue hinzugekommen, die auch einen Hirntumor hat.
00:45:26: Wir haben uns gesehen ... Als wir das erst mal miteinander gesprochen haben, haben wir nur gesagt, wir haben den selben Dachschaden.
00:45:36: Sie hat den gleichen Humor wie du.
00:45:41: Ich muss auch sagen, ich bin sehr dankbar ... Auch wenn ich gesagt habe, dass man Umfeldprobleme damit hatte, damit klarzukommen.
00:45:51: Klar ist erst mal ein Schock.
00:45:54: Die Freundin, die Bekannte, die Tochter, die Enkelin, die hatte Krebs.
00:45:59: Oh Gott!
00:46:00: Das Schlimmste.
00:46:01: Aber ich hab ... sehr viele Leute um mich rum gehabt, die für mich da waren.
00:46:09: Ich wurde jeden Tag von einer anderen Freundin zur Bestrahlung gefahren.
00:46:15: Es sind Leute mit zum Arztirmien gegangen, weil ich nicht alleine hin wollte, weil ... ich gesagt hab, es ist besser, wenn noch jemand dabei ist und durch diesen Treffpunkt, den wir haben, hab ich auch feststellen müssen, dass andere nicht ... die diesen Zusammenhalt in der Familie oder im Freundeskreis hatten.
00:46:38: Ich hab mir jetzt ein bisschen zur Aufgabe gemacht, dass ich ... die dann halt so ein bisschen unterstütze aufpusche und die suchen auch oft meinen Rat, wenn's denen man nicht gut geht oder sie mal eine schlechte Nachricht bekommen haben.
00:46:53: Die eine sagte schon, ich hätte das Krebs-Mindset ausgetrippelt weil ich zu positiv dran gehe.
00:47:00: Ja beim positiven Sinne natürlich, Ja, klar.
00:47:04: Man muss ja positiv damit irgendwie ... Das bleibt einem auch sonst anderes?
00:47:08: Eben!
00:47:09: Also das ist eine Erkenntnis, die viele aus schweren Zeiten gewinnen.
00:47:15: Wenn du jetzt die ganze Zeit da drin versingst, wie schlecht es das Schicksal mit dir meint, dann verschenkt man so viel Leben oder?
00:47:25: Ja und man sagt ja... Oder man hat früher schon mal gesagt was sich nicht umbringt, macht dich nur stärker.
00:47:34: Und ich glaub das ist auch so eine leichte Naivität hab' ich auch entwickelt weil ich jetzt wirklich das Gefühl habe ja mir kann doch jetzt eigentlich gar nichts mehr passieren.
00:47:45: Mir ist doch schon das Schlimmste passiert und auch meine ganzen MET-Ergebnisse sind immer gut und alle um mich rum freuen sich ja auch wie schön dass wieder ein Gut war.
00:47:55: doch klar, dass es gut war.
00:47:56: Das heißt du bist gar nicht so angstbehaftet wenn Du in Untersuchungen gehst?
00:48:01: Nee, gar nicht.
00:48:02: Weil ich gehe vorher schon mit dem Meinzerdrehen.
00:48:04: Ja, wird doch alles gut.
00:48:07: Natürlich kann es sein, dass ich dann um so tiefer falle sollte noch mal was Negatives kommen aber ... Ich sag mir jetzt, sollte da noch mal etwas kommen?
00:48:17: Ich weiß ja, ich hab den schon einmal ausgelöscht!
00:48:20: Dann kann ich's auch ein zweites Mal.
00:48:23: Na ja und vor allem kannst du dich mit dieser Sache dann befassen wenn sie akut ist und nicht schon vorher.
00:48:30: Genau
00:48:31: Hast du denn nach deiner Akkutherapie, also warst du auch zur Reha?
00:48:36: Nee.
00:48:37: Also mir wurde eine Klinik in ganz Deutschland ... Da kam für mich infrage und die konnten wir nicht sagen weil sie hatten bei der OP den Kaumuskel durchgeschnitten.
00:48:53: Also kriege ich so ne Kieferbehandlung bei der Physio Und dafür braucht man spezielle CMD-Ausbildung heißt es.
00:49:03: Und die konnten mir nicht sagen, mit denen ich telefoniert habe von der Klinik ob das die Physios bei den auch leisten können.
00:49:12: und da ich hier halt direkt schon mit Physio also Kieferbehandlung massagen weil ich komplett verspannt bin auch durch diesen Kieffer einfach durch das Kiefferproblem Krankengymnastik Und auch Ergotherapie angefangen habe, hab ich ja hier schon alles gemacht.
00:49:32: Was man ja auch sonst in Aria macht.
00:49:37: Na ja und das wäre wahrscheinlich dann auch irgendwie kontraproduktiv?
00:49:40: Wenn du das jetzt für ein paar Wochen unterbrechen würdest oder ...
00:49:44: Ja der Vorteil war ja auch Ich war oder bin gut versichert.
00:49:51: was aber bei meiner Versicherung nicht mit drinne war War dass Krankengeld.
00:49:56: Da hatte ich mir nie Gedanken drum gemacht.
00:49:59: Das hätte ich privat zusatzversichern müssen, weil ich als Studentin darauf keinen Anspruch hatte.
00:50:04: Also erst mal nach dem ganzen Krebsthema überhaupt nach der OP war ich erst mal zwei Monate mittellos und dann auf ... Ja ist das jetzt ... Das heißt ja nicht mehr Bürgergeld?
00:50:17: Auf jeden Fall war ich noch auf Bürgergeld angewiesen das letzte Jahr.
00:50:20: Hab mich halt wirklich die Pause genommen.
00:50:24: Das war auch ein Riesen hin und her, bis ich das dann mal wirklich durch hatte die Anträge.
00:50:29: Und ja ... das da noch zu dem Ganzen.
00:50:33: Aber ich hatte natürlich dadurch dann auch die Zeit, weil ich dann arbeitslos war, das letzte Jahr, dass ich eben jeden Tag diese Physio-Jeden-Tag, also gut einmal die Woche die Ergotherapie aber jeden Tag die verschiedenen Physiotherapien machen konnte um mich wieder aufzupeppeln.
00:50:53: Man hört das auch gar nicht.
00:50:54: Ich hätte gedacht, wenn der Kaumuskel durchgeschnitten ist, dass man dann vielleicht auch undeutlicher spricht oder so ... Das ist bei dir nicht so?
00:51:04: Nee, genau beim Sprechen hatte ich nicht das Problem.
00:51:07: Ich hatte nur das Problem, dass ich den Mund nicht weit genug aufmachen konnte.
00:51:11: Wenn ich ein Burger essen wollte, hatte ich schon Probleme.
00:51:17: Ist das jetzt besser, wo du diese Therapie eine ganze Weile machst?
00:51:21: Es ist schon besser, aber es ist immer noch nicht gut.
00:51:25: Okay und wächst das wieder zusammen?
00:51:27: Also der Kaumuskel?
00:51:28: Ja, ist halt nur eine langwierige Sache.
00:51:33: Du hast gesagt, dass du ja dein Studium abgeschlossen hast.
00:51:37: Wie sieht denn da jetzt so deine Zukunft aus?
00:51:40: Hast du dir darüber Gedanken gemacht?
00:51:42: Bist du arbeiten oder ... wie geht das weiter?
00:51:45: Holst du deine Reise nach?
00:51:47: Wie sind deine Pläne?
00:51:49: Also erst hatte ich mir vorgenommen, dass ich meine Reise anfangen, diesen Jahresnachholer.
00:51:56: Habe ich da nicht gemacht?
00:51:57: Weil ich hatte im Dezember mal angefangen, einfach mal Initiativbewerbung rauszuschicken.
00:52:05: Ich hab gedacht ja gut, ich muss jetzt nicht sofort anfangen zu arbeiten aber die Unternehmen gerade Ende des Jahres, die planen schon die Gelder und auch die Stellen für das nächste Jahr.
00:52:16: Die können mehr sagen wann sie dann was hätten für mich.
00:52:19: Dann hab ich vor Weihnachten zum Gespräch eingeladen.
00:52:24: Es war kein offizielles Vorstellungsgespräch, es war nur ein Kennenlern-Gespräch und da hatten die mir tatsächlich einen Job als Bauingenieurin angeboten was ich dann natürlich angenommen habe.
00:52:37: und seit Februar arbeite ich auch Vollzeit als Bauengineurin.
00:52:43: Wow!
00:52:44: Herzlichen Glückwunsch!
00:52:45: Danke Und das fühlt sich für dich gut an, oder?
00:52:49: Das fühlt es sich für mich richtig, richtig gut an.
00:52:51: Oh, ist wie schön!
00:52:53: Das heißt aber dass du ja jetzt doch wieder in einem also mit Anführungszeichen einen normalen Alltag angekommen bist,
00:53:01: oder?!
00:53:02: Ja!
00:53:04: Schön!
00:53:07: Liebe Bianca gibt es etwas was du zum Ende unserer Folge vielleicht der ein- oder anderen höherein oder dem eine oder andere Hörer mit auf den Weg geben möchtest?
00:53:16: Es gibt so viel.
00:53:20: Ja, also das was ich versuche einfach immer irgendwie weiterzugeben ist einmal Mut dass man auch für sich selbst einstehen soll bei den Ärzten.
00:53:31: Das muss man auch teilweise.
00:53:34: Was ich somit bekommen habe Dass man auf sein Körper hören soll und das auch ernst nehmen soll Dass wenn man möchte, so ist zumindest meine Erfahrung.
00:53:48: Dass man fast alle schaffen kann.
00:53:51: Liebe Bianca ich danke dir von Herzen dass du deine Geschichte mit uns geteilt hast das du dir die Zeit für dieses Gespräch genommen hast und dir liebe Hörerinnen oder lieber Hörera dankig dass du heute dabei warst.
00:54:05: vielleicht hast du dich an der einen oder anderen Stelle wieder erkannt Wenn du merkst, dass dich das Thema Körpergefühl und ja auch in deinem eigenen Leben begleitet dann findest du über meine Website auch Informationen zu meiner fotografischen Arbeit.
00:54:21: In der ich Frauen genau in diesen Prozess begleite.
00:54:25: Liebe Bianca ganz lieben Dank!
00:54:27: Und ich wünsche dir von Herzen alles alles Gute.
00:54:30: Vielen vielen dank liebe Franziska.
00:54:32: Ich wünschte auch alles alles gute und danke nochmal für die Möglichkeit hier meine Geschichte
00:54:37: zu teilen.
00:54:39: Ich hoffe sehr, dass auch diese Folge für dich wertvoll war und du einige Dinge für dich selbst
00:54:43: mitnehmen konntest.
00:54:45: Auf www.franciska-günder-fotografie.de findest Du mehr über mich und meine Arbeit.
00:54:51: Informiere Dich gerne.
00:54:52: zu schön und stark ein Fotoprojekt für Frauen mit oder nach einer Krebserkrankung Den schönen und stark Einzelschutings, dem Podcast lebe selbst voll Und weitere Projekte die Frauen auf ihrem Weg stärken.
00:55:05: Teile gerne diese Folge mit deiner Familie und deinen Freunden, und hilf so dabei den Podcast Lebe Selbstvoll weiter in die Welt zu tragen.
00:55:13: Lass mir auch supergerne fünf Sterne da!
00:55:15: Und teile deine Gedanken und Erfahrungen zum Thema auf Instagram et Franziska Günther Fotografie mit mir.
00:55:21: Ich wünsche dir alles Liebe, Lebe Selbstvoll, Deine Franziska.
Neuer Kommentar