#156 Familiäre Polyposis & Gebärmutterkrebs

Shownotes

** Familiäre Polyposis & Gebärmutterkrebs - im Gespräch mit Anja **

Schon mit 25 Jahren erhielt Anja die Diagnose familiäre Polyposis - eine genetische Erkrankung, bei der sich Polypen im Darm bilden können.

Als Kind erlebte sie, wie sehr die Erkrankung das Leben ihrer Mutter geprägt hat. Als Anja selbst die Diagnose erhielt, wollte sie sich zunächst nicht damit auseinandersetzen. Doch die Erkrankung war bereits weit fortgeschritten und schließlich musste der Dickdarm komplett entfernt werden.

Viele Jahre später folgte die nächste schwere Diagnose: ein Tumor an der Gebärmutterwand. Was folgte war eine große Operation, Chemotherapie und eine Zeit voller Angst, Trauer und Unsicherheit.

Anja spricht von innerer Stärke, Vertrauen, Selbstfürsorge und darüber, wie wichtig es ist, die eigenen Gefühle wahrzunehmen und offen zu kommunizieren.

In dieser Folge erfährst du:

  • was familiäre Polyposis bedeutet
  • wie Anja ihre Diagnose erlebt hat
  • wie sich die Erkrankung durch ihr Leben gezogen hat
  • welche Auswirkungen die Operationen und Therapien hatten
  • wie sie mit Trauer und Verlust umgegangen ist
  • warum Selbstfürsorge und Kommunikation für sie heute so wichtig sind

Ich hoffe sehr, dass auch diese Folge für dich wertvoll ist und du einige Impulse für dich selbst mitnehmen kannst.

Vielleicht kennst du das Gefühl dich selbst nicht mehr richtig zu erkennen - besonders nach einer intensiven Zeit wie einer Krebstherapie. Genau darüber sprechen wir an meinem kostenfreien Zoom-Abend "Zurück zu dir" am 04. Juni um 19:00 Uhr. Ein Abend für Frauen nach einer Krebstherapie - über den eigenen Körper, Veränderungen und den Weg zurück zu sich selbst. Alle Infos und die Anmeldung findest du hier: https://www.franziskaguentherfotografie.de/zurueckzudir

Wenn du mehr über Anja erfahren oder Kontakt zu ihr aufnehmen möchtest, findest du sie auf Instagram @meisjeontour73.

Wie immer freue ich mich riesig, wenn du deine eigenen Erfahrungen oder deine Gedanken zur Folge auf Instagram @franziskaguentherfotografie mit uns teilen möchtest, schreibe gerne in die Kommentare. Hinterlasse mir auch super gerne 5 Sterne und abonniere & teile den Podcast mit deinen Freunden und deiner Familie. So hilfst du dabei den Podcast LEBE SELBSTVOLL weiter in die Welt zu tragen.

Alle Infos zu meiner fotografischen Arbeit, den schön & stark Einzelshootings und dem Podcast "lebe selbstvoll" findest du auf https://www.franziskaguentherfotografie.de Hier kannst du dich auch für das 6. schön & stark Fotoevent am 15. Juni 2026 anmelden.

Ich wünsche dir alles Liebe, lebe selbstvoll, deine Franziska

Transkript anzeigen

00:00:09: Hallo und herzlich willkommen zu einer neuen Folge von Liebe selbstvoll, dem schönen und starken Podcast für mehr Selbstfürsorge.

00:00:17: Hier geht es um Frauen die an Krebs erkrankt sind – um die Erfahrungen, die sie während der Therapie gemacht haben, um ihre Sorgen und Nöte aber auch um mögliche Richtungswechseln, die eine Krebsdiagnose mit sich bringen kann!

00:00:30: Wir sprechen darüber, was dir das Leben erleichtern kann.

00:00:33: Welche Erkenntnisse betroffene Frauen im Laufe der Zeit gewonnen haben und wo die Prioritäten im Leben liegen?

00:00:38: Ich wünsche dir ganz viel Freude beim Zuhören!

00:00:43: Hallo und herzlich willkommen!

00:00:45: Mein Name ist Franziska Günther Güldenfennig.

00:00:47: ich bin Fotografin und begleite Frauen nach einer Krebserkrankung dabei wieder einen neuen Blick auf ihren Körper zu finden.

00:00:59: Sie ist nicht nur selbst Krebspatientin, sondern begleitet auch Frauen auf ihrem Weg zur Selbstbestimmtheit.

00:01:06: Wie das zusammenhängt, das wird sie uns selbst erzählen.

00:01:08: Herzlich willkommen lieber Anja und schön dass du da bist!

00:01:12: Hallo vielen Dank dass ich da sein darf.

00:01:15: Anja lass uns gerne bei deiner eigenen Krebsgeschichte starten denn ich denke deine berufliche Orientierung ist sicherlich ein Ergebnis dieser Zeit oder?

00:01:25: Ja absolut absolut ja.

00:01:30: Wann hat das denn bei dir angefangen, wobei ich weiß gar nicht ob man das immer so sagen kann.

00:01:36: wann hat das angefangen.

00:01:37: Aber oft ist es ja so dass man Symptome bemerkt die einen dann dazu bewegen den Arzt aufzusuchen.

00:01:45: wie war das bei dir?

00:01:47: Ja ich musste jetzt etwas ausholen.

00:01:51: oder ist eine etwas längere Geschichte sagen?

00:01:52: was mal so.

00:01:54: Ich habe zwei Erkrankungen.

00:01:56: Ich hab einmal eine Erberkrankung, die nennt sich die familiäre Polyposis und die habe ich von meiner Mama geerbt und die hab' ich seit... ...Ninzehnhundertachtundneunzig Und ich hatte... ...Zwei-Tausendrei im Oktober einen bürsartigen Tumor an der Gebärmutter oder in der Gebäermutterwand, der dann nach außen gewachsen ist.

00:02:22: Ich fang dann mal bei ...

00:02:26: sehr gerne um.

00:02:27: Vielleicht kannst du auch, bevor du mit der Geschichte anfängst noch mal sagen oder überhaupt grundsätzlich einmal sagen was eine familiäre Polyposis ist?

00:02:36: Ich hab das noch nie gehört.

00:02:37: Ja, also mittlerweile gibt es mehr Patientinnen und mehr Menschen die das haben.

00:02:44: uns fehlt ich sag das mit meinem Leinverständnis ein Stück Gehen fehlende Stürk verursacht, dass wir ganz besonders Polypen im Diktam haben die auf jeden Fall bösartig werden und mittlerweile weiß man das.

00:03:01: diese Polypen auch im Zwei-Fingerdamen sind sowohl auch im Magen.

00:03:08: Das eventuell die Schilddröse angegriffen sein kann und es können auch so Desmoide nennt man das in gutartige Tumore in der Bauchdecke wachsen wobei Sie können Organe abquetschen oder andere Probleme machen, also auch das muss dann operiert werden.

00:03:26: Entweder hat man das oder man hat es nicht und meine Mama ist erkrankt oder wir haben es erfahren als ich drei Jahre alt war.

00:03:36: Das heißt, ich bin damit groß geworden und ich wollte aber nie davon etwas wissen.

00:03:42: Ich wollte es einfach nicht hören weil so viel Schmerz und Trauer für mich mit verbunden war.

00:03:49: Und, und dann hatte ich dann also ja Blut im Stuhlgang.

00:03:55: Das ist halt so das typische Zeichen dafür.

00:03:59: Es war mir sofort klar was ich habe und bin auch zum Arzt und hat sich dann alles genauso herausgestellt.

00:04:06: Im Rückblick muss ich sagen mit meinem heutigen Wissen, mit meiner heutigen Lebenserfahrung hätte ich viel früher darauf aufmerksam werden können.

00:04:16: mein Körper hat es mir vorher gezeigt Aber ich wollte es nicht wahrnehmen.

00:04:23: Kurze Zwischenfrage an ihr... Wie alt war deine Mutter, als sie erkrankt ist und wie alt warst du?

00:04:30: Meine Mutter war Ende zwanzig, sag' ich mal Und ich war um zwanziger

00:04:38: Oh Gott auch noch so jung.

00:04:40: Ja also das ist ganz typisch.

00:04:42: Das fängt sogar vorher schon an.

00:04:44: Das sind viele schon mit achtzehn, neunzehnt, zwanzig.

00:04:47: Und das zeigt sich dann in dem man... Also du hast ja gesagt, du hättest das vorher schon erkennen können?

00:04:52: Woran denn?

00:04:53: Ja

00:04:54: also ich hatte vorher schon mal eine Magenspiegelung und es ist ein ganz typisches Zeichen.

00:05:00: Ich kenne nur wie gesagt diese Laienbegriffe, die nennt sich Drüsenkörperzüsten der Magen.

00:05:05: Das können natürlich auch gesunde Leute haben, also diese Erkrankungen nicht haben.

00:05:09: aber es ist halt auch ein ganz topisches Zeichender für.

00:05:13: Ich glaube, ich wollte das von dem Arzt auch nicht hören.

00:05:16: Also ich habe da einfach zugemacht und dass meinem Darm wenn der Darm nicht gesund ist weiß ich mittlerweile ja erst mal gerne erkälte.

00:05:27: das Immunsystem ist geschwächt und es war bei mir.

00:05:30: Ich hab viele Lebensmittel nicht mehr vertragen und hatte da echt also ja echt meine Probleme.

00:05:37: Also Verdauungsbeschwerden Verdaugensprobleme,

00:05:40: Verdauungsbeschwerden.

00:05:41: Ich hab gemerkt, dass ich das ein oder andere nicht vertrage und wusste mir aber auch keinen Rat und wuste nicht wohin.

00:05:49: Es war mir auch, wie soll ich das sagen?

00:05:51: Ja, ich merkte das, aber ich habe mich auch nicht darum gekümmert.

00:05:54: Na ja du

00:05:54: warst Mitte zwanzig!

00:05:55: Also ich meine alle die schon mal Mittezwanzig waren, die wissen wahrscheinlich ... Da denkt man, man ist unsterblich.

00:06:02: Das ist halt einfach

00:06:03: dieses Alter... Ja genau, es war so, dieses geht schon irgendwie weiter.

00:06:08: Ja und dann, wie gesagt ich war halt ständig erkältet.

00:06:11: Und das muss ich sagen, das war so für mich ... Also ja, ich hatte eine Erkältung.

00:06:18: Mir ging es drei Tage besser und fing das wieder an.

00:06:22: Das ist für mich echt ein Zeichen dafür gewesen, dass mit meinem Darm was nicht passt im Nachhinein.

00:06:29: Wobei, diese Verbindung musst du auch erst mal ziehen, dass was mit deinem Darm nicht stimmt?

00:06:34: Und dass das Symptom aber die Erkeltung ist!

00:06:38: Also da würde ich in Zweifel gar nicht drauf kommen.

00:06:41: Ja, also das da ... ja sein Körper über diesen Weg dann auch mal kennen zu lernen ist... weil ich mich mittlerweile sehr damit auch beschäftige.

00:06:52: zum Thema Mikrobiom und Immunsystem von daher konnte man mit Fünfundzwanzig nicht haben

00:07:01: Und hinterher ist man sowieso immer schlauer, das ist ja ganz klar.

00:07:05: Ja genau!

00:07:07: Da kommt auch die Lebenserfahrung dazu und auch das Gefühl für den eigenen Körper, das verändert sich ja auch.

00:07:12: Genau total, total, ja.

00:07:14: Also du hast dann, deiner Mutter, Jahre vorher schon erhalten hat, die Diagnose

00:07:21: bekam.

00:07:23: Wie ging es denn deiner Mutter?

00:07:24: Damit hast du irgendwie mitbekommen, dass das ihr schlecht ging.

00:07:29: Weil du gesagt hast, du wolltest das nicht wahrhaben und von dieser Erkrankung nichts wissen.

00:07:33: Es war ... Meine Mama hat immer zu mir gesagt, ich möchte deine Einschulung erleben.

00:07:39: Und ich kenne meine Mama ja eben auch nur mit drei Jahren oder ab drei Jahren immer nur im Krankenhaus.

00:07:45: Immer nur krank.

00:07:45: Ach du mein Gott!

00:07:48: Das war immer irgendwas.

00:07:50: Ja, das macht ja total viel... mit ihr als Kind.

00:07:53: Ich war dann entweder allein mit meinem Vater, der war ja auch berufstätig.

00:07:59: Der hatte noch ein Unternehmen von meiner Oma mitgeholfen und dann war ich bei meiner OMA hier, dann war er da.

00:08:07: Und halt immer diese kontinuierliche Angst was ist mit deiner Mama?

00:08:10: Also das ist mit meiner Mama!

00:08:14: Es war alles furchtbar.

00:08:16: also es war... Ja, ich kann's mittlerweile so sagen Und wirklich richtig an diese Gefühle bin ich erst jetzt wirklich ab April, April und April.

00:08:26: Ab Oktober, April.

00:08:28: Und ganz besonders meine Mama ist im Januar, April oder April.

00:08:33: Ich habe alte Briefe gefunden und da wurde mir klar also wie heftig auch dieses was dieser Erberkrankung mit uns gemacht hat weil sie hatte dann zur gleichen Zeit wie ich meine Diagnose bekam hatte sie Krebs.

00:08:48: Also sie hatte noch ein Stück Darm Und in diesem Stück Darm hatte sie dann Krebs.

00:08:54: Es war alles zur gleichen Zeit.

00:08:57: Das hat total viel mit uns gemacht und es hat auch unser Verhältnis ein Stück, ich glaube davon haben wir uns nicht mehr erholt.

00:09:06: Wir konnten da noch reden, wir konnten uns sehr gut austauschen.

00:09:10: zum Schluss dann also wirklich in den letzten Wochen aber der Knacks war da.

00:09:16: Das klingt so traurig!

00:09:19: Ich wollte

00:09:21: gerade sagen, wir laufen jetzt auch gleich die Tränen.

00:09:23: Ja?

00:09:26: Als du dann im Jahr nineteenhundert achtundneunzig selbst diese Diagnose bekommen hast, musstest du dich ja damit beschäftigen oder?

00:09:34: Ja ich musste mich mit beschäftigen.

00:09:37: und wie soll ich sagen...ich habe halt erst mal am Außen angefangen.

00:09:42: es war halt erstmal zu gucken dass ich jemand finde der mich operieren konnte.

00:09:50: Die Frage war halt, wo las ich mich operier'n?

00:09:52: Weil ich hab damals in Hamburg gelebt und lass sich das im Saarland machen.

00:09:58: Lass dich das in Hamburg machen, wo meine Familie nicht ist aber meiner Freunde ja.

00:10:04: wie gehe ich vor und wer kann mich operiern?

00:10:08: welche Methoden gibt es da und und und Ja wo habe ich Vertrauen hin?

00:10:12: und es war halt ein Riesenprozess allein im Außen dass ich... Ja, ich muss es echt sagen.

00:10:22: Ich hatte nur Todesangst und ich hatte Angst.

00:10:25: Und die war so heftig!

00:10:27: Das wollte ich gar nicht wahrhaben und das konnte ich auch gar nicht haben weil ich war einfach damit beschäftigt weiter zu funktionieren und ich wollte ja weiter leben.

00:10:38: Auch diese Angst ist mir wirklich erst bewusst geworden in den letzten zwei Jahren Und jetzt kann ich mich damit auseinander setzen.

00:10:48: Das heißt, du bist jetzt im Heilungsfenster?

00:10:52: Genau!

00:10:54: Im Annahme...

00:10:55: Aber das ist auch, finde ich wieder so erschreckend.

00:11:00: Ich weiß nicht ob erschreckendes richtige Wort ist aber dass Du jetzt erst Jahre später das so verarbeitest, dass Du das loslassen kannst.

00:11:07: Weißt Du wie ich meine, weil ich mein, Das

00:11:13: finde ich auch richtig heftig.

00:11:17: Ich denke, ich habe schon meine Wege und meine Prozesse dahin gemacht aber sehr im Außen und sehr auf Erfolg getrimmt.

00:11:26: Und ich denke sie waren total wichtig für mich weil sie war noch ein Stück Überleben für mich das kann ich im Nachhinein sagen.

00:11:33: Ich hatte mich dann halt selbstständig gemacht.

00:11:39: Es hat mir auch sehr viel Selbstwert gegeben, dass ich Erfolg hatte und dass sich meine Firma aufgebaut hatte.

00:11:45: Meine Mama ist zu Hause geblieben und wollte... Also sie hat wieder angefangen zu arbeiten.

00:11:51: da war ich so sechzehn oder achtzehn in dem Raum Und Ich habe immer gesagt ne das will ich nicht.

00:11:57: und ich glaube es war unheimlich wichtig für mich dass ich diesen Weg so gegangen bin weil die Gefühle die dahinter stecken sind so heftig.

00:12:05: also Da muss man sehr, sehr stabil sein und braucht auch sehr viel Zeit für sich.

00:12:15: Lass uns noch mal kurz dahin zurückgehen als du diese Diagnose erhalten hast und dich dann auf die Suche gemacht hast nach einem Arzt oder einer Klinik, die das operieren kann.

00:12:24: Heißt das?

00:12:25: Du hattest also einen Polypen im Dickdarm.

00:12:29: Ich hatte so viele Polypen am Dickd arm dass sie aufgehört haben zu zählen.

00:12:34: Ach du meine

00:12:35: Und die waren kurz vor, es gibt ja diese verschiedenen Stufen und das war so die letzte Stufe bevor aus Krebs wird.

00:12:44: Die niedergelassenen Ärzte haben gesagt okay wir können das noch kontrollieren auf zwei Jahre aber das heißt alle Vierteljahr eine Darmspiegelung um es rechtzeitig zu erkennen.

00:12:55: Dann habe ich gefragt was ist dann das Ergebnis nach den zwei Jahren?

00:12:58: Ja dass wir sie operieren.

00:13:00: also der Plan war das Wachstum einzudämmen Damit das dann überhaupt operabel ist?

00:13:06: Nee, also zu kontrollieren.

00:13:08: Also einfach zu kontrollierend, dass es nicht bösartig wird.

00:13:10: Einen dem konnte man gar nichts mehr machen.

00:13:13: Die konnten nichts mehr abtrennen.

00:13:16: Es ging wirklich nichts mehr.

00:13:19: und dann war halt mein Gedanke gut zwei Jahre diesen Dauerstress mit den Darmspiegelungen ist ja auch nicht gerade schön.

00:13:30: Wie soll ich sagen, wenn es irgendwie eine Hoffnung gegeben hätte, dass das besser wird?

00:13:34: Dann hätte ich da bestimmt darüber nachgedacht.

00:13:36: Aber es war klar, dass ich diese Operation brauche und dann habe ich gesagt, nee, ich lass die so schnell wie möglich machen oder ich lasse jetzt machen und dann würde es mir besser gehen was alles danach kommt Was noch alles mit dazu hat, erfährt man erst im Laufe der Zeit.

00:13:59: Ja

00:14:00: Aber du hast dann jemanden gefunden, der das operieren konnte?

00:14:05: Ja.

00:14:06: Ich habe dann durch Zufall einen super tollen Hausarzt gefunden und der mir versprochen hat meine Arzt auf Lebenszeit zu sein Und er ist mit mir wirklich durch durch dick und dünn gegangen diese Zeit also.

00:14:22: Der hat mich angerufen Also wir sind wirklich durch dickund dunkel gegangen und er hat erst dann aufgegeben als einen Krankenhaus und Chirurg gefunden hat, der diese Operation machen kann, die ich haben wollte.

00:14:39: Da wird der Diktarm entfernt und aus dem Dünndam so ein Sack gemacht, so ein Pouch nennt man das.

00:14:45: Der Dünnendamm lernt dann über die Zeit, die Funktion vom Diktum zu übernehmen, so gut er es

00:14:51: kann.".

00:14:52: Und das war für mich wichtig und das wollte ich so haben.

00:14:55: Das gab damals nicht viele, die diese Operation gemacht haben.

00:15:00: Ich hatte das Glück dann in Hamburg jemanden gefunden zu haben.

00:15:06: Du hast ja vorhin erzählt dass du ... dass es im Jahr two-thausend drei bei dir ein Tumor in einer Gebärmutterbahn diagnostiziert wurde aber das sind ja fünf Jahre dazwischen.

00:15:15: Hast du dich denn von diesem Eingriff erholt?

00:15:18: Und konntest du dein Leben weitestgehend normal leben?

00:15:24: oder hattest du dann auch starke Einschränkungen dadurch?

00:15:30: Ich habe mich vertan.

00:15:31: Es war im Jahr zwanzig, dreiundzwanzig wie ich den bösartigen Tumor in der Gebärmutter hatte, weil es waren also fünfzehnzig Jahre dazwischen und ja... ...es lebt sich mit fehlendem Dick.

00:15:45: da würde ich sagen ganz gut.

00:15:48: Es gibt hier ein oder andere Einschränkungen, gerade mit der Ernährung und es ist viel ausprobieren.

00:15:54: Also es ist auch nicht jeder Tag gleich.

00:15:57: Das kann gut gehen, das muss nicht gutgehen.

00:16:00: Es ist natürlich das Problem, dass man sehr viel Durchfall hat aber da gibt's auch Mittel- und Wege dagegen zu wirken.

00:16:09: Und ja ich musste wirklich mit der Ernährung aufpassen.

00:16:14: Manchmal fehlt mir auch einfach an Kraft.

00:16:18: Ich lebe gut damit.

00:16:19: Also ich kann jetzt nicht sagen, dass ich zu viel Einschränkungen habe.

00:16:25: Ich kann kein Machathon mehr laufen oder weiß ich nicht was nicht mehr machen aber es funktioniert und man lernt doch damit wirklich umzugehen.

00:16:35: Ja also am Anfang war's halt so.

00:16:36: die Angst das kennen alle Patienten.

00:16:40: ja wo ist die nächste Toilette?

00:16:42: auch damit lernt man wirklich umzugehen auch nicht zu versuchen zu sehr an dieser Angst zu sein, sondern zu sagen es gibt immer eine Lösung.

00:16:50: Man findet eine Lösung.

00:16:51: ja was mich also wie gesagt aktuell einfach beschäftigt ist dass ich immer wieder Nahrungsmittel Unverträglichkeiten habe.

00:17:02: Also Marclothänenmarcasein oder mal jetzt aktuell mit Eiern.

00:17:07: Es ist immer mal wieder irgendwas.

00:17:11: Das sind dann Phasen, wo ich mal alles weglasse.

00:17:13: Dann fast gar nicht mehr weiß was ich essen soll außer Karottensuppe.

00:17:18: Es ist echt manchmal anstrengend.

00:17:21: Mittlerweile bin ich in der Phase und sage nee es gibt mir auch Lebensqualität zurück wenn ich mal etwas anderes esse.

00:17:28: Es isst ein ständiges Ausprobieren!

00:17:30: Es kann mir keiner sagen man kann Allergie-Tests machen die verändern sich auch ständig Und ich hab jetzt gerade vor drei Wochen mit einer Ärztin gesprochen.

00:17:41: Ich war auf dem Treffen der Selbsthilfegruppe und sie hat gesagt, es ist einfach so ... Es liegt daran, dass eben der Dünndarm ein anderes Mikrobiom hat wie der Dickdarm, und daran liegt das Problem.

00:17:55: Ich habe aber einen Labor gefunden, den das Mikrobiome untersuchen kann, dann auch für mich speziell Medikament oder Pulver herstellen können.

00:18:07: Das war vielleicht in dieser Richtung einiges tun können und dass sich es vielleicht dann auch verändert oder verbessert.

00:18:14: Also ja, es ist ein ständiges Ausprobieren und gucken was so'n bisschen das Problem ist, dass mir einfach Elektrolyte fehlen.

00:18:22: also ich muss halt Magnesium nehmen Ich muss Vitamine zusätzlich nehmen Ich kann Vitamin D ganz schlecht aufnehmen Ich nehm das wirklich hochgradig dazu, auch wenn ich in der Sonne bin.

00:18:36: Auch wenn ich draußen bin.

00:18:37: es reicht nicht aus und das sind einfach Dinge die muss man wissen und damit kann man umgehen.

00:18:44: Ich find's unglaublich zu was der Körper so in der Lage ist weil im Grunde wurde dir ja einen Schritt in der Verdauung entnommen und trotzdem funktioniert.

00:18:57: der Körper stellt sich so um und funktioniert trotzdem weiter.

00:19:00: Das ist doch Wahnsinn!

00:19:02: Also, es ist wirklich der Wahnsinn.

00:19:05: Wenn ich das gerade drüber nachdenke und du's auch so sagst ... Ja?

00:19:07: Es ist ja Wahnsinn!

00:19:12: Die Ärzte sagten mir bei der Operation nach drei Jahren wird sich das alles eingestellt haben.

00:19:20: Es dauert ein bisschen, aber man gewöhnt sich auch dran.

00:19:25: Man stellt sich wirklich darauf ein.

00:19:29: Du hast vorhin gesagt, dass du in der Zeit, also sagen wir mal die twenty-fünf Jahre zwischen achtundneunzig und dreiundzwanzig, das du gearbeitet hast.

00:19:40: Dass du dich auch selbstständig gemacht hast?

00:19:42: Wie war dein Leben?

00:19:44: Das war ein Leben im Hamsterrad!

00:19:48: Ja... Also ich hatte schon immer den Wunsch mit Frauen zusammenzuarbeiten und Frauen einen Weg zu geben über die Arbeit sich zu finden, ihr Selbstwert zu finden und hatte dann angefangen... ich muss vorne anfangen.

00:20:08: Ich war früher im Labor als medizinisch-technischer Assistentin und das habe ich einfach nicht mehr gepackt.

00:20:14: Es hat mich einfach psychisch fix und alle gemacht.

00:20:19: Ich hab mit so vielen Menschen in einem Raum gearbeitet.

00:20:22: also Es war furchtbar, es waren Mobbing und auch die ganzen Routinen.

00:20:27: An sich ein schöner Beruf aber das war nicht mehr meins.

00:20:30: Und halt auch Schichtarbeit und so Sachen packe ich einfach nicht mehr.

00:20:39: wurde für mich halt alles so organisiert, dass ich meine festen Arbeitszeiten hatte.

00:20:43: Das gab dann aber Stress im Team und es war nicht mehr das was ich gesagt habe, das bin ich und ich wollte auch irgendwie etwas anderes machen.

00:20:51: Ich hab gemerkt da gibt's noch mehr.

00:20:55: Dann hab' ich eine Weiterbildung gemacht zur Webdesignerin.

00:21:00: Die zweitausend kam ja die ersten Berufe wie Mädchengestalter Und dann habe ich mich da weitergebildet und hab mich damit nach meiner Scheidung auch selbstständig gemacht.

00:21:15: Ich war zwischenzeitlich verheiratet, hab mich dann auch scheiden lassen und hab dann irgendwann gestanden und gesagt okay irgendwas musst du ja jetzt machen!

00:21:23: Du hast doch mal was gelernt!

00:21:26: Dann habe ich mir die klassische Sache in der dreißig Quadratmeter Wohnung unserer Brücken selbstständigt gemacht Mit damals null Selbstwert.

00:21:37: Also ich ... Es war das Krauen für mich, den Telefonhörer in die Hand zu nehmen und so sagen, ja?

00:21:43: Ich mach jetzt das und das braucht ihr meiner Dienstleistung!

00:21:46: Ich kann euch da und da

00:21:46: helfen.".

00:21:47: Es war dass Krauen.

00:21:49: Habs dann über irgendwie durchgezogen?

00:21:51: Habt dann auch wirklich sehr viel Begleitung gehabt oder Unterstützung gehabt?

00:21:56: Und hab dann ... Versucht auch Frauen ins Berufsleben zu integrieren, habe dann mit drei oder vier Frauen ... die waren in meinem Team.

00:22:07: Die wollte ich ausbilden.

00:22:10: Das hat aber leider alles hinten und vorne nicht funktioniert wie es mir vorgestellt habe.

00:22:16: Dann musste ich die entlassen, dann habe ich alleine weitergemacht Und bin über den Weg, weiß ich ja auch nicht irgendwie Ich kann sagen zur Werker-Holligerin geworden Und das war für mich nur noch Beruf, es waren nur noch Termine.

00:22:31: Es war nur noch ich muss... Ich habe nur noch dafür gelebt.

00:22:34: Sonst gab's fast gar nichts mehr.

00:22:38: Bis Oktober XXIII, wo ich dann irgendwann merkte, da gibt's noch was anderes.

00:22:46: Das heißt dein Körper hat den Stoppschild hingehalten?

00:22:49: Ja, Richterchen gehalten ja total.

00:22:53: Also die Diagnose Bekamen wollte ich auch die erst nicht annehmen.

00:22:59: Ich war Donnerstag zum MRT und der Arzt sagte mir schon, da ist nur Raumforderung ... So nennt sich das immer Raumforderungen.

00:23:10: Es muss nichts Bösartiges sein, es kann was Gutartiges besprechen so dass mit ihren Gynäkologen.

00:23:16: Wir wollten Freitags in Urlaub fahren.

00:23:18: Ich bin zu meinem Mann und hab gesagt du wir können in Urlaub fahren, ist alles okay.

00:23:23: Obwohl du wusstest, dass es nicht in Ordnung ist?

00:23:26: Ja, ich habe das nicht gehört.

00:23:28: Ich wollte das nicht hören!

00:23:30: Und bin nun aber noch ins Büro und hab dann noch meine Arbeit gemacht... ...und dann hat ich mit meinem Arzt gesprochen.

00:23:41: der hat dann das MRT Ergebnis also diesen Befund gehabt und er hat gesagt da ist nichts in Ordnung.

00:23:48: Dann habe ich abends, das war dann Donnerstagsabend, im Büro alles ausgeschaltet.

00:23:53: Hab die Schalusien runtergemacht und hab meiner Freundin eine WhatsApp-Narrricht geschickt und gesagt, zu der wollte ich am nächsten Tag zur Massage.

00:24:00: Da habe ich gesagt, ich glaube in dieses Büro komme ich so schnell nicht wieder.

00:24:05: Ich weiß nicht wie es weitergeht aber es wird sich was ändern Und in dem Moment war mir klar, es wird alles anders werden.

00:24:14: Ich hab die Diagnose immer noch nicht richtig wahrgenommen gehabt.

00:24:18: Das kam dann erst mehr oder weniger im Urlaub.

00:24:23: Dann bin ich wirklich ein Segelurlaub und das war auch gut so ... Ja genau aber ich wollte's nicht wahrhaben.

00:24:32: Warum wurde denn das MRT überhaupt gemacht?

00:24:36: Ich hatte eine Züste am Eierstock die einfach gewachsen war und die wurde ständig kontrolliert.

00:24:45: Und ich hatte auch da ein Glücksengel, ich war dann bei verschiedenen Gynäkologen und die einen haben gesagt das muss man operieren und die anderen haben gesagt nee wir beobachten es weiter weil ich die Angst hatte wenn man mich operiert dass man meinen Pouch verletzt und wenn man den verletzst ist dann bekommen mich ein Stoma und das wollte ich nicht haben.

00:25:10: also habe ich gesagt Es muss ja irgendeinen Weg geben, damit zu Recht zu kommen.

00:25:14: Und die Zürste wurde mal größer und war kleiner und dann hatte ich von einem Gynäkologen erfahren und hatte bei dem Binnen von vier Wochen an Termin bekommen was sehr fast unmöglich ist mittlerweile.

00:25:27: Ich bin da hin und da war die Hölle los.

00:25:31: Also ich weiß gar nicht wie lange ich alleine gewartet hatte dass ich mich anmelden konnte.

00:25:37: Ich muss ja arbeiten, ich gehe jetzt nach Hause.

00:25:39: Ich hole mir einen anderen Termin und es war etwas in mir.

00:25:42: also meine Füße waren angewurzelt die waren wirklich an dieser Praxis angewürzelt und ich konnte nicht gehen.

00:25:48: habe ich dann gefragt irgendwann wie ich an die Reihe kam erst dauert maximal eine Stunde länger.

00:25:53: müssen sie mich warten hab ich gedacht ja dann mache ich das halt.

00:25:57: Ja dann kam ich zur Untersuchung und da hat der Gynäkologe die Hände über dem Kopf zusammengeschlagen und gesagt so was hat er noch nie gesehen.

00:26:06: Und dann war es halt nicht nur die Züste, sondern irgendein Tumor gewächst.

00:26:12: Keine Ahnung was in mir.

00:26:14: und ich habe immer wieder gesagt Nee, nee das ist die Züsse nie nie Das ist mein Darm nie nie das kann nicht sein.

00:26:19: und dann hat er gesagt sofort zum MRT.

00:26:24: Dann haben wir dann mittwochs nachmittags kein Termin mehr da bekommen.

00:26:28: und dann hab ich dann nachts morgens zu meinem Mann gesagt wo soll ich denn machen?

00:26:32: Und dann hat er dann gesagt, komm geh doch zum MRT.

00:26:35: Dann ist das abgeklärt und kann mal beruhigt in Urlaub fahren.

00:26:38: Ja und da bin ich rausgekommen und hab gesagt ja alles gut wir können fahren.

00:26:44: Und danach hast du gesagt wart ihr auch beim Segelurlaub?

00:26:48: Ja genau!

00:26:49: Ich hatte es dann alles abgeklärt.

00:26:51: Und dann haben wir gesagt, ich fahre noch damit ich mich ein bisschen erholen kann... ...und noch ein bisschen Kraft schöpfen kann.

00:26:59: Das war auch sehr gut für mich.

00:27:01: War auch sehr schön bis ich dann auf dem letzten Tag so Rückenschmerzen bekam.

00:27:07: Und ich dachte, ich wäre irgendwie... Ich hätte mich irgendwie falsch bewegt was immer sehr schnell auf einem Segelboot passieren kann und das wär irgendwie, weiß ich nicht, Ishiyas oder keine Ahnung, was?

00:27:19: Dann hatte aber der Tumor so groß geworden dass ich eine Nierensteuerung hatte Auf beiden Seiten.

00:27:28: Ja auch dass keiner den Moment wusste.

00:27:31: Das hat dann auch noch mal eine Woche gedauert, bis klar war was es ist.

00:27:36: Was aber im Nachhinein mein Glück war, weil ich dann werden so Hahnleiter schienen gelegt und die entlasten dann die Nieren.

00:27:47: Und das war sehr gut für meine Operation, weil der Operateur praktisch die Sohnleiter fühlen konnte, weil er da Metall oder irgendwas drin war, was fest war und ich daran nicht verletzt worden bin.

00:28:00: Am Ende alles gut, aber das mal so zu verstehen in diesem Moment war schon schwer.

00:28:12: Du bist aus dem Urlaub wiedergekommen?

00:28:13: Du hattest diese Rückenschmerzen und wusstest du denn schon ... Also ich meine, war das vorher schon klar dass der Tumor so groß ist, dass du da auch eine größere Operation brauchst?

00:28:26: Ja ja, das war den Moment klar.

00:28:28: also das war mir klar.

00:28:32: Ich war dann auch direkt in dieser Woche in der Uni, in Mannheim.

00:28:36: Weil ich mich erst mal erkundigen wollte, wo ich mich operieren lasse.

00:28:41: Obwohl wir eine große Uni bei uns haben im Saarland ... Mir wurde da Mannheim empfohlen und war ich da.

00:28:47: Die haben gesagt, ja, wir müssten gucken.

00:28:51: Wir würden das halt so machen, dass wir den Tumor rausmachen.

00:28:54: Dann gucken wir, ob wir die Gebärmutter rausmachen, Eierstärke was wir alles machen müssen.

00:28:59: Also wir würden das halt Schritt für Schritt machen.

00:29:01: Wir würden halt nichts alles machen und es wird ja immer so ein Schnellschnitt gemacht, wo dann geguckt wird ob das schon bösartig ist oder nicht.

00:29:11: Dann habe ich mich gegen die Uni Mannheim dagegen entschieden Und dann bin ich im Prinzip als Notfall in die Uni nach Hamburg gekommen was auch wieder mein Glück war und ich dann in super Händen war durch alles so eine Entzündung auch im Körper hatte, dass die mich erst gar nicht operieren konnten.

00:29:30: Und dann musste ich mit Antibiotikatherapie und alles erstmal gucken, das die Entzindung rausgegangen ist.

00:29:36: Dann hat sie es hingezogen bis zum sechsten November und dann bekam ich ... also dann wurde ich operiert ja... und dann wurde aber alles total alles weg!

00:29:45: Also die Gebärmutter?

00:29:46: Die Eileiter?

00:29:48: Eierstöcker, ja.

00:29:49: Wie heißt das?

00:29:52: Lymphzüsten?

00:29:53: Lymphdrüsen Ach gut.

00:29:57: Das heißt, das war richtig eine Operation mit Bauchschnitt und so weiter?

00:30:01: Mit Bauchsschnitt ja.

00:30:02: Genau ich habe schon den Bauchschritt gehabt von der ersten Operation.

00:30:06: Und er wurde jetzt nochmal vergrößert.

00:30:08: also das geht bis hoch

00:30:10: zum Brustbund.

00:30:10: Also bis kurz unter die Rücken.

00:30:12: Ja genau.

00:30:14: Und nachdem du dann diese Operation hinter dir hattest... wie ging's dir denn?

00:30:19: Ich... mir ging es mehr.

00:30:22: Mir ging es körperlich... wie soll ich das sagen?

00:30:26: Ich hatte über acht Kilo abgenommen.

00:30:29: Das war die eine Seite, ich konnte durch die ganzen Therapien also an die Bibliotika reagierte halt extremst darauf durch meinen fehlenden Darm.

00:30:38: Ich habe mich dann wochenlang nur wirklich von Karottensuppe geriebenen Äpfel und Haferflocken ernährt.

00:30:43: Ich konnte fast nichts mehr essen.

00:30:47: Ich war ziemlich... ja, ich war total geschwächt!

00:30:51: Wusste aber, ich ... Also, ich bin halt so ein Bewegungstyp.

00:30:56: Ich bin dann wirklich über Spazieren gehen.

00:30:59: Natur bin ich dann ja so ein bisschen zu Kräften gekommen, dass ich halt dann, ich wusste dann halt relativ schnell, dass sich eine Chemotherapie brauche.

00:31:08: Ach auch noch?

00:31:09: Ja!

00:31:10: Dann wusste ich halt okay guck das du zur Kräfte kommst, dass du denn diese Chemotherapien gut packst.

00:31:16: Ja im Nachhinein muss ich sagen Ich hab nur noch funktioniert.

00:31:20: dann an dieser Zeit, weil ... Dann geht das Ganze los.

00:31:25: Chemotherapie, dass dies jenes ... Port legen.

00:31:30: Hier war was da was.

00:31:31: Wo will ich hin in die Chemotherapien?

00:31:33: Was wird gebraucht und... Es war halt auch echt eine stressige Phase.

00:31:38: von daher ... Habe ich aber trotzdem versucht mir ganz viel Ruhe zu gönnen, wo es irgendwie auch nur ging.

00:31:45: Also ich habe halt ja ... viel im Bett gelegen, es ging ja halt doch teilweise gar nichts.

00:31:51: Also ich weiß, wie ich nach der Operation zurückkam... Ich bin gar nicht in der Küche an diese Oberschränke dran gekommen.

00:31:59: Ich konnte mir gar nichts da oben runterholen.

00:32:00: das ging gar nicht weil ich konnte mich gar nicht strecken Spülmaschine ausräumen Da habe ich einen Teller in die Hand genommen Das ging alles gar nicht mehr!

00:32:08: Es war schon... Ja,

00:32:10: ja... Ach Gott Wenn du dich in diesen Gesprächen wiedererkennst und merkst dass sich dein Blick auf deinen Körper verändert hat Dann gibt es bei mir einen Raum dafür.

00:32:22: Zurück zu dir ist ein kostenloser Zoomabend für Frauen nach einer Krebserkrankung, ein geschützter Raum in dem genau das Platz haben darf – deine Gedanken, deine Gefühle, dein Körper!

00:32:35: Wenn du dabei sein möchtest findest du alle Infos über den Link in den Shownotes.

00:32:42: Und wie lange hat das dann gedauert bis du wieder halbwegs zu Kräften gekommen bist um mit der weiteren Therapie starten zu können?

00:32:50: Ich bin, haben wir der Therapie Anfang Januar gestartet.

00:32:54: Hat das ja auch nur vier Wochen ungefähr?

00:32:57: War nicht

00:32:57: lange.

00:32:59: Nee, es war wirklich nicht viel.

00:33:03: Also die Uniklinik in Homburg, wo ich operiert worden bin, die wollten nämlich sogar vor Weihnachten schon in die erste Chemotherapie stecken sag' ich mal.

00:33:12: Ich hab mich aber dann dagegen entschieden und habe das bei uns vor Ort in den Chemoambulanzen.

00:33:19: Und die haben das dann auf Anfang Januar geschoben, was auch gut war damit ich ein bisschen Luft holen konnte.

00:33:25: Vielleicht wäre sogar eine Reha für mich sehr gut gewesen aber irgendwie habe ich mich zu Hause erholt.

00:33:33: Ja und dann hast du dich Chemotherapie gehabt.

00:33:36: wie lange gegen das?

00:33:37: bis zum Sommer?

00:33:39: Von Januar bis Mitte April bis zum achtzehnten April von sechs Zyklen.

00:33:47: Und du hattest ja gesagt, der Tumor war in einer Gebärmutterwand.

00:33:51: Was war das für ein Tumore?

00:33:52: War es deinem Gebärmutterkörperkrebs?

00:33:54: oder wie nennt man das?

00:33:56: Wie nennt mal das denn?

00:33:57: Ich weiß das jetzt gerade!

00:33:58: Also ja, Gebärmutte... also aus der Gebärmotherwand war er rausgewachsen.

00:34:03: Ja, Gebäermutterkrebs.

00:34:05: Ja

00:34:07: und hatte der schon gestreut?

00:34:09: Der war am Darm angewachsen Und das konnten sie aber ganz gut abtrennen, was sie aber nicht gewusst haben.

00:34:19: Sie haben halt gesagt, sie haben makroskopisch alles weggemacht, was wir wegmachen konnten.

00:34:22: Das weiß dann keiner, was mikroskopische ist.

00:34:27: Es gibt ja auch noch so ein Bauchfell, wo so Lymphdrüsen drin sind.

00:34:32: Das haben sie auch rausgemacht weil gerade da die Gefahr ist dass es dahin streut.

00:34:38: Jetzt aktuell war ich im MRT.

00:34:40: Ich warte jetzt wieder auf die Ergebnisse, ich klopfe mal auf Holz.

00:34:47: Okay das heißt ... Die Chemotherapie hat dann sicherlich dafür da, um im Zweifel noch irgendwelche verbliebenen Krebszellen auch zu eliminieren?

00:34:57: Genau!

00:34:58: Und wenn du sagst, du warst im April damit durch mit der Chemotherapiede wie ging dein Leben dann weiter?

00:35:05: Spannend...

00:35:08: Sehr spannend.

00:35:10: Ich habe die Phase der Chemotherapie für mich genutzt, bin fast nicht mehr rausgegangen... also ich bin noch spazieren gegangen aber es war ja dann auch diese Krippewelle die Zeit genau und ich hab gedacht ich brauch mir jetzt nicht nur eine Kripper einzufangen und habe mich einfach in mein Zimmer verkrümelt auf meinen Schaukelstuhl und hat mir sehr viel Ruhe gegönnt.

00:35:35: und das war sehr gut.

00:35:37: Und als ich dann fertig war, ist so irgendwie diese ... Ich hab's immer genannt raus ins Leben.

00:35:44: Ich wollte einfach nur noch unterwegs sein.

00:35:46: Ich wollt einfach nur Sonne und unterwegs sein und irgendwas halt auch in anderen Ländern.

00:35:54: Dann habe ich mir überlegt, wie könnte ich das machen?

00:35:58: Und dann war ich als allererstes mal im Lago Maggiore bei Freunden Und hab da mal ein paar Tage genossen, dann war ich lang über meiner Freundin.

00:36:07: Also ich war halt immer hier und da bis ich mit einer Freundin entschieden habe wir gehen Pilgern.

00:36:15: Oh voll schön!

00:36:15: Wir sind den Jakobsweg lang gelaufen?

00:36:18: Ein Stück.

00:36:21: Mein Wunsch war von der Haustier aus Lust zu laufen Und wir wohnen ja auch an der Grenze zu Frankreich und Metz ist von uns achtzig Kilometer weg.

00:36:31: Also zu Fuß achtzig Km.

00:36:35: Mein Wunsch war, dass wir von der Haustür zu Fuß nach Metz laufen.

00:36:40: Das haben wir gemacht.

00:36:43: War voll schön!

00:36:44: Es war ein ganz tolles Erlebnis.

00:36:48: Ich bin froh, dass ich das gemacht habe.

00:36:51: So hab' ich im Prinzip dann... Die ersten Monate, ja ich war viel unterwegs.

00:36:57: Ich war viel draußen und war dann nochmal mit meinem Mann am Lagomageur.

00:37:01: Also ich habe da einfach mal so ein bisschen das auch laufen lassen.

00:37:06: Das heißt du wolltest nach dieser schweren Zeit irgendwie das Leben wieder fühlen?

00:37:11: Ja genau.

00:37:12: Und anders fühlen.

00:37:14: Anders

00:37:14: fühlen!

00:37:15: Voll und ganz fühlen, ja.

00:37:17: Natürlich absolut!

00:37:18: Ja.

00:37:18: Und ich finde auch Natur ist ja auch super heilsam und wenn du das so für dich gespürt hast, dass es das ist was du brauchst dann wie schön, dass du dir diese Zeit auch nehmen konntest.

00:37:31: Ich bin immer draußen.

00:37:32: also wenn irgendetwas ist, dann bin ich meistens draußen in der Natur, wenn's nicht gerade hagelt und schneit.

00:37:40: Du hattest ganz am Anfang unserer Folge erzählt, dass Anfang fünfundzwanzig deine Mutter verstorben

00:37:48: ist.

00:37:49: Das heißt im Grunde ist es ja alles ziemlich schnell was da so auf dich drauf zukam.

00:37:57: also eine emotionale Riesensache folgte auf die nächste.

00:38:04: Ja ich sag's mittlerweile einer Katastrophe nach der nächsten.

00:38:09: Ja, das hat alles auch noch eine richtig emotionale Geschichte.

00:38:15: Mein Mann und ich, wir lebten zusammen ohne verheiratet zu sein.

00:38:20: Und wir haben uns in den zweiten Jahrzehnten entschieden, Heiraten zu gehen.

00:38:25: Wir sind am dreißigsten Dezember, im Lagermordschure, heiraten gegangen.

00:38:32: Also, das ist total schön.

00:38:34: Und ich muss mal kurz einwerfen?

00:38:37: Ja,

00:38:37: das is total

00:38:38: schön!

00:38:38: Aber wenn ich dir jetzt den allnundtreißigsten Dezember erzähle...

00:38:42: Ja, deswegen dachte ich, ich sag's schnell vorher.

00:38:44: Genau, aber das war richtig so.

00:38:48: Meine Mutter hat sich total gefreut und die beiden hatten nicht immer ein einfaches Verhältnis.

00:38:53: Als wir ihr das dann erzählten, da war sie total glücklich und sie sagte Na, jetzt bist du ja Offiziellmann Schwiegersohn Und ich hatte mich mit meiner Mutter in der Zeit vorher ausgesprochen, auch gemeinsam mit meinem Vater.

00:39:05: Sie freute sich so sehr und sie sagte zu mir, wieso bleibt ihr nur ein paar Tage?

00:39:11: Gönnt euch doch einfach mal eine längere Auszeit!

00:39:14: Ihr braucht doch auch mal

00:39:15: Urlaub!".

00:39:16: Und sie hat den Lagomachore geliebt genauso wie ich und hat gesagt, oh, ich wäre so gerne noch dabei und ich wünsche mir dass ich da auch mal mithin kann.

00:39:25: Das ging halt alles nicht mehr.

00:39:27: und naja gut... Am einunddreißigsten habe ich sie dann morgens angerufen, wir sind dann gerade an den See runtergelaufen und ich dachte mir meine Güte was ist mit ihr los?

00:39:39: Die ist aber komisch drauf.

00:39:42: Und die hatte eine Kopfverletzung gehabt und also die war mal auf dem Kopf gefallen und da wurde eher so einen Schand gelegt dass das die Flüssigkeit im Kopf abläuft.

00:39:53: und wenn das nicht richtig eingestellt war was manchmal der Fall war, dann hörte sie sich so anders.

00:39:58: Ob sie ja einen getrunken hätte?

00:40:01: Dann hat sie so gelallt und ich dachte mir ah ne was ist denn jetzt schon wieder?

00:40:05: Und dachte mir naja ich bin ja dann zu Hause und dann kann ich ja immer noch mit ihr zum Arzt gehen.

00:40:10: Machen wir jetzt nicht gerade wieder das nächste Fass auf einund dreißigzeit zwölf Tage beobachten?

00:40:14: mal rufen Sie heute Mittag nochmal an.

00:40:17: Ja!

00:40:18: Ich war die Letzte, die mit ihr gesprochen hatte.

00:40:20: Wir hatten aufgelegt und die hatte eine Hirnblutung.

00:40:24: Nein Und zum Glück waren meine Eltern gerade ein halbes Jahr im betreuten Wohnen.

00:40:32: Sie waren am Empfang und es waren dann auch sofort Pflege, alles da.

00:40:36: Dann ist sie in die Neurologie gekommen und sofort ins Koma gelegt.

00:40:44: Also sie konnte nur noch zu meinem Vater sagen mir wird schlecht und das war's!

00:40:48: Dann habe ich mit meinem Mann gesprochen und haben gesagt, dann gehen wir jetzt einfach mal fragen ob wir unser Zimmer verlängern können.

00:40:54: Machen wir doch das Wahl was meine Mama sich gewünscht hat?

00:40:58: Und er wollte mir ein paar Tage länger bleiben.

00:41:01: Wir sind aufgestanden und im Moment kam der Anruf um meinen Vater.

00:41:05: Und dann war mir im Prinzip was mir klar was ist und jeder hat mich dann versucht zu beruhigen bleibt mal ruhig du weißt es ja noch gar nicht es kann sicher alles ändern.

00:41:17: Aber ich glaube als Tochter spürte man, was los ist und ich hatte es gespürt.

00:41:23: Dann habe ich gesagt, ich möchte jetzt sofort nach Hause fahren.

00:41:25: aber das haben wir dann gesagt, nee komm!

00:41:28: Es bringt ja jetzt nichts an die Nacht rein zu fahren.

00:41:31: und dann hab' ich mit dem Arzt gesprochen und habe ihn gebeten egal was ist, dass er halt sie versucht so lange am Leben zu halten bis ich da bin.

00:41:41: Das hat dann auch alles funktioniert und sind wir am ersten Januar wieder zurückgefahren.

00:41:45: Und dann kam halt echt Hammer, hatte vierzehn Tage.

00:41:48: Die waren Hammer hat dann... Ich frag mich heute noch wie ich das geschafft habe.

00:41:59: Wusste dann aber, ich hab endlich eine Reha genehmigt bekommen.

00:42:04: Und ich hatte dann an... wann war das?

00:42:06: Mitte Februar oder irgendwann wusste ich, ich kann ein Reha.

00:42:09: Da wusste ich, da hab' ich dann immer darauf hingearbeitet.

00:42:12: Dass sich drei Wochen mal nichts mehr sehe und mich wirklich erholen kann.

00:42:16: Ich glaube deswegen habe ich es auch gepackt.

00:42:18: Ja weil du dich auf etwas freuen konntest oder auf etwas hinarbeitet hast?

00:42:23: Genau!

00:42:23: Und war das so, dass dir die Reha gut getan hat?

00:42:26: Ich könnte mir vorstellen, dass du ja da sicherlich noch mit einem Trauerprozess warst.

00:42:34: Die Beerdigung war dann ein paar Tage vorher.

00:42:37: Ich war im totalen Trauerprozess, aber es war gut für mich.

00:42:42: Es war richtig gut, weil ich mir einfach alles zur Seite legen konnte und auch so mein Programm hatte und also total tolle Frauen kennengelernt habe.

00:42:57: Ja, das war total gut.

00:42:59: Ich glaube es war auch wichtig, dass ich den Abstand zu meinem Vater dann hatte damit wir beide unseren Weg gehen konnten erst mal die ersten Wochen.

00:43:07: Nee, ich muss sagen, die Reha hat mir gut getan.

00:43:09: Das war genau richtig und ... Ich hab viel Sport gemacht und bin so richtig in eine Power gekommen Und sie mussten immer alle über mich lachen!

00:43:16: Ich war überall die Powerfrau.

00:43:21: Sie haben mich alle gefragt wo ich diese Kraft hernehme.

00:43:24: Und weißt du wo du diese Kraft hier nimmst?

00:43:27: Ich weiß es nicht, ich kann's nichts sagen.

00:43:30: Ich bin es scheinbar!

00:43:36: Okay so hat dein letztes Jahr angefangen.

00:43:37: das heißt dass ist jetzt auch wahrscheinlich das was dir dann auch immer irgendwie mit deinem Hochzeitstag verknüpft.

00:43:43: wie traurig?

00:43:45: Ja also es war ja jetzt... der erste Hochzeitstag und ich konnte ihn genießen.

00:43:53: Es war echt okay.

00:43:54: was ich nicht machen konnte, also Sylvester wollte.

00:43:57: Ich habe gesagt, ich will nichts sehen und nichts hören.

00:44:01: wie das dann in Zukunft weiß ich nicht.

00:44:03: Ich weiß nicht mehr ob ich diese Partys und Freunde noch haben möchte.

00:44:08: an diesem Tag ist es aber auch okay.

00:44:10: Also es ist mittlerweile ok.

00:44:13: ja das Schlimme oder will soll ich sagen?

00:44:15: Also ich hab halt noch im Januar Geburtstag und ich habe immer wieder im Bett gesagt, Mama bitte, bitte nicht am Geburtstag.

00:44:23: Bitte geh nicht an meinem Geburtstage!

00:44:26: Es hat sie mir wirklich wahrgemacht.

00:44:28: wir haben dann auch noch zusammen mein Geburtstag gefeiert.

00:44:31: also ich war dann bei ihrem Zimmer an diesem Tag und ja sie ist dann drei Tage später dann gegangen.

00:44:39: das war total wichtig für mich.

00:44:42: es ist echt eine harte Zeit.

00:44:44: also es ist wirklich... Sie hatte selbst am siebenzwanzigsten zwölften Geburtestag.

00:44:50: Es ist Weihnachten, es ist ihr Geburtstag.

00:44:52: Es ist mein Hochzeitstag... Es ist alles in vier Wochen ein Auf und Ab!

00:44:58: Also wirklich, das ist emotional Wahnsinn.

00:45:02: Wie gehst du denn damit um?

00:45:04: Du hast ja eben schon gerade gesagt, dass du irgendwie doch die Powerfrau bist.

00:45:08: Hast du psychologische Hilfenanspruch genommen oder...?

00:45:13: Ja, ich habe sowieso vorher schon ehrenamtlich für dich Saarländische Krebsgesellschaft ein bisschen gearbeitet.

00:45:20: Ich hatte sie so ab und zu unterstützt bei ihrer Webseite, von daher wusste ich von Ihnen und habe mich auch im ersten Augenblick sofort an Sie gewandt und war dann in einer Superberatung, mache aber noch zusätzlich jetzt eine andere Therapie und es gibt ja da noch andere Themen zum Aufarbeiten und zum Verarbeiten.

00:45:46: Die Therapie ist mein Weg in meinen Herz, also der Weg zu mir selbst.

00:45:50: Und ja genau ... Also ohne das würde es nicht gehen.

00:45:55: Du begleitest auch andere Frauen auf ihrem Weg?

00:45:59: Ist das aber auch... Zumindest sieht für mich von aus und so aus als wäre das auch für dich ein Stück Selbstteilung.

00:46:06: Ist das so?

00:46:07: Genau!

00:46:08: Ja, absolut.

00:46:10: Absolut.

00:46:11: Also ja, ist es.

00:46:15: Wie bist du dazu gekommen, andere Frauen zu begleiten?

00:46:18: Also bis da irgendwann mal jemand an dich ran getreten hat gefragt oder wie bist du darauf gekommen.

00:46:24: Nee es war also es war wirklich schon das fing also zweitausend schon an weil das so irgendwie mein Herzenswunsch mit Frauen zusammenzuarbeiten weil ich irgendwen mir gespürt habe dass ich so viel durch habe und das möchte ich gern weitergeben Und hab da ja halt meinen Weg gesucht und mal mehr oder mal weniger.

00:46:47: Ja, dreiundzwanzig war mir dann klar okay jetzt fängst also jetzt setzt du diesen Wunsch um, jetzt fangst du da an?

00:46:54: Wie ich natürlich bin habe ich sehr große Ziele und sehr große Ideen und viele Ideen bis ich über die letzten zwei Jahre gemerkt habe das muss gar nicht viel sein Das kann auch um ganz ruhigen, um stillen sein und habe dann über den Weg immer wieder mich auch gefunden.

00:47:15: Vor allen Dingen welche Fähigkeiten ich habe und was sich weitergeben kann und dass das gar nicht viel sein muss sondern dass es auch einfach nur mal ein Gespräch sein kann oder ja verschiedene andere Dinge sein können.

00:47:28: Es muss nicht viel und es muss nicht im Außen sein.

00:47:32: Und das gibt mir Kraft weil ich auch in jeder Frau etwas finde was auch ich bin.

00:47:38: Und wir uns auch gegenseitig manchmal diese Kraft geben und ich auch ganz tolle Rückmeldungen dann bekomme oder auch mal umgekehrt, wo ich dann sage, was soll ich denn damit jetzt machen?

00:47:50: Und dann bekomm' ich dann auch so wie gestern Morgen war ich im Fitnessstudio dann und war eine Teilnehmerin mit der ich letzte Woche etwas unternommen hatte und dann guckt sie mich an und sagt, du musst das nicht machen!

00:48:02: Guck nach

00:48:02: dir!".

00:48:03: Alleine so ein Satz tut dann auch mir gut.

00:48:05: Und also dieses, wie wir dann verbunden sind und weil wir ja auch einfach total viel voneinander wissen, das tut total gut.

00:48:14: Also

00:48:15: du liebst die Arbeit mit Frauen genauso sehr wie ich?

00:48:18: Ja genau!

00:48:19: Ich glaub deswegen sind wir zusammengegangen.

00:48:22: Es gibt doch keine Zufälle.

00:48:27: Wie geht es dir denn körperlich Anja jetzt?

00:48:30: Mal so mal suchen Es ging mir auch jetzt schon fasenweise besser.

00:48:36: Ich merke einfach, dass meine Therapie die ich aktuell mache sehr anstrengend ist und das ist ja... ich sage immer so es ist Zwiebelschicht für Zwiebelschicht abarbeiten und da gibt's einfach auch Fasen diese sehr körperlich anstrendend sind Und ich gönne mir aber auch diese Ruhe.

00:48:57: Ich habe meinen eigenen Tagesrhythmus entwickelt der ziemlich anders ist wie andere Und ich versuche das zu machen, was mein Körper mir sagt und was es mir gut tut.

00:49:08: Wenn mein Körper jetzt sagt, ich will heute nicht, dann lege ich mich einfach mal ins Bett oder setze mich auf meinen Schaugestuhl oder in die Sonne und mache mal nichts ohne Entspannung oder Versuche zu entspannen.

00:49:18: Das gibt mir Kraft.

00:49:20: Ich bin weggegangen von diesem.

00:49:23: Ich muss in allen Richtungen Ja, ich bin so ein bisschen... wie soll ich sagen?

00:49:29: Es wird ja auch bei Krebstherapien unheimlich das Bewegung und Sport wichtig ist.

00:49:34: Ich bin dieser Bewegungstyp, wie schon mal gesagt habe, ich liebe meinen Sport.

00:49:39: aber ich achte auch da drauf jetzt und setze mich nicht mehr unter Druck und sage ich muss noch Joggen gehen, ich muss jetzt noch Walken gehen oder noch in die Muki-Bute gehen.

00:49:47: Ich mache in den letzten Wochen das was mir gut tut Und das gibt mir wiederum wenn ich mentale Kraft habe, habe ich auch wieder körperliche Kraft.

00:49:57: Also da merke ich jetzt gerade schon einen Zusammenspiel und eine Veränderung.

00:50:02: Das ist auch schön dass du diese Zeit hast.

00:50:06: Weißt du?

00:50:06: Ich glaube das ist ja auch nicht selbstverständlich, dass du die Zeit hast in dich hinein zu spüren was du gerade brauchst.

00:50:13: Ja, also die Selbstständigkeit hat ein Plus- und ein Minus wie alles im Leben.

00:50:20: aber dadurch dass sich Homeoffice machen kann kann ich halt auch vieles zuhause dann arbeiten, wenn es mir danach geht.

00:50:27: Klar, wenn... Also Ich hab jetzt gerade das Team neu aufgebaut weil alleine packe ich das ja nicht mehr und möchte es auch nicht mehr packen.

00:50:35: Dadurch kann ich mir meine Meetings oder meiner Treffen aussuchen Und da nicht ein Angebotsschreibe.

00:50:41: Das kann ich auch heute Nacht machen, wenn's mir nachgeht.

00:50:44: Ich versuche wirklich aus diesem Ich muss rauszukommen Aus diesem Hansterrad rauszugehen und das sind Stellenweise sind das Wirklich harte Phasen, weil du brichst dir auch die Kontrollungsstück auf.

00:50:57: Absolut und das ist ja glaube ich für viele Frauen total schwer, ne?

00:51:04: Ja es ist total schwer.

00:51:07: Aber dass der ansichtste Weg kann dich.

00:51:10: Würdest Du denn sagen, dass Du jetzt so eine gewisse Lebenszufriedenheit empfindest?

00:51:19: Ja!

00:51:19: Die kommt.

00:51:20: Es wird langsam... Ja.

00:51:23: Also ich bin sehr beeindruckt von dir, ich finde es unglaublich was du in den letzten Jahren so erlebt hast.

00:51:32: Wahnsinn dass du trotz allem so... also du strahlst eine unheimliche Ruhe ausfindest.

00:51:37: Echt?

00:51:38: So wie du sprichst und so ja das ist total angenehm dir zuzuhören.

00:51:42: Gibt es etwas lieber Anja was du vielleicht jetzt noch der ein oder anderen Hörerin mit auf den Weg geben möchtest?

00:51:48: Ja vieles!

00:51:51: Schieß los.

00:51:57: Ich finde es total wichtig zu lernen auf den eigenen Körper zu hören.

00:52:04: Auch wenn das noch so hart ist, ja also ein Stück auch weg von dem im Außen zu leben sondern wirklich in sein Herz zu gehen die eigene Kraft zu spüren und sich zu vertrauen.

00:52:21: Ich glaube, das was ich jetzt auch die letzten Monate gelernt habe, anfangen zu kommunizieren.

00:52:26: Auch über die Gefühle und da keine Angst zu haben und die Angst in dieser Richtung ein Stück loszulassen.

00:52:34: also ich hab ganz viel einfach so in mich rein gefressen kann ich sagen um mich dann gewundert warum außen nichts funktioniert.

00:52:44: Und ich sage es oft, das ist wie so ein Weg aus dieser Beklemmung rauszugehen und es geht echt nur über Kommunikation.

00:52:50: Und dass sagen was man empfindet, was man fühlt und was man braucht.

00:52:54: Und da auch wirklich mal einen Stück an sich zu denken.

00:52:57: Das ist kein Egoismus!

00:52:58: Es ist das Gegenteil.

00:53:02: Wobei man sich ja auch ein Stück weit verletzlich macht wenn man offen und ehrlich kommuniziert also mit sich selbst aber auch mit seinem Umfeld.

00:53:12: Ja, ich weiß.

00:53:13: Das war auch immer meine Angst, warum ich das nicht gemacht habe.

00:53:17: Also natürlich sollte man aufpassen wem und was man jetzt nicht jedem auf der Straße das sagen.

00:53:23: Ich erlebe gerade das komplette Umgekehrte dass es für mich ein Schutz eine Sicherheit ist.

00:53:29: Ich erlebe wirklich die Sachen, die ich sage sich ganz viele Verhältnisse im Außen verändern zum Positiven und dass ich ernst genommen werde.

00:53:40: Es ist wie wenn, dass ich mich selbst ernst nehme, dass sich das auch im Außen dann

00:53:44: zurückbekomme.".

00:53:46: Ja wahrscheinlich ist es nur die Angst, was man befürchtet aber die Angst ist gar nicht so richtig real?

00:53:56: Ja genau, also ich hatte ein sehr schwieriges Verhältnis mit meinem Vater und ich habe jetzt vor ein paar Wochen angefangen auch mit ihm zu reden und es hat sich komplett verändert.

00:54:09: Also er nimmt mich ernst.

00:54:11: Und auch, ich meine natürlich muss niemand sagen also alle die durch diese Phase durchgehen wissen was auch eine Beziehung darunter leitet oder wie eine Beziehung drunter leidet.

00:54:22: das war natürlich bei uns auch so und es hat sich angefangen zu verändern.

00:54:27: ja seit ich über mich spreche weil wie soll mein Mann sich fühlen wenn ich plötzlich vom Tisch aufspringe vom Frühstück verschwinde und mich ins Bett lege?

00:54:36: Was soll er denn mit mir machen?

00:54:38: Und jetzt, wo ich einfach nur sage du mir geht es total beschissen.

00:54:41: Ich brauche jetzt meine Ruhe.

00:54:43: Lass mich jetzt einfach in Ruhe und das funktioniert.

00:54:48: Da kann er auch mit mir was anfangen.

00:54:49: oder ja... Ich hatte natürlich noch das Verhältnis dass ich mit meinem Mann auch noch zusammen die Firma habe.

00:54:57: Was ist dann noch ein Stück komplizierter macht?

00:55:01: Auch da muss einfach geredet werden.

00:55:03: Ja finde ich ganz wichtig.

00:55:06: Liebe Anja Ich danke dir von Herzen für dieses offene Gespräch und ja, für alles was du mit uns geteilt hast.

00:55:15: Wenn Du liebe Hörerin selbst von einer Krebserkrankung betroffen bist dann möchte ich Dir noch etwas mitgeben!

00:55:23: Am fünften Juni findet mein sechstes schön und stark Foto-Event statt.

00:55:28: An diesem Tag kommen Frauen zusammen die ähnliche Erfahrungen gemacht haben.

00:55:33: Gemeinsam entstehen Gruppenbilder und Einzelporträts in der Natur begleitet worden Gesprächen, Begegnungen, Make-up und Styling gut im Essen.

00:55:44: Und ganz viele Momente die oft noch lange nachwirken.

00:55:47: Alle Infos zum Foto-Event findest du auf meiner Website.

00:55:50: ich verlinke das natürlich in den Shownotes.

00:55:53: Dir lieber Anja danke ich von Herzen für dieses offen und ehrliche Gespräch und ich wünsche dir alles alles Gute!

00:56:00: Vielen Dank.

00:56:02: Ich hoffe sehr dass auch diese Folge für dich wertvoll war und Du einige Dinge für Dich selbst mitnehmen konntest.

00:56:08: Auch www.franciska-günder-fotografie.de findest du mehr über mich

00:56:12: und meine

00:56:13: Arbeit.

00:56:14: Informiere dich gerne zu schön und stark ein Fotoprojekt für Frauen mit oder nach einer Krebserkrankung, den schönen und stark Einzelschutings, dem Podcast Lebe Selbstvoll und weitere Projekte die Frauen auf ihrem Weg stärken!

00:56:28: Teile gerne diese Folge mit deiner Familie und deinen Freunden und hilf so dabei, dem podcast lebeselbst voll weiter in die Welt zu tragen.

00:56:36: Lass mir auch supergerne fünf Sterne da und teile deine Gedanken und Erfahrungen zu dem Thema auf Instagram et Franziska Günther Fotografie mit mir.

00:56:44: Ich wünsche dir alles Liebe, liebe selbstvoll, deine Franziska!

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