#169 Ein Osteosarkom & Psychoonkologie

Shownotes

* Ein Osteosarkom & Psychoonkologie - im Gespräch mit Carsten *

Mit 24 Jahren bekam Carsten die Diagnose Osteosarkom – Knochenkrebs. Der Tumor saß in seinem Unterarm und zunächst war völlig unklar, wie es für ihn weitergehen würde.

Es folgten Chemotherapie und eine große Operation. Nach der Operation stellte sich heraus, dass sein Tumor auf die Chemotherapie nicht angesprochen hatte. Statt einer weiteren Chemotherapie folgten regelmäßige Nachsorgeuntersuchungen. 2013 wurde dabei eine Metastase in der Lunge entdeckt, 2014 eine weitere. Viele Jahre später, 2023, musste Carsten erneut wegen einer Lungenmetastase operiert werden.

Heute ist Carsten 39 Jahre alt. Wenn er auf die Zeit seiner ersten Erkrankung zurückblickt, erzählt er auch davon, wie anders er mit 24 mit seiner Diagnose umging und wie sich sein Blick darauf im Laufe der Jahre verändert hat.

Seine eigene Geschichte hat schließlich auch seinen beruflichen Weg geprägt. Carsten holte sein Abitur nach, studierte und entschied sich, Psychoonkologe zu werden. Außerdem gründete er die Selbsthilfegruppe „Jung und Krebs“ – auch, weil ihm selbst nach seiner Diagnose der Austausch mit anderen jungen Betroffenen gefehlt hatte.

In unserem Gespräch geht es deshalb um beides: um Carstens eigene Krebsgeschichte und um seine heutige Arbeit als Psychoonkologe. Was kann Psychoonkologie eigentlich leisten? Wann ist der richtige Zeitpunkt, sich Unterstützung zu holen? Wie lange dauert eine Begleitung? Und hilft es wirklich, noch einmal über das Erlebte zu sprechen?

In dieser Folge erfährst du:

• wie Carsten mit 24 Jahren die Diagnose Osteosarkom bekam • wie er damals mit seiner Erkrankung umging • wie es nach den späteren Lungenmetastasen für ihn weiterging • warum er sich entschied, Psychoonkologe zu werden • was psychoonkologische Unterstützung leisten kann • wann es sinnvoll sein kann, sich Unterstützung zu holen • und wie eine psychoonkologische Begleitung eigentlich aussieht.

Ich hoffe sehr, dass auch diese Folge für dich wertvoll ist und du einige Impulse für dich selbst mitnehmen kannst.

Vielleicht kennst du das Gefühl dich selbst nicht mehr richtig zu erkennen - besonders nach einer intensiven Zeit wie einer Krebstherapie. Genau darüber sprechen wir an meinem kostenfreien Zoom-Abend "Zurück zu dir" am 27. August um 19:00 Uhr. Ein Abend für Frauen nach einer Krebstherapie - über den eigenen Körper, Veränderungen und den Weg zurück zu sich selbst. Alle Infos und die Anmeldung findest du hier: https://www.franziskaguentherfotografie.de/zurueck_zu_dir

Wenn du Kontakt zu Carsten aufnehmen möchtest, findest du ihn auf Instagram @iamcarstenwitte. Den Verein Jung und Krebs e.V. findest du auf www.jung-und-krebs.de.

Wie immer freue ich mich riesig, wenn du deine eigenen Erfahrungen oder deine Gedanken zur Folge auf Instagram @franziskaguentherfotografie mit uns teilen möchtest, schreibe gerne in die Kommentare. Hinterlasse mir auch super gerne 5 Sterne und abonniere & teile den Podcast mit deinen Freunden und deiner Familie. So hilfst du dabei den Podcast LEBE SELBSTVOLL weiter in die Welt zu tragen.

Alle Infos zu meiner fotografischen Arbeit, den schön & stark Einzelshootings, dem Podcast "lebe selbstvoll" und den schön & stark Gruppenshootings findest du auf https://www.franziskaguentherfotografie.de

Ich wünsche dir alles Liebe, lebe selbstvoll, deine Franziska

Transkript anzeigen

00:00:09: Hallo und herzlich willkommen zu einer neuen Folge von Liebe selbstvoll, dem schönen und starken Podcast für mehr Selbstfürsorge.

00:00:17: Hier geht es um Frauen die an Krebs erkrankt sind – um die Erfahrungen, die sie während der Therapie gemacht haben, um ihre Sorgen und Nöte aber auch um mögliche Richtungswechseln, die eine Krebsdiagnose mit sich bringen kann!

00:00:30: Wir sprechen darüber, was dir das Leben erleichtern kann.

00:00:33: Welche Erkenntnisse betroffene Frauen im Laufe der Zeit gewonnen haben und wo die Prioritäten im Leben liegen?

00:00:39: Ich wünsche dir ganz viel Freude beim Zuhören!

00:00:43: Hallo und herzlich willkommen!

00:00:45: Mein Name ist Franziska Günter-Güldenpfennig.

00:00:47: ich bin Fotografin und begleite Frauen nach einer Krebserkrankung dabei wieder einen neuen Blick auf ihren Körper zu finden.

00:00:54: Ich freue mich sehr dass du eingeschalten hast.

00:00:57: Mein heutiger Gast ist Carsten Witte.

00:00:59: Er war selbst an Krebs erkrankt, in sehr jungen Jahren.

00:01:02: Heute ist er Psycho-Onkologe und kennt damit beide Seiten also die des Betroffenen und die dessenjenigen der Menschen während und nach einer Krebserkrankung begleitet.

00:01:12: Wir sprechen heute über seine Geschichte und natürlich auch darüber was Psycho Onkologie eigentlich ist wann sie helfen kann und ja wann Unterstützung sinnvoll ist.

00:01:21: Lieber Carsten schön dass du da bist.

00:01:24: Vielen Dank für die Anzahlung.

00:01:25: Herr Lichen

00:01:27: Kasten, lass uns mal gern mit deiner Geschichte starten.

00:01:30: Soweit ich informiert bin hast du mit Anfang Mitte zwanzig selbst eine Krebsdiagnose erhalten?

00:01:37: Wie war das?

00:01:39: Genau!

00:01:39: Mit vierundzwanzig Jahren.

00:01:41: Ich war damals Zeitsoldat bei der Bundeswehr und hatte irgendwie keine Ahnung von Gesundheit oder Krankheit oder habe mich einfach mit der Thematik überhaupt nicht so wirklich beschäftigt.

00:01:50: Ich glaube, Mitte zwanzig hat man auch andere Sachen im Kopf.

00:01:53: Ganz ehrlich und hatte aber schon jahrelang immer so wiederkehrende Schmerzen im linken Arm und hatte auch so ganz kleine Bewegungseinschränkungen, dass ich meine Hand zum Beispiel gar nicht mehr so rotieren konnte, aber dachte, jo ist halt irgendwie so ein Schleimbeutel in Zündung oder irgendwas sondern ist wieder gut, aber das war tatsächlich jahrelang dass es nicht weggegangen ist, bis ich dann doch mal zum Arzt gegangen bin.

00:02:16: Zum Truppenarzt damals der mich erst mal mit Volter Rehm wieder nach Hause geschickt hat also gar nicht so wirklich untersucht sondern einfach ja probieren wir erstmal das und wenn's nicht besser wird kommen sie wieder was ich da natürlich gemacht habe.

00:02:30: und dann war ich zum Glück bei einem anderen arzt der mich dann mal richtig untersucht hab direkt zum Röntgen geschickt hatte und dann ging es eigentlich los mit den ganzen Untersuchungen bis hin zu bis zur Diagnose Krebs mit vierundzwanzig Jahren.

00:02:43: Boah!

00:02:45: Okay, lass uns das mal ein bisschen aufschlüsseln.

00:02:48: Das hast du jetzt im Schnelldurchlauf erzählt?

00:02:51: Wie schlimm waren denn die Schmerzen in deinem Arm?

00:02:53: Also ich meine wenn Du Zeitsoldat warst, Du warst ja körperlich aktiv

00:02:56: oder?!

00:02:57: Ja, ich habe primär in der Logistik gearbeitet.

00:02:59: Also primär auch am PC.

00:03:00: aber klar hatten wir Übungen die draußen stattgefunden haben und da hab' ich das dann schon gemerkt.

00:03:04: Aber tatsächlich habe ich es am meisten beim Tastaturschreiben gemerkt weil ich eben stelle vor du sitzt vom Schreibtisch und schreibst Tastatur Und ich konnte diese Umwendbewegung dass sich eben mit den Händen mit den Fingern schreiben kann nur aus der Schulter heraus machen Weil der Tumor hat sich dann wurde dann festgestellt zwischen Elle und Speiche Die beiden auch schon verbunden hat und dann eben diese Handrotation nicht mehr ging.

00:03:28: Also habe ich immer quasi mit meinem L-Bogen in der Luft das Tattoo geschrieben, was einfach A komisch aussah und B nicht normal war.

00:03:35: Und daran habe ich gemerkt hey irgendwas stimmt da eben nicht.

00:03:38: Dass das natürlich eine viel umfassendere Zeit war ist es klar.

00:03:42: aber darüber könnte ich jetzt eine halbe Stunde am Stück reden, aber das macht ja auch im Podcast nicht aus.

00:03:47: Okay also du hattest diese Schmerzen Du warst beim Truppenarzt er hat dir Volta Rehen verschrieben.

00:03:51: wie lange hat das gedauert bis du denn wieder zum Arzt gegangen bist?

00:03:55: Ein Monat, tatsächlich.

00:03:56: Ich glaub in der Zeit hatten mich auch Kameraden schon angesprochen und gesagt ja da ist so eine Schwellung die ich gar nicht so wirklich bemerkt habe.

00:04:04: ein Kumpel der ganz viel trainiert hat damals Muskelaufbau meinte schon Boah du hast einen krassen Unterarm.

00:04:10: Fun Fact war dann halt der Tumor und nicht mal meinen Trainieren damals.

00:04:14: Und dann bin ich halt wieder hin.

00:04:17: Wenn ich Vorträge halte, sag' ich halt gerne.

00:04:19: Jeder von uns war schon mal wegen Schmerzen beim Arm aber ich glaub die wenigsten sind mit einer Überweisung zum Tumorautopäden irgendwie rausgegangen und das ging dann halt einfach Schlag auf Schlag!

00:04:28: Die zweite Untersuchung war kurz vor so einem Wochenenddienst den ich in einer Wache an der Kaserne hatte Und dann hatte ich auf einmal diese Überweisungen an dem Freitag auf ein Tisch und hat das ganze Wochenende halt erst Mal gegoogelt was es bedeutet so einen Osthirsarkom eventuell zu haben weil natürlich auch perfektes Timing.

00:04:46: Es gab längst nicht so viele evidenzbasierte Gesundheitsinformationen, wie es jetzt noch mal gibt.

00:04:54: Und dann habe ich einiges gefunden, was natürlich nicht so bei

00:04:57: war.".

00:04:58: Du sagst ja gerade schon Ostiosakom, war dir das klar, dass es sowas sein müsste?

00:05:03: Weil darauf kommt man doch eigentlich gar nicht

00:05:04: oder?!

00:05:05: Nee vorher gar nicht!

00:05:07: Überhaupt nicht!

00:05:08: Ich bin da komplett blauäugig irgendwie reingegangen.

00:05:11: Bloß ich hab dann halt das Röntgenbild direkt gesehen, weil sie mir das mitgegeben hat beim Röentgen und habe ich gesehen okay da ist die Älle.

00:05:17: Da ist die Speicher Das sind halt die röhren Knochen Die halt eine gewisse Schattierung auf dem auf dem Röintgenbild haben.

00:05:26: Und da so ne ei-große Schattierung zwischen Elle und Speicher.

00:05:30: So viel habe ich dann doch im Bio aufgepasst dass ich gemerkt habe ok das Ding gehört da nicht hin und das ist bestimmt nicht nur irgendein Weichteilschwellung Entzündungen was auch immer.

00:05:39: Und sind die Schmerzen dann stärker geworden?

00:05:41: oder ist das gleich geblieben?

00:05:45: Weniger mehr als eventuell sogar... retrospectiv betrachtet, eher weniger.

00:05:50: Weil ich natürlich adaptiert habe, dass die Schmerzen nicht mehr auftauchen.

00:05:54: Also ich hab dann den Ellbogen hochgenommen beim Tastaturschreiben.

00:05:56: Ich hab nicht mehr die Bewegungen gemacht, die Wegetan haben.

00:05:59: also könnte ich eher sagen das es irgendwie weniger geworden ist.

00:06:02: aber natürlich mit der Bewegungseinschränkung war klar okay das ist nicht normal.

00:06:07: Dann ging's zum Glück ganz schnell, dass sich da nächste Woche direkt den Termin dort hatte in der Uniklinik und dann auch einigermaßen schnell die Biopsy Das ist die Diagnose, die mir dann gesagt worden ist.

00:06:20: Und dann fing das Ganze halt an, ne?

00:06:23: Wie war das, als sie das gesagt wurde?

00:06:26: Es gab ja nicht den einen Moment, wo mir etwas gesagt worden sind, sondern eigentlich immer wieder dahin geführt ... Also okay, erst mal, okay, das Ding gehört da nicht hin.

00:06:36: und zweitens, da müssen wir zu dem Termin.

00:06:38: und dann drittens, ja bitte so was haben wir noch nicht gesehen, was gutartig ist.

00:06:43: Sie können sich Man müssten sich damit beschäftigen, dass das ein böse Alligator-Tumor ist und Sie im Krebs haben.

00:06:49: Bis hin zu eine nicht so geile Aussage nach der Biopsy, die gesagt hat, Herr Wittewinn ist ein böses Alligatumor, können Sie sich von Ihrem Arm verabschieden?

00:06:58: Das war natürlich ne Aussage, die seit fünfzehn Jahren an meinem Kopf rumrattet, mich jetzt nicht mehr belastet.

00:07:03: Nein, war der größte Ausstritt, den ich gekriegt habe in meinem Leben.

00:07:06: aber damals war es nicht geil bis hinzu wieder bei einem einigermaßen empathischen Arzt ... Das ist ein bösordiger Knochenpumor und sie brauchen jetzt Chemo, OP usw.

00:07:17: Also es waren ja viele kleine Dinge die mich hingeführt haben zu da hin.

00:07:22: Okay das ist Krebs!

00:07:24: Und das würden wahrscheinlich alle Hörerinnern jetzt hier auch sagen – das ist erst mal eine Zeit des

00:07:29: Schocks

00:07:29: und die Verarbeitung kommt einfach später.

00:07:33: Okay, du wusstest es ist ein Osteosakom.

00:07:36: Du musst operiert werden.

00:07:38: Wie war das dann?

00:07:39: Wenn der eine Arzt zu dir gesagt hat sie können sich von ihrem Arm verabschieden wie verlief dass dann im Endeffekt?

00:07:44: also du hast ja beide arme.

00:07:46: Gott sei Dank

00:07:47: Ich habe beide armen.

00:07:48: Ja als ich Vorträge gehalten hab die online waren Dann habe ich den armen mit einer halben Stunde versteckt und dann rausgeholt und gesagt hier happy end Man muss ja irgendwie ein bisschen humorvoll damit umgehen.

00:07:58: Oder ist zumindest eines meiner Ressourcen?

00:08:01: Alles, was hilft.

00:08:03: nun mal... Wie war die Frage?

00:08:07: Wie die Therapie dann im Endeffekt aussah und was gemacht wurde?

00:08:11: Naja es gibt in der Regel Protokolle bei fast allen Krebsarten wie man halt nur vorgeht also Schematha.

00:08:20: Meine Schemathe war angelehnt an einer Studie Damals, wo es dies ist, braucht NEO-Adjuvant vor der Operation Chemotherapie um den Tumor kleiner zu kriegen.

00:08:31: Dann gibt's eine Operation, bei der mir nicht versichert werden kann, dass ... der Arm dranbleiben kann.

00:08:40: und dann gibt's noch mal laut Protokoll sechs Monate Chemotherapien.

00:08:44: Und das alles in Hochdosis und das alles stationär.

00:08:48: Zum Glück können ja viele das auch ambulant machen was ja viel freundlicher is'.

00:08:53: Und während dieser Chemotherapie, die nun mal vor der OP war ... haben sie halt mir immer wieder gesagt, dass es sein kann, dass sie mir A den Arm abnehmen müssen.

00:09:04: Weil das kein Arzt gibt, dem wir versuchen, Arme halten zu operieren und B, wir wissen überhaupt nicht, ob die Chemotherapien anschlägt weil der Tumor einfach so selten ist.

00:09:15: Das sind viele Variablen damals, die halt einfach nicht geil waren.

00:09:19: Du willst als Betroffener wissen, wir machen dies an jenes und dann haben sie eine gute Überlebenschance.

00:09:25: Aber das ging damals nunmals, konnte man mir das nicht so versichern?

00:09:30: Das heißt du hast erst diese Chemotherapie bekommen und dann die Operation?

00:09:35: Ich war gerade jetzt.

00:09:36: vor fünfzehn Jahren also im August waren meine letzten Chemoblücke.

00:09:39: ich war dem Juni, Juli und August in der Klinik bei der ganzen Vernetzung da draußen über WhatsApp und Co.

00:09:46: zu merken, wie alle da draußen Urlaub machen.

00:09:49: Und ich, wie jetzt gerade auch beim Podcast irgendwie rausschaue nicht aus dem Praxis oder aus dem Behandlungszimmer aber von einer anderen Seite des Schreibtisches.

00:09:57: glücklicherweise heutzutage sehe ich hier halt die Welt da draußen sich weiterdreht und bei mir auf Stop gedrückt wird und ... Ich mit einem Überleben kämpfe.

00:10:06: Das ist eher dieses Schwierige damals

00:10:08: gewesen.".

00:10:10: Bei der Operation wurde der Tumor entfernt Und der Arm konnte erhalten bleiben.

00:10:16: Wie kann man sich das vorstellen?

00:10:19: Man kann sich das vorstellen, dass ich drei Monate Chemotherapie bekomme.

00:10:22: Immer wieder zu Hause war, zum Erholen ist klar.

00:10:25: Aber neben diesen körperlichen Nebenwirkungen, neben diesen sozialen ... Ich nenn's jetzt mal Nebenwirkungen.

00:10:32: wie gesagt alles draußen dreht sich weiter und bei mir ist er stopp gedrückt plus diese Belastung.

00:10:37: es kann sein bis kurz vor der OP dass kein Arzt gefunden wurde oder keine Ärztin, die das versuchen zumindest Arm erhalten zu operieren.

00:10:50: Diese drei Komponenten ist halt ... Ja, es hat schon belastend gewesen damals klar.

00:10:56: Obwohl ich funktioniert habe und ich hatte dann eine einigermaßen gute Zeit da während der Chemo sich das was möglich war, hab ich rausgeholt für mich.

00:11:04: Und glücklicherweise haben sie irgendwann mal jemanden gefunden?

00:11:08: Den Sakom-Gott sag ich gerne mal, nicht nur weil er wirklich krass operiert sondern auch noch hart ist mit Nachnamen heißt.

00:11:17: Das ist ja der Gott der griechischen Unterwelt.

00:11:21: Jawoll!

00:11:22: Gerade auch Odyssey gesehen, da spielt er ja auch eine Rolle.

00:11:25: Jedenfalls hat der das dann halt gesagt...ja also der hat die Bilder gekriegt damals von Freiburg nach Münster geschickt.

00:11:32: zum Glück sind wir ja im Sakombereich alle ziemlich gut vernetzt.

00:11:35: weil es eben so selten ist muss man da zusammenarbeiten macht nicht jeder so seinen Zübchen und gesagt, ja also was habe ich schon mal operiert?

00:11:41: Zweimal.

00:11:42: Einmal ging es gut einmal könnte der Arm dran bleiben beim anderen Mal hab ich zu knapp abgeschnitten.

00:11:47: da musste der Arm dann eine Woche später amputiert werden und das ist das was ich ihn anbieten kann Herr Witte!

00:11:53: Was machen wir?

00:11:54: Und ist klar, probieren wir!

00:11:57: Ja wenn man dann kurz vor der OP unterschreibt man könnte auch ohne Arm aufwachen ist das schon geht man nicht so gern schlafen.

00:12:06: Ich kann mir jetzt gar nicht vorstellen, was das für ein Gefühl gewesen sein muss.

00:12:11: Puh!

00:12:12: Okay aber... Ja ich

00:12:13: glaub der so der Eigenschutz ist auch da sich gar nicht mehr so dran zu denken.

00:12:17: also nicht bewusst sondern unbewusst wird die Erfahrung damals ja auch überspielt von anderen Erfahrungen die dann noch irgendwie gut waren.

00:12:26: ganz klar.

00:12:26: aber dass es damals belastend war zeigt mal wie flexibel doch der geist irgendwie ist mit solchen Situationen klarzukommen

00:12:34: ne?

00:12:35: Na ja, vor allem wie man sich so emotional wahrscheinlich auch ein Stück zurückziehen kann in einer Zeit wo man funktionieren muss und erst mal nicht weiter drüber nachdenken muss.

00:12:46: Ganz klar!

00:12:46: Die Emotionen wurden ausgeklammert.

00:12:49: Aber die Operation

00:12:51: ist gut gegangen?

00:12:51: Ja, ich bin dann aufgewacht.

00:12:53: Im OP-Aufwachraum habe mein Arm gesehen mich erstmal riesig gefreut natürlich und trotzdem musste ich noch eine Woche bangen Weil in der Pathologie muss man gucken, ob der Rand quasi was herausgeschnitten hat.

00:13:06: Tumorfrei war und während der Krebszellen gewesen, dann hätte man den Arm ja trotzdem noch eine Woche später amputieren müssen.

00:13:15: Und die Woche war natürlich auch einfach krass!

00:13:17: Wenn da die Ärztin eine Woche nach dieser großen Tumore-Sektion ins Zimmer reinkommt und nur zehn Sekunden gefühlt Zeit haben und mir gesagt haben, der Arm kann übrigens dran bleiben ist alles gut gelaufen und ich mit tausend Fragen gerne die geklärt gehabt hätte, aber die Orthopäden dann direkt in den OP mussten.

00:13:35: War das trotzdem auch auf einer zwischenmenschlichen Ebene nicht so geil?

00:13:38: Obwohl ich mich natürlich gefreut habe!

00:13:40: Aber natürlich kamen da jetzt tausend Fragen, aber keiner hatte Zeit.

00:13:43: Na ja, das erzählen mir immer noch sehr viele Frauen, dass es leider immer noch so praktiziert wird.

00:13:48: Ja

00:13:49: definitiv

00:13:50: Wie ging das dann weiter?

00:13:51: also hast du Einschränkungen.

00:13:54: Konntest du den Arm bewegen oder wie war das?

00:13:57: Oder wie ist das heute bei?

00:13:58: so kannst du den Armen wieder komplett so nutzen, wie vorher auch.

00:14:01: Nee, nee ... Das ganz und gar nicht!

00:14:04: Also ich hab zehn Jahre Volleyball gespielt vorher.

00:14:06: Das war mein Leben.

00:14:07: da habe ich mich körperlich kaputt machen können.

00:14:10: Es war echt toll.

00:14:12: Von einem auf dem anderen Tag war es erledigt.

00:14:15: Da gibt's jetzt mehrere Ebenen.

00:14:17: Die erste ist dass ich vier jahrelang wirklich zweimal in einer Woche in Ergo- und Physiotherapie habe um zu gucken was es überhaupt noch rauszuholen, dann habe ich jetzt... Also ich hab ein künstliches Albumgelenk links.

00:14:31: Was auch eine Seite ist.

00:14:32: Ich kann die Handrotation gar nicht mehr machen.

00:14:36: also halt so wie so winken das funktioniert links gar nicht mir.

00:14:40: Ich habe kein Trizeps mehr.

00:14:42: Der ist zumindest nicht fixiert.

00:14:43: Das heißt ich kann den Arm über den Kopf gar nicht strecken der klappt dann immer so ein Einige Einschränkungen, was nicht mehr geht.

00:14:51: Der Arm ist kürzer aus diversen Gründen.

00:14:54: also ich hab damals auch vor der OP meinen Doktor gefragt ja aber ich kann danach hier noch Wolleyball spielen und er meinte ganz klar jetzt sind wir erstmal demütig.

00:15:03: erst mal versuche ich den Arm zu retten und dann schauen wir weiter.

00:15:06: Aber damals habe ich dann halt schon gemerkt Ich bin weit weg von der Realität dass ich denke danach ist alles wie vorher.

00:15:13: das musste ich über einen Haufen werfen.

00:15:15: Du hast ja nachdem, also du bist aus dem OP aufgewacht und du hast sich gefreut dass der Arm noch dran ist.

00:15:21: Du wusstest ja Nach einer Woche okay alles klar.

00:15:24: Gott sei Dank muss da jetzt erstmal keine weitere Operation folgen.

00:15:28: aber du hattest ja trotzdem noch die Chemotherapie vor dir.

00:15:30: diesen Therapieplan bist du Schritt für Schritt durchlaufen oder?

00:15:34: Nein weil man in der Pathologie herausgefunden hat das die Chemotherapie nichts gebracht hat.

00:15:40: Und jetzt kann man sich auch so vorstellen, ich gehe mit meiner damaligen Freundin irgendwie zum Gespräch nach der Tumoresektion eben dann wieder in Freiburg.

00:15:54: Ich stelle mich quasi darauf ein, dass wir jetzt darüber sprechen wie das nächste halbe Jahr chemo aussieht und er sagt mir so ja bitte brauchen sie nicht machen?

00:16:03: Wir haben würden ihnen empfehlen die sich chemo nichts zu machen weil die vorher auch nichts gebracht hat.

00:16:09: Das war aber nicht absehbar aber es war eine Möglichkeit.

00:16:13: Und jetzt gibt es die Option, dass wir keine Chemotherapie machen.

00:16:16: Sondern sie einfach Nachuntersuchungen haben.

00:16:19: und dann bist du in dieser Situation, gehst raus aus dem Behandlungszimmer und gefühlt erstmals vor der Entscheidung wie findest Du das?

00:16:26: Find ich das gut weil mir gerade ein halbes Jahr Leben geschenkt wurde?

00:16:29: oder finde ich das scheiße Weil die Chemotherapien ist gebracht hat und wie ich das finde also den Umgang damit dagegen?

00:16:36: dafür gibt's ja keine Pillen Und ich bin da erst mal raus und habe mich natürlich riesig gefreut.

00:16:41: Also nicht natürlich, sondern ich hab mich fürs Freund entschieden weil... Ich weiß wie anstrengend meine Chemotherapie anwahrbar war und das jetzt ein halbes Jahr nicht mehr zu machen hat übervogen gegenüber dem was sie leider nichts gebracht hat.

00:16:56: aber siehe da, ich bin ja fünfzehn Jahre später immer noch da.

00:16:59: Ja Gott sei Dank!

00:17:03: Ich drösel das mal kurz auf.

00:17:05: Wenn du dann hörst, die Chemotherapie hat nichts gebracht und diese halbe Jahr-Chemotherapie brauchst

00:17:10: du jetzt

00:17:10: auch nicht mehr machen?

00:17:12: Hat man denn auch irgendwie so Gedanken wie oh nein!

00:17:16: Jetzt gehe ich ein Risiko ein oder ich kann nicht weiter gegen den Krebs etwas tun?

00:17:22: oder

00:17:23: ist es so dass man ja weißt du was ich meine, dass man möglicherweise doch ein Risikoeingeht Und die Wahrscheinlichkeit gar nicht vielleicht noch minimieren kann.

00:17:34: Restliche übergebliebene Krebszellen, die weiß ich nicht irgendwie, um den Körper noch rumschwören, dass man die noch irgendwie beseitigt?

00:17:41: Ja

00:17:41: ja, ich verstehe den Gedankengang!

00:17:43: Ich hab viele Patientinnen, weil ich ja jetzt in der Strahlentherapier arbeite und das ist so eine Regel, das kennst du ja bei Brustkrebs.

00:17:49: Das ist einer der letzten Behandlungsmöglichkeiten also im Behandlung ablauf zuerst Chemo-OP dann Bestrahlung, ich meine nicht die letzte letzte Möglichkeit Und dann sitzen die bei mir und sprechen darüber.

00:18:01: Die hab okay, ab nächste Woche mach ich nichts mehr gegen meine Kriegverkrankung.

00:18:06: Dann können die ja munter sich wieder teilen, wenn da noch irgendwie was übriggeblieben ist.

00:18:10: Also dieser Übergang auch zum Alltag ist ein großer Painpoint, wo ich sie hier mitbebleiben kann.

00:18:18: Aber bei mir ... Ich habe das gar nicht so nah an mich rangelassen.

00:18:21: Ich hab gar nicht viel nachgedacht darüber.

00:18:26: Ja, jetzt kann da gar nichts mehr dagegen getan werden.

00:18:29: Ich hab das Gefühl damals der vierundzwanzigjährige Karsten war einfach so blauäugig und naiv.

00:18:35: Hatte gar keine Bock sich damit eigentlich zu beschäftigen was Jahre später erst kam und dachte mir okay machen wir jetzt nicht mehr und dann ist gut.

00:18:42: Dann geh ich halt irgendwann wieder arbeiten ins Leben geht weiter.

00:18:45: also die ganzen Gedanken dazu wo ich halt jetzt total betriebsblind bin weil ich halt alle Möglichkeiten sehe und was auch schief gehen kann Vielleicht lieber einmal mehr Chemo, also einmal weniger.

00:18:55: Das ist ja auch neben der Denke.

00:18:59: Habe ich damals gar nicht so an mich rangelassen als ich war da komplett im Funktionsmodus.

00:19:07: Also das wurde nicht mehr gemacht und du wurdest dann einfach nachkontrolliert bist dann einfach zu den Nachsorgeuntersuchungen gegangen?

00:19:14: Ist das dann...

00:19:15: Genau viele drei Monate!

00:19:17: Wie war das emotional?

00:19:18: Hat dich das dann irgendwann eingeholt, dass du da mit so einem Angstgefühl reingegangen bist?

00:19:24: oder konntest du es in dem Alter auch einfach noch so wegstecken.

00:19:28: Also ich glaube eine Angst wo man auch fragen könnte definiere mal die Angst.

00:19:33: also bevor hat man Angst.

00:19:35: aber die angst habe ich damals gar nicht so gespürt.

00:19:38: man hat ja dann leider festgestellt dass in der nachuntersuchung sich auch mal was gezeigt hat in der lunge.

00:19:44: Aber ich bin da immerhin und hab mein Programm runtergespielt, ne?

00:19:50: Oder halt hin.

00:19:52: Und dann war ein-, zwei Jahre gut.

00:19:54: Da war nichts.

00:19:55: Ich dachte, hab wieder Fuß gefasst.

00:19:57: Einigermaßen im Leben können wir auch noch drüber sprechen.

00:19:59: aber es sind wirklich geil ... Habe mich bei der Bundeswehr oder gut nicht mehr gefühlt.

00:20:04: Aber ich ging dann hin und hab auch da alles gut raus.

00:20:08: Also mit dem gleichen Gefühl raus, mit dem ich hingegangen bin fand ich auch aus psychologischer Sicht ganz interessant, dass da nicht mal so eine Erleichterung war.

00:20:19: Sondern ... Ich muss das jetzt tun!

00:20:22: Man könnte es ja auch sehen, man macht diese Nachuntersuchungen um rauszufinden falls etwas da ist, dass man's frühzeitig herausfindet.

00:20:29: aber ich hab' das einfach nur als nervig empfunden.

00:20:31: Dass ich mit so jungen Jahren mich mit meiner Gesundheit beschäftigen muss wo alle anderen sich einfach nicht damit beschäftigen müssen.

00:20:39: Hmh, schon unzählt.

00:20:40: Aber vielleicht auch ein Stück Selbstschutz?

00:20:42: Oder?

00:20:42: Ja, klar.

00:20:44: Wie so eine Mauer um dich rumaufgebaut hast und einen Schutzwall ...

00:20:48: Ganz klar!

00:20:49: Der bockige Junge der Sachen machen muss, wo andere sich nicht drum kümmern müssen.

00:20:54: Ganz klar, ganz klar.

00:20:55: Ja.

00:20:57: Wie ging das weiter danach?

00:20:58: Du hast gerade schon das angeschnitten, dass deine Bundeswehrzeit auch nicht mehr toll war.

00:21:02: Also du warst vierundzwanzig, hattest dann diese ganze Geschichte, die erste Akkuttherapie-Operationen hinter dir.

00:21:09: Wie gingen dein Leben weiter?

00:21:11: Ja, ich bin nach einem Dreivierteljahr zurückgegangen.

00:21:13: Eine Reha wurde mir damals nicht empfohlen weil da sind ja ältere und sie sind ja so fit was kompletter Bullshit ist, weil wir hier im Schwarzwald zwei Kliniken haben für junge Erwachsene mit und nach Krebs die perfekt gewesen wären.

00:21:25: für mich aber das hat die Ärzte damals nicht interessiert finde ich grausam.

00:21:30: eigentlich weil eine Reha es gerade da wichtig wieder Fuß zu fassen und die Behandlungszeit auch irgendwie abzuschließen.

00:21:37: Ich bin zur Bundeswehr zurück und ein Vorgesetzter von mir hat gesagt Ja, hier bitte.

00:21:41: Du brauchst dich ja nicht mehr

00:21:43: beweisen.".

00:21:44: Und ich hatte sowieso nur noch zwei Jahre zu dem Zeitpunkt und dann hatte ich wirklich eine ganz lange Zeit einfach ein Bore-Out.

00:21:51: Also wenn keiner mehr was von dir will... Wenn du Kompetenzen hast die du nicht einsetzen kannst bei der E irgendwie faul bist danach und dich nicht mehr dazugehörig fühlst.

00:21:59: Ja wohin denn damit?

00:22:01: Habt dann aber glücklicherweise... Gibt ja bei der Bundeswehrzeit so... Ich nenn's mal Resozialisierung Abbie nachgeholt und dann auch später studiert.

00:22:11: Also da ist in dem Sinne, die Bundeswehr schon gute Arbeitgeber ... Und hab dann halt meine Herzensangelegenheit gefunden andere Menschen mit Nachgräbs zu begleiten was ich immer mehr rauskristallisiert hat.

00:22:25: Und habe dann da zum Glück meinem Leben ordentlichen Drive gegeben.

00:22:29: das auf der Lebensebene.

00:22:32: aber man hat ja im Jahr zwei Tausend Dreizehn bei der Nachuntersuchung eine Lungenmetersdase gefunden

00:22:37: auch um Gottes Wellen.

00:22:39: Erzähl mal, wie war das?

00:22:41: Na ja ... man stellt sich schon einige Fragen, warum man Krebs hat, ist man schuld.

00:22:46: Was hab ich falsch gemacht?

00:22:48: und da habe ich einigermaßen Antworten für mich gefunden.

00:22:51: Und dann kommt noch einmal so eine Hammer mit Sonderlungmetastase und dann fing diese Frage wieder an sich zu stellen was hätte ich anders machen können dass es halt nicht auftritt?

00:23:02: natürlich wäre nichts anderes hätte dafür gesorgt, dass ich diese Metastase oder Metastasen später nicht gekriegt hätte.

00:23:10: Aber dann bis dahin wieder am Hamsterrad und das Beschissene war eigentlich, dass mir dann die Chemotherapie empfohlen wurde, die mir vorher nicht empfuhlen wurde.

00:23:21: Womit ich mich aber mit zweiter und dritter Meinung dagegen entschieden hatte doch keine Chemo zu machen.

00:23:27: Sondern nur entfernt, chirurgisch.

00:23:30: Und dann ging es weiter beim normalen Leben.

00:23:33: Die Metastase konnte aus der Lunge chirurgisch entfernt werden?

00:23:36: Ja.

00:23:37: Torachchirurgie, klar.

00:23:39: Endloskopisch.

00:23:40: Die lagen einigermaßen so, dass man die operieren konnte oder die eine ... Ich hatte jetzt weiter, also dreizehn eine, vierzehnt später und dann tatsächlich neun Jahre später, also zwanzig drei und zwanziger noch mal zwei, eine, eine.

00:23:50: Und ja bis jetzt konnten alle immer die vier Metastasen chirurgische entfernt.

00:23:57: Du hast ihm gerade gesagt, du konntest diese Fragen, die du hattest, warum wie so weshalb für dich einigermaßen beantworten.

00:24:03: Wie dann?

00:24:04: Wie hast du das beantwortet?

00:24:05: Weil ich meine, gibt's darauf Antworten?

00:24:08: Ja, meine!

00:24:08: Also spiel ja gerne mit so Begriffen ... Das gibt ja Begriffe wie subjektive Krankheitstheorien.

00:24:15: Da klingt erst mal wie ein Fachbegriff ist es auch.

00:24:17: Aber ich glaub, die meisten Menschen da draußen haben einen Grund für sich gefunden, warum sie diese Erkrankung hatten oder haben nicht... biologisch, sondern auch nicht ich blicke zurück.

00:24:30: Sondern eher was mache ich drauf?

00:24:32: Und die Fragen, die sich zu mir erst gestellt haben war okay warum habe ich diese Erkrankung?

00:24:37: welchen Grund oder Schuld?

00:24:38: also alles rückblickend aber da gab es keine gescheitene Antworten.

00:24:41: außer Karsten kümmer dich mal selber um dich und kümmern dich nicht immer um die Probleme anderer was ich trotzdem tue nur wenn ich gefragt werde.

00:24:52: Die Schlussfolgerung war eher, was mache ich da draus?

00:24:56: Ich hab diese Krebserkrankungen um vielleicht meinem Leben einen Sinn zu geben.

00:25:01: Ich kann ja nicht dieser ganzen Erfahrung oder die Diagnose einfach ausradieren, die gehören zu mir zu meiner Biografie und ich hatte einfach noch viel ... ich war noch sinnbefreit in meinem Leben dann kam diese Krepserkrankung und dann habe ich mir den Sinn daraus genommen okay Machst du da was draus?

00:25:22: Und durch mein Verein, meine Arbeitsstelle und meinen Wesen hat sich schon ordentlich verändert.

00:25:27: Durch die ganzen Erfahrungen, die ich gemacht habe.

00:25:29: Also blicke ich jetzt eher nach vorne und sage ... Ich hab dir ja Kranken gehabt, damit ich A an den Sinn in meinem Leben habe und B für andere Menschen derjenige bin, denen ich damals selber gebraucht hätte.

00:25:40: Das bringt's eigentlich auf den Punkt.

00:25:44: Aber das klingt ja wirklich nach einem totalen Wandel, wenn du vorher sagst.

00:25:48: Du hast dich gar nicht so irgendwie um dich gekümmert mit Vierundzwanzig und jetzt machst du das ganze Gegenteil davon?

00:25:56: Ja

00:25:56: finde ich sehr erstaunlich!

00:25:59: Ich glaube viele Menschen haben ja schon irgendwie einen Sinn und es kann in einer Familie liegen Mutter oder Vater zu sein Das kann eine tolle Arbeitsstelle sein Es können andere Dinge sein.

00:26:08: Das hatte ich damals einfach nicht blinden Fleck in meinem Leben.

00:26:14: Der ausgefüllt wurde erst mal dadurch selber zu überleben, dann wieder zum Leben zu finden und jetzt die Dinge zu tun, die ich halt jetzt mache.

00:26:23: Wow!

00:26:24: Also klingt nach einer krassen Persönlichkeitsentwicklung, die du so seitdem durchgemacht hast?

00:26:28: Ich meine das machen wir wahrscheinlich alle wenn wir so erwachsen werden und sich das Leben so ändert.

00:26:33: aber das wow Du hast gerade eben erzählt, dass die Metastase in der Lunge skirurgisch entfernt wurde.

00:26:41: Und im Jahr zwei Tausend vierzehn bist du wieder zur Nachsäugung und da kamen die gleiche Diagnose?

00:26:46: Genau!

00:26:47: Da hatte ich dann zwei Lungen-Metastasen nochmals, die sich in einer Nachuntersuchung gezeigt haben.

00:26:51: also ich hatte dann glaube ich halbes Jahr.

00:26:53: also zwei nachuntersuchen liefen gut, da war nix und dann halt einfach wieder wo ich dann natürlich auch wieder gedacht habe, okay, brauche ich jetzt diese Chemo.

00:27:01: Aber in meinem Kopf ging nicht rein.

00:27:03: Die hat doch damals nichts gebracht?

00:27:04: Warum sollte ich die denn noch mal

00:27:06: machen?".

00:27:07: Und hab dann wieder dagegen entschieden ... Weißt du, da gibt's kaum Evidenz, ob diese Chemoe überhaupt was bringt.

00:27:16: und eine Arzt hat mir gesagt hier, Karsten Du bist mir zu schade für ne Studie!

00:27:20: Das hab' ich dann irgendwie für mich im Gehirn gebrannt, ja stimmt dich Ich spiel jetzt nicht Versuchskaninchen, obwohl klinische Studien längst nicht Versuchskaninchen ist.

00:27:29: Ich setz mich ja auch sehr dafür ein, dass klinischen Studien viel mehr Sichtbarkeit in der Öffentlichkeit kriegen.

00:27:34: Aber damals hab ich das genommen.

00:27:36: Ja, stimmt eigentlich!

00:27:37: Ich will jetzt hier nun nicht nur eine Nummer an irgendeiner Studie oder sowas sein und habe dann auch damals wieder entschieden.

00:27:43: Nee, das mach' ich nicht.

00:27:44: Das operieren wir raus und dann sehen wir uns wieder bei der Nachuntersuchung.

00:27:47: Je mehr das jetzt zeitlich her ist, desto merke ich, wie mutig doch diese Entscheidung damals war.

00:27:53: Total!

00:27:54: Das nicht zu tun und nicht alle Therapiemöglichkeiten auszuschüpfeln.

00:27:58: Ja sondern auch auf dich und dein Gefühl zu hören was sich für dich jetzt auch richtig anfühlt.

00:28:04: Voll absolut.

00:28:05: Du hast gesagt du bist denn mehr und mehr zu jemanden geworden den du in dieser Zeit gebraucht hättest?

00:28:12: Du hast studiert während deiner Bundeswehrzeit das heißt du wusstest da für dich ja schon du möchtest in Richtung Psycho-Onkologie gehen?

00:28:21: Oder war für dich erst mal nur die Richtung wichtig, dass du dich mit Psychologie und so weiter beschäftigst.

00:28:28: Ich hab während dieser Übergangszeit am Ende meiner Wertzeit quasi Bundeswehrzeit das Abi nachgeholt, weil ich mir einfach alles offen halten wollte, welche Richtung ich einfach gehe.

00:28:41: Und während der Abi Zeit habe ich dann gemerkt, okay, ich will irgendwie Menschen unterstützen wie sie sich selbst einfach helfen können und habe in Freiburg dann das Studium entdeckt der Gesundheitspädagogik, was eben nicht nur Psychologie beinhaltet sondern über jeden Tellerrand hierin überschaut.

00:28:58: Wir haben in Ernährung reingeguckt, wir haben Bewegungen reingekuckt in Psychologie und Soziales, in Medizin also einen breiten Überblick zu kriegen wie... Was hält gesund?

00:29:10: Welche Faktoren machen krank?

00:29:11: Und eben nicht einfach eine Fachrichtung.

00:29:14: Das fand ich damals einfach klasse, weil wir sind eben nicht nur psychische Wesen.

00:29:17: Wir sind auch soziale Wesen mit einem Körper und das mag ich an diesem Gesundheitspädagogik-Studium, dass es eben nicht die Psyche beinhaltet.

00:29:27: Ich habe schon gemerkt, ja, ich will in diese Richtung gehen Betroffene mitzubegleiten und wollte deine ersten Onkolozen weiterbildung machen nach meinem Studium.

00:29:36: und dann war ich auf dem Symposium von der Psycho-Onkologie und merke, nee ... Das ist genau mein Ding, hier will ich reingehören und habe dann eben berufsbegleitend diese Weiterbildung

00:29:46: gemacht.

00:29:50: Wenn du dich in diesen Gesprächen wiedererkennst und merkst dass sich dein Blick auf deinen Körper verändert hat Dann gibt es bei mir einen Raum dafür.

00:29:58: Zurück zu dir Ist ein kostenloser Zoomabend für Frauen nach einer Krebserkrankung Ein geschützter

00:30:04: Raum indem

00:30:05: genau das Platz haben darf Deine Gedanken deine Gefühle dein Körper.

00:30:11: Wenn du dabei sein möchtest, findest du alle Infos über den

00:30:14: Link in den

00:30:15: Show-Notes.

00:30:19: Hast du denn in der Zeit als du während deiner Erkrankung und auch dann danach Kontakt zu anderen gehabt die ebenfalls betroffen waren?

00:30:27: Die vielleicht sogar eine ähnliche Diagnose hatten wie du?

00:30:31: Hatt ich ja nicht!

00:30:33: Deswegen habe ich ne Selbsthilfegruppe gegründet.

00:30:35: also ich lag mit Leuten auf dem Zimmer.

00:30:38: wir waren ja teilweise vier Bettzimmer Albtrakt in der Uniklinik, den es so zum Glück nicht mehr gibt mit Klo auf dem Gang.

00:30:45: Also perfekte Bedingungen für eine Chemotherapie.

00:30:50: Vier-Bettzimmer, jeder hat noch zwei oder drei Leute zu Besuch und ich bin dann nur so dahin vegetiert und dann auch noch Klo aus dem Gang war nicht so geil.

00:30:58: Auf jeden Fall hatte ich da einfach nur ältere Leute, mit denen ich halt nicht so relating konnte was meine Thematikennummer angehen nämlich die, die man halt nun mal mit vierundzwanzig Jahren hat.

00:31:06: Man habt dann eben nach der zweiten und dritten Lungenmetastase einen Verein gegründet für junge Menschen mit Krebs.

00:31:12: Erste Selbstvergruppe und ein Verein, um eben auch Austauschmöglichkeiten zu bieten für andere, die in ähnlichen Situationen sind, weil es in Freiburg einfach nichts dergleichen gab.

00:31:23: Und seitdem hat sich ja in den letzten zwölf Jahren einiges betahlen.

00:31:28: Ja total!

00:31:30: Das heißt, du wusstest ja schon, dass es da auch noch andere junge Menschen gibt die eine ähnliche Diagnose bekommen haben.

00:31:36: Also das war dir dann schon bewusst?

00:31:37: Sonst hättest du gar nicht angefangen, eine Selbsthilfegruppe zu gründen oder?

00:31:42: Ja man muss ja nur die Zahlen anschauen.

00:31:44: also wenn eine halbe Million Menschen in Deutschland die ein Krebs erkranken werden wohl ein paar dabei sein, die immer im Alter sind genau.

00:31:51: Ich finde das total spannend.

00:31:53: wie waren denn da die Anfänger?

00:31:54: Wie hast Du das gemacht?

00:31:56: Erst mal habe ich gesucht ob's überhaupt ne Gruppe gibt Und dann habe ich gemerkt, es gibt keine.

00:32:02: Es gibt an jeder Groß- oder Mittelstadt oder Landkreis ein sogenanntes Selbsthilfebüro, was die Ehrenämter koordiniert bzw.

00:32:10: die Gruppen da ansprechpartner ist.

00:32:13: Weil ja nun mal Selbsthilfen und großes Thema in Deutschland auch ist.

00:32:18: Dann bin ich dahin gegangen zu der Geschäftsstelle und hab gesagt, ich würde gerne Gruppe gründen.

00:32:23: Beziehungsweise abgefragt gibt es eine Gruppe für junge Menschen mit Krebs.

00:32:25: Man meinte, die Frau Deuville damals, die da gearbeitet hat ... Nee, dann gründ ich eine!

00:32:31: Und dann gab's einen Zeitungsartikel über Carsten Witte suchtgleich Betroffene nach seinen Knochentumor und nach seinen Metastasen.

00:32:41: Auf einmal haben sich halt Betroffe bei mir gemeldet, die diesen Zeitungs-Artikel gesehen haben, auf Facebook sich auch damals ... organisiert haben.

00:32:50: Damals gab es dann ja einfach kein Instagram, sondern nur Facebook.

00:32:53: und da gab's auch eine große Gruppe für junge Erwachsene mit und nach Krebs.

00:32:57: Und dann war ich auf einmal Leiter einer Selbstvergruppe Mit keinen Vorkenntnissen oder irgendwelchen Kompetenzen was Gruppentreffen leiten und so weiter angeht Voll naiv wieder mal reingegangen

00:33:09: Ja aber mit deiner eigenen Geschichte im Gepäck also doch nicht so ganz unvorbereitet.

00:33:15: nötig ist nicht.

00:33:17: Jetzt gründen wir ja gerade die vierte Gruppe hier in der Gegend.

00:33:20: Da gehe ich ganz anders ran mit den Vorerfahrungen als damals, also ... Man muss schon bedenken, das ist kein Schachklub oder Fußballklub und da trifft man sich einmal im Monat, quatscht ein Bierchen geht nach Hause, sondern es sind halt unsere Lebenserfahrung.

00:33:34: Und sie sind verbunden mit einer lebensverkürzenden Erkrankung.

00:33:38: Da hast du andere Belastungen als dass du grad drei Null gegen deinen Derbygegner verloren

00:33:44: hast?

00:33:46: Ja, absolut.

00:33:47: Ich hab natürlich schon häufig von der Gruppe Jung und Krebs gehört.

00:33:52: Erzähl mir auch die Frauen, die total dankbar sind, dass sie da an Laufstellen haben.

00:33:57: Wie schnell ist das denn gewachsen?

00:33:59: Da muss man unterscheiden, welche Gruppe du wahrscheinlich meinst.

00:34:02: Das ist die deutsche Stiftung für junge Erwachsene mit Krebs, die in Berlin sitzt Gesellschaft beziehungsweise doch der Stiftung von der deutlichen Gesellschaft für Hematologie und Onkologie.

00:34:15: Das ist aber nicht mein Verein, das sind zwei unterschiedliche Sachen.

00:34:21: Wir sind hier tatsächlich regional in Südbaden, also in Baden-Württemberg.

00:34:25: Und die Stiftung hat die sogenannten Treffpunkte, die sie deutschlandweit mitorganisieren, wo wahrscheinlich deine Frauen auch immer wieder an den Gruppentreffen vielleicht teilnehmen.

00:34:35: Das heißt es ist eine Stiftungen, die finanziert wird größtenteils überspenden und über die Gesellschaft eben, über die DDGHO.

00:34:43: Und wir sind komplett autarknend vereint von Betroffenen für Betroffene Gründungsmitglieder.

00:34:51: Ich hatte damals einen Freund, der diese Idee hatte den Verein zu gründen und das alles ein bisschen zu beschleunigen auch Spenden einzunehmen usw.

00:34:57: Und er hat recht schnell einfach im Familien- und Freundeskreis eine Leute akquiriert.

00:35:01: hier macht da mal mit wir brauchen sie den Gründungsmitglieder die jetzt alle größtenteils nicht mehr aktiv sind.

00:35:09: Da hat sich ja vieles getan in den letzten zwölf Jahren aber die haben sich recht schnell gefunden dass natürlich eine Vereinsgründung nicht so easy ist, weil es nun mal einfach eine große Bürokratie in Deutschland ist.

00:35:22: Ja hat sich ein bisschen gezogen aber wir sind inzwischen etabliert und ich darf auch zwei Tage die Woche inzwischen für den Verein arbeiten was natürlich wunderbar ist weil wir so viele auch Deutschland weiter Anfragen kriegen obwohl wir nur hier regional sind weil sich halt einfach zeigt, dass wir gute Arbeit leisten.

00:35:39: Und ich als Betroffener da oftmals auch zur Veranstaltung eingeladen werde um viel Öffentlichkeitsarbeit zu machen oder die Stimme sein dafür.

00:35:46: junger Erwachsene mit dem Nachgräbs.

00:35:49: Da ist schon viel zu tun nicht die einzelnen Dinge sondern die Summe.

00:35:53: Dann sind wir Kooperationspartner bei irgendwelchen Studien dort dann haben wir ja unsere inzwischen bald vier Gruppen die ich Leiter und die Ehrenamtskoordination mache noch tausend andere Sachen, dass das einfach nicht mehr im Ehren anzuleisten ist.

00:36:07: Was ich ja zehn Jahre gemacht habe und umso schöner ist es, dass wir jetzt geschafft haben eben mich auch für zwei Tage zumindest anzustellen.

00:36:15: Ja toll!

00:36:17: Okay lasst uns nochmal zu der Zeit zurückswitschen.

00:36:20: Zwei Tausend vierzehn wurden nochmal Metastasen in der Lunge gefunden und dann das nächste Mal zwanzig dreiundzwanzig.

00:36:27: was ist in der zeit dazwischen passiert?

00:36:29: Ich hatte die Nachuntersuchung, meinen Onkologen und ich waren immer zufrieden.

00:36:33: Dann sind wir dann mal auf jährlich irgendwann auch gegangen, weil wir eigentlich alle dachten, dass da nichts mehr wieder kommt.

00:36:40: Ja mein Leben drehte sich so weiter.

00:36:43: Ich habe die Gruppe geleitet den Verein ein großes Ehrenamt gemacht.

00:36:48: Die Stelle hier wurde für mich kreiert im Zentrum für Strahlentherapie in Freiburg.

00:36:52: also es ist nicht die Strahlen-Klinik von der Uniklinik Aber durch meine Ehrenamt hab ich hier den leitenden Arzt, den Dr.

00:36:58: Weißenberger, den Christian eben kennengelernt.

00:37:01: Der ziemlich groß und schnell auch Unterstützer war vom Verein.

00:37:05: Und der hat natürlich mitgekriegt was sich studieren

00:37:08: usw.,

00:37:08: wir haben uns immer wieder ausgetauscht.

00:37:10: Ich habe Veranstaltungen bei ihm gesprochen und er bei mir.

00:37:14: Dann war irgendwann das Studium und ich hab gesagt, Christian du brauchst doch eigentlich in deiner Praxis noch irgendwem, der deine PatientInnen psychologisch aber auch sozialrechtlich begleitet.

00:37:25: Wie wäre es, wenn wir diese Stelle bei dir schaffen?

00:37:28: Ohne jetzt zu sehr ins Versorgungssystem reinzugehen.

00:37:31: Aber Kliniken brauchen ja Psycho-Onkologinnen und Sozialrechtler aber in einer Niederlassung, in einer kleinen Praxis, obwohl so klein sind wir nicht braucht sowas nicht für eine Zertifizierung.

00:37:41: Das heißt ich bin höchstwahrscheinlich der einzig angestellte Psycho Onkologe in Deutschland In einer niedergelassenen Strandtherapiepraxis weil man Schäffert einfach sagt er möchte das gerne für seine Patientin Und nicht wegen solchen Fragestellungen hat irgendwo hinschicken.

00:37:57: Sondern wenn die sowieso ambulant jeden Tag hier sind für bis zu sechs Wochen, dann wär's doch toll so'n Ansprechpartner in der Praxis zu haben.

00:38:04: und seit sieben Jahren leite ich hier eben die psychosoziale Begleitung der Strandhierapy-PatientInnen.

00:38:09: Genau!

00:38:11: Ja großartig... Lass uns mal dafür sprechen.

00:38:16: Was machst du denn genau?

00:38:17: Was ist die Aufgabe eines Psychoankologen?

00:38:21: kann man gar nicht so direkt festmachen, was man sagen.

00:38:25: oder die Basis ist schon mal.

00:38:27: Nicht nur PsychotherapeutInnen also abprobierte mit einer Kassensitz oder so oder auch MedizinerInnen können diese Weiterbildung machen.

00:38:35: Das finde ich das Tolle!

00:38:36: Ich habe damals die Weiterbildung gemacht bei der WPO.

00:38:39: Das ist die offizielle große Vereine, der eben diese Weiterbildung anbietet innerhalb der deutschen Krebsgesellschaft.

00:38:47: Das heißt auch zertifiziert in dem Fall.

00:38:50: Da können Seelsorgerinnen hin, Kunsttherapeutinnen und Psychologinnen, Ärzte.

00:38:56: Alle, die irgendwie im unkologischen Bereich arbeiten, können diese Weiterbildung machen.

00:39:01: Und alle haben natürlich verschiedene Ansätze.

00:39:03: Kunsttherapeuten reden in der Regel nicht in Gesprächen mit Patienten, sondern arbeiten halt dann mit dem Thema Kunst.

00:39:11: was die Krankheitsbewältigung angeht.

00:39:13: Man kann ja auch beim Plastizieren oder bei Malen kann man ja wahnsinnig gut auch die Krankheit versuchen zu bewältigen mit bestimmten Methoden.

00:39:22: Bei mir sind das klassische Gespräche, was die Krankheitsbewältigung angeht.

00:39:26: Einerseits ist es schnell abgehakt zur sozialrechtlichen, ich kümmer mich um Reha-Anträge und Schwerbenattene Anträge, mache so alles diese sozialrichtliche.

00:39:34: Aber die Gespräche über die Erkrankung ... Wo's aber mehr darum geht durch die Strahlentherapie, wo sie im Behandlungsspektrum ist, geht weniger um den Schock der Diagnose als darum okay und wie?

00:39:46: fasse ich jetzt wieder Fuß in dem Leben danach, weil es ist ja mindestens genauso große Belastung oder Unsicherheit wie am Anfang der Diagnose oder vor der Diagnose wo eben dieser Schockermittelpunkt steht.

00:40:00: Bei mir geht's eher darum okay und was jetzt?

00:40:02: Jetzt falle ich wieder raus!

00:40:03: Die Gesellschaft will wieder etwas von mir.

00:40:05: mein Freundeskreis will wieder was bei mir jeder sagt Ich bin gesund ich fühle mich nicht gesund.

00:40:09: also diese Kontroverse zwischen Erwartungen von außen und meinem eigentlichen Innenleben Und das dazu schauen, dass mich Patientinnen in ihren Lebensraum, ihre Lebensrealität reinlassen.

00:40:23: Was mit Vertrauensarbeit auch viel zu tun hat weniger mit Methoden und Beziehungsarbeit.

00:40:30: Darüber bin ich sehr dankbar.

00:40:32: gemeinsam zu gucken nach Möglichkeiten wie die Betroffenen damit umgehen können

00:40:38: Das heißt du hast deine Patienten Genau in der Zeit, wo die auch in der Praxis zu strahlen Therapie gehen und danach nicht mehr.

00:40:47: Doch doch!

00:40:47: Die können dann nachher noch zu uns kommen.

00:40:50: Manche begleite ich jährlich oder über eine gewisse Zeit genau wie sind hier?

00:40:55: wir wollen es auch.

00:40:56: was für die körperliche Therapie ist Raubt dir eigentlich alle Ressourcen, die du hast und du kommst emotional in dieser Zeit kaum daran auch etwas zu verarbeiten oder einige schon.

00:41:08: Aber in der Regel ist es so, die körperliche Behandlung ist abgeschlossen.

00:41:11: Du fällst in dieses Loch danach und grad da brauchst du doch Unterstützung und die bieten wir hier natürlich auch über jungen Krebs kann ich auch diese Beratung anbieten.

00:41:20: Inzwischen das ist echt toll für junge Erwachsene.

00:41:23: Aber eben seit sieben Jahren hier in der Praxis und auch über die Zeit der Therapie hinaus, es ist gerade ganz wichtig diese Übergangszeit mitzubegleiten.

00:41:32: Und hast du das Gefühl ... Du hast ja grad schon gesagt, dass viel hat viel mit Vertrauen zu tun?

00:41:37: Hast du das Gefühl, dass die Menschen reden möchten?

00:41:41: Die, die hier sitzen, schon!

00:41:44: Die haben sich ja dazu entschieden, zu dir zu kommen.

00:41:46: Genau.

00:41:46: Also die sind dann auch bereit, sich zu öffnen.

00:41:49: Ja, wir sind ja sehr proaktiv hier in der Praxis.

00:41:53: Dass wir wirklich das alles ansprechen und was wir ihr anbieten.

00:41:58: Und auch wirklich sagen eine Reha kann ihnen helfen wieder Fuß zu fassen oder darüber zu reden.

00:42:03: eben auch im Kliniken habe ich es leider schon erlebt.

00:42:06: Auch ich selber war ne Woche in der Klinik, zwanzig, dreinzwanzig.

00:42:09: Meinst du da kam mal Sozialdienst?

00:42:11: Oder Entlassmanagement oder eine Psycho-Onkologe vorbei?

00:42:15: Nichts war da einfach!

00:42:17: Jeder schreit, wir haben hier ganz viele, die sich um sie kümmern und dann war keiner da.

00:42:22: Also das war... Da war ich mal wieder durch alle Raster durchgefallen!

00:42:25: Und wir wollen das hier wirklich einfach alles proaktiv ansprechen und deswegen bin ich hier recht ausgelassert auch mit Gesprächen was das Thema einfach angeht.

00:42:34: Die, die sitzen sind natürlich offen darüber zu sprechen.

00:42:37: aber Wir wissen auch von Zahlen her quantitativ, dass ungefähr die Hälfte nach so einer Krebsbehandlung wirklich eine psychische Störung hat oder subsyndromal.

00:42:47: Also Symptome zeigen für eine Verhaltensstörung.

00:42:53: Störung klingt immer krass also einfach mit der Situation nicht so gut umgehen kann und vielleicht auch depressive Züge

00:42:59: usw.,

00:43:00: aber davon wiederum nur ein Drittel auch Hilfe annimmt und sucht.

00:43:04: Und da müssen wir einiges tun.

00:43:06: Die Frage ist, woran das liegt?

00:43:08: Vielleicht die Zugangswege oder dass was angeboten wird ... Ist mit Hürden belastet.

00:43:13: aber wie gesagt, die Versorgungsstrukturen wollen wir heute nicht so sehr reingehen.

00:43:18: Ich hatte letztens erstes Gespräch mit einer sehr jungen Frau also auch erst Anfang zwanzig, die für sich merkt sie braucht unbedingt Hilfe, aber sie kriegt keinen Termin und es finde ich auch so krass!

00:43:29: Was kann man denn da machen?

00:43:30: Da wäre doch dein Verein eigentlich dann doch die richtige Anlaufstelle

00:43:34: Richtig.

00:43:34: Wir müssen erst mal gucken, dass wir Freiburg und die Umgehung versorgt bekommen.

00:43:38: Ich kann jetzt nicht deutsch-onweit eine Beratung anbieten.

00:43:42: Das ist nicht möglich mit dem Stellenanteil, den ich habe.

00:43:45: Grundsätzlich weiß ich von den Krebsberatungsstellen, die es hier gibt, dass immer der erste Ansprechpartner sind was Psycho-, Onkologische oder sozialrichtliche Beratungen angeht.

00:43:56: Es ist kein Therapieplatz da.

00:43:58: wissen wie er das schwierig ist?

00:44:01: Plätze zu finden, aber Beratungen sind in der Regel innerhalb von zwei bis drei Wochen möglich.

00:44:06: In dem Landkreis wurde die Krebsberatungsstelle arbeitet.

00:44:09: also ich weiß nicht wo die Dame herkommt Aber und ich weiß auch dass es strukturschwache Gegenden gibt aber dann gibt's immer noch online beratungen.

00:44:17: Also was das angeht?

00:44:19: Und es ist ein Ampel an jedem sucht nach der Krebs-Beratung Stelle vor Ort Denn dort gibt es eine rebe schnelle Hilfe kostenfrei und bis zu fünf, sechs Termine auch.

00:44:29: Und die oftmals ja auch reichen um eine Orientierung zu kriegen, um eigene Ressourcen zu aktivieren.

00:44:34: Es muss ja nicht immer eine Therapie

00:44:35: sein.".

00:44:37: Was können Angehörige tun?

00:44:39: um einen Menschen, der in so einer Lebenssituation steckt zu unterstützen.

00:44:44: Also ich höre das auch von vielen, dass sie gar nicht so gerne mit ihren Angehörigen darüber sprechen weil sie die nicht belasten wollen aber oder dass sie viele erzählen auch, dass Sie gar nicht beantworten.

00:44:55: erstmal ich stelle Ihnen nächste Frage danach.

00:44:59: Ach eines meiner Lieblingsthemen!

00:45:00: Ich will niemanden belasten.

00:45:01: also es gibt ja so ein ganz ganz tolles Krebs Bullshit Bingo wo einige dumme Aussagen stehen.

00:45:09: Ich lieb das, weil ich gerne mit denen arbeite.

00:45:11: Aber wenn ein Patient vor mir sitzt und sagt, ich möchte meine Umfeld nicht entlasten, dann bin ich gerne provokativ und sage, warum wollen sie das denn nicht?

00:45:19: Ist doch auch belastend, wenn Sie an Krebs erkrankt sind!

00:45:22: Ja aber das will ich nicht so sehr.

00:45:23: über Warum also?

00:45:24: wenn ich eine nahestehende Person von Ihnen wäre würde mich Ihre Krebserkrankung belasten?

00:45:29: ja weil es mich betroffen macht traurig macht dass du sie an Krebst erkranktest mich das nun mal auch betrifft, weil wir uns kennen.

00:45:39: Ich dich liebe ich dich mag Wir seit zwanzig Jahren befreundet sind, wäre auch komisch wenn es mich nicht belasten würde.

00:45:45: also ich verstehe es schon aber wir müssen noch wieder herz hin zum Kollektivismus kommen dass Wenn der Erkrankung so viele Menschen Betrifft Also auch Angehörige dann kann doch jeder auch eine Rolle einnehmen und die Person die direkt davon betroffen ist auch irgendwie zu unterstützen.

00:46:03: Man wendet sich doch bei so vielen Themen an seine Freunde.

00:46:06: Hey, ich brauch da mal dein Ohr oder dies oder jenes!

00:46:09: Aber bei so einer schweren Erkrankung traut man sich das weniger und es finde ich sehr schade.

00:46:14: Was können Betroffene Angehörige tun?

00:46:17: Ich glaube der erste Schritt ist weg vom Denken und hin zum Fragen.

00:46:22: Also nicht denken, ich weiß was du brauchst sondern fragen kannst du diese oder jeneres gebrauchen?

00:46:27: welche Art von Unterstützung Kann ich deinen Haushalt schmeißen?

00:46:31: Kann ich deine Kinder versorgen, kann ich einkaufen gehen.

00:46:35: Also ich glaub das was drüber steht ist je konkreter das Unterstützungsangebot dass so einfacher kann die betroffene Person ja oder nein oder vielleicht sagen und in die Richtung geht es doch hin und sich.

00:46:46: vor allem da sind die beiden großen Sachen finde ich direkte Hilfsangebote.

00:46:50: und das zweite ist vielleicht auch einfach auch sich selber einzugestehen.

00:46:54: hey ich weiß gar nicht was ich sagen soll Ich weiß gar nicht, was du gebrauchen kannst.

00:46:59: Wie ich damit umgehen soll.

00:47:00: finden wir gemeinsam einen Weg wie ich dich unterstützen kann und meine Grenzen wahren kann.

00:47:05: Und wie wird das Beste aus der Situation?

00:47:09: Klingt komisch aber du weißt vielleicht, was ich meine... Was man da eben tun kann!

00:47:13: Das hat viel damit zu tun sich selber einzugestehen dass man kein Profi ist im Umgang mit Krebs.

00:47:18: Das bin ich nicht, das bist Du nicht, sind Betroffene nicht.

00:47:23: Ich glaube, ich hatte da jetzt vor kurzem was auf deinem Insta gesehen.

00:47:26: Wo es darum geht dass man als Angehöriger sagt gibt mir ein Zeichen wenn du Hilfe brauchst, das ist aber nicht das gleiche wie eine konkrete Hilfe anzubieten.

00:47:35: Richtig melde dich doch wenn du etwas brauchst.

00:47:37: Das war ums im Instagram Sprache zu sagen Es ist viral gegangen.

00:47:42: Ja, es mir rupt ob da irgendwas viral geht oder nicht Aber ist ja schön oder traurig, dass sich da so viele gesehen haben.

00:47:50: Ja, das ist doch dieses typische.

00:47:51: Meld dich, wenn du was brauchst!

00:47:52: Als ob ich mich derjenige gerade der gesundheitlich eingeschränkt ist... ...der schwach ist, der Punktpunktpunkt... Dann noch die Kraft hat sich zu melden.

00:48:00: Ah ja?

00:48:00: Du hast mir von einem halben Jahr gesagt, ich kann mich melden!

00:48:03: Kannst du nächste Woche mal mit mir einkaufen gehen?

00:48:07: Kannte Zeit.

00:48:08: Also... Das meine ich damit, dass es doch andersrum eigentlich sein sollte.

00:48:13: Die Angebote sollten bei den Betroffenen landen und nicht andersrum.

00:48:16: Außer es ist natürlich ein tolles Vertrauensverhältnis da Dann kriegt man das auch in beide Seiten hin.

00:48:22: Aber wenn man Hilfe anbietet, dann muss man sie auch durchführen und das gibt's halt leider auch oft so rum.

00:48:31: Das haben die Kommentare ja auch gezeigt, dass es leider nur eine Floskel ist.

00:48:36: Aber andererseits, wenn ich das jetzt aus angehörigen Sicht betrachte oder als jemand der möglicherweise mit jemandem befreundet ist, der eine schwere Zeit durchmacht ... Woher weiß ich denn was ich konkret anbieten kann?

00:48:50: Fragen?

00:48:52: Es sind ganz kleine Fragen.

00:48:57: Die erste ist, was kannst du gebrauchen?

00:49:00: Worin brauchst du Unterstützung?

00:49:02: Was kann ich tun?

00:49:04: Vielleicht auch offenbaren ... Hey!

00:49:06: Ich weiß nicht wie ich dich unterstützen kann.

00:49:09: Ich will dich aber unterstützen und ich will deine Rolle mit einnehmen.

00:49:12: Ich sehe dass du nicht mehr so fit bist das du eingeschränkt bist du Unterstützung vielleicht brauchst, lass uns da einen imaginären Tisch setzen und Aufgaben verteilen.

00:49:22: Weil Krebs nur mal eine Systemerkrankung ist.

00:49:24: Nicht nur der Körper ist betroffen auf körpergeistem Seele aber auch das soziale Umfeld.

00:49:29: Und das meinte ich eben wenn alle betroffen sind können alle auch dafür rangezogen werden um das Beste eben daraus zu holen, Aufgabenverteile.

00:49:37: Das sind nunmal auch solche praktischen wie Unterstützung beim Haushalt Kinderabholen im Kindergarten dies und jenes Und das sind Dinge, die man anbieten kann oder eben gemeinsam herausfindet.

00:49:52: Gibt es Dinge, wo Angehörige oft gut meinen?

00:49:56: Die aber für Betroffene gar nicht hilfreich oder vielleicht sogar eher belastend sind?

00:50:00: Da kann ich aus meinem Erfahrungsschatz sprechen.

00:50:02: Ich habe viele ungefragte Ratschläge gekriegt.

00:50:07: Bist du in der Chemotherapie?

00:50:08: Läuft da gerade Gift in dich rein ... Oder ja, die Dosis macht das Gift.

00:50:13: Dann kriegst du auch noch unzählige Nachrichten.

00:50:17: Ich hab grad gehört, hier hundert Gramm Kokuma am Tag und dann krieg's das morgen weg oder so scheißdreck.

00:50:23: Also ... Ja, Ratschläge sind auch Schläge, sagt man ja auch gerne.

00:50:28: Aber habe ich gefragt, dass du mir sowas mitteilst irgendwie?

00:50:32: Was natürlich gut gemeint ist.

00:50:34: aber mich hat diese typische Wie gehts dir heute?

00:50:37: Wie geht es dir allgemein?

00:50:39: Nicht mal heute, sondern wie geht's dir Frage.

00:50:41: Konnte ich irgendwann nicht mehr hören.

00:50:42: Wenn du dreißigmal am Tag hörst, wie gehts dir was ja echt nett ist aber ich dreißige Mal am Tag wiederholen muss, wie beschissen es mir geht dann geht's beim Ende des Tages noch beschissener und ich hab damals den Blog geschrieben einmal im tach drauf wie es mehr geht und dann konnten die Leute da lesen wie es mir gilt und mussten mich nie mehr fragen.

00:50:58: Aber das mit den Ratschlägen finde ich so nervig.

00:51:01: also zu denken dass man etwas besser weiß als der andere.

00:51:05: Zumindest vorher zum Fragen, ich hab was gehört.

00:51:07: Ich dürfte dir das mal weiterleiten?

00:51:09: Dann liegt die Aufgabe wieder beim Betroffenen zu sagen ja oder nein.

00:51:15: Das hat sich bei mir damals geholft ... Was soll ich denn jetzt mit anfangen?

00:51:19: Mit dieser Schwurblerai-Gaggekoma ist nett und andere Sachen.

00:51:24: Aber das ist ab einem gewissen Punkt auch ein bisschen übergesüßig.

00:51:29: Und das machen halt viele Frauen falsch.

00:51:32: Ja,

00:51:33: absolut!

00:51:34: Was würdest du denn Menschen sagen, die gerade überlegen, ob sie sich psychionkologische Unterstützung holen sollen?

00:51:45: Andersrum.

00:51:45: Warum nicht?

00:51:48: Man denkt ja immer mir jetzt besser als den anderen.

00:51:50: Ich würde jemandem Platz wegnehmen und so weiter.

00:51:53: bei meinen Belastungen sind nicht so schwergewichtet wie deine.

00:51:57: Das ist schon mal ein falscher Ansatz.

00:51:59: Wenn kleine Belastung kann man auch im Kern nicht mal ersticken, wenn man den Raum gibt.

00:52:06: Also mein Credo ist oder den schönsten Satz eigentlich das was isst?

00:52:11: Das darf sein und was sein darf, das wandelt sich.

00:52:14: Erst wenn wir hinschauen, dann verändern sich nun mal Dinge.

00:52:17: Nicht, wenn wir wegschauen.

00:52:19: Und so wie Selbsthilfe ... Auch schon im Kern irgendwo eine Art Therapie auch sein kann, weil man viel andere Methoden hat, nämlich im Gruppenrahmen unter Gleichgesinnten auf die Belastungen oder Bedürfnisse hinzuschauen, was eine Therapie teilweise gar nicht schafft.

00:52:35: Weil Hilfe zur Selbsthilfe passiert nur in einer Selbsthilfergruppe und weil es halt nicht geleitet ist von einem Psychotherapeutin zum Beispiel.

00:52:43: Ich glaube seine eigenen Belastung so ernst zu nehmen dass man sich selbst wert ist Hilfe zu holen ist glaub ich das das wichtigste.

00:52:52: warum sollte man denn da alleine durch viele denken ja ich schaffe das alleine?

00:52:56: Ja musst du auch eigentlich.

00:52:58: also Du kommst schneller wieder auf den Weg, wenn du dich vielleicht anderen anvertraust.

00:53:04: Bevor es eben Symptome gibt die eine Therapie zwingend machen.

00:53:12: Wenn man ganz lange etwas unterdrückt dann kommt das halt irgendwann mal dazu dass es auch eine Störung ist aus der man alleine nicht mehr rauskommt und ich glaube hier früher Hilfe angenommen wird, erkennt man seine eigenen Ressourcen ohne dass es zu einer Therapie

00:53:27: kommen muss.

00:53:29: Das finde ich, ist die Stärke von der Psychiankologie.

00:53:32: Vielleicht mal ein paar Sitzungen zu haben und zu merken auch, ah, eigentlich mache das doch ganz gut!

00:53:37: Dafür war jetzt die Sitzung auch gut.

00:53:38: Wie oft sitze ich hier und sage, ich glaube sie haben alle Werkzeuge, die Sie brauchen?

00:53:42: Ja, das ist mir gerade auch bewusst geworden.

00:53:45: Also es geht weniger um Antworten zu kriegen als die Perspektive auf sich selbst.

00:53:49: Eigentlich mache ich das gut.

00:53:53: Lass uns noch einmal zu deiner Geschichte zurückkommen... Wir haben jetzt darüber gesprochen, wie sich dein Leben verändert hat von.

00:54:00: Zwei tausend vierzehn an sozusagen mit deinem Studium und so weiter mit deinen Arbeitsplatz.

00:54:06: du hast zwanzig dreiundzwanzig in der Nachsorge nochmal die Diagnose metastasen bekommen.

00:54:12: ja Wie war das?

00:54:15: Auch noch mal so eine Schock.

00:54:16: also ganz ehrlich nach neun Jahren da nochmal was zu haben.

00:54:23: Also was ich so für mich an Erfahrung jetzt rausziehe, der letzten elf Jahre wo ich mich mit dem Thema beschäftige geht es weniger um den Istzustand der einen belastet als das was einem genommen wird.

00:54:36: Mir ging's weniger um die Metastase und die Operation sondern um die Perspektive.

00:54:41: was bedeutet das für den Rest meines Lebens?

00:54:44: Was meine ich damit?

00:54:45: also ich hatte natürlich zu dem Zeit Pläne kurzmittel langfristig.

00:54:49: Ich bin in meinem Beruf gut angekommen.

00:54:53: Ich hatte Urlaube geplant, ich wusste so was ich halt machen will in den nächsten Monaten.

00:54:59: Und dann kommt sie unter mir das Tase rein und wirft erst mal alles über einen Haufen!

00:55:04: Also es ist ja nicht nur immer die gesundheitliche Perspektive sondern auch aufs ganze Leben.

00:55:08: du musst halt umplanen... ...was nervt, was scheiße ist, was belastet.

00:55:13: Das ist halt ein ganzheitliches großes Thema.

00:55:20: Mich hat damals einfach gestört.

00:55:22: Ich weiß, das kann man rausoperieren.

00:55:24: Dann ist gut aber dann habe ich wieder Schmerzen für Wochen dort wo die Narben sind.

00:55:30: Dann muss ich irgendwann wieder zur Arbeit.

00:55:33: Dann sind andere Menschen vielleicht belasteter als ich weil sie sich mehr Sorgen machen als ich.

00:55:39: Das tue also.

00:55:40: da sind viele viele Ebenen auf die ich in zu dem Zeitpunkt eigentlich gar keinen Bock hatte und ich war halt einfach geschockt dass nach neun Jahren da einfach wieder was ist.

00:55:47: aber trotzdem kann nicht sagen, wenn ich mich das selber frage.

00:55:50: Ich hab nie dran gedacht daran zu sterben irgendwie und ich hab nie gedacht okay der Scheiß bringt mich um.

00:55:58: Also ich verdränge diesen Gedanken nicht aber irgendwie ist das keiner der mich irgendwie belastet.

00:56:05: Das war auch nach neun Jahren nicht der Fall.

00:56:07: Wenn jetzt noch mal was kommen würde ja dann will ich denken wird es langsam mal eng irgendwie mit den Operationen dass die auch funktionieren und die metastasen operabel sind.

00:56:17: Aber dass was mich am meisten gestört hat oder belastet hat, ist diese ... Was bedeutet das jetzt?

00:56:25: Welche Perspektiven werden wir gerade genommen.

00:56:28: Das ist das, was mich an Essen belastete.

00:56:31: Das Ganze ist ja auch noch mal wieder drei Jahre her.

00:56:35: Wie gehst du denn jetzt in so eine Nachsorgeuntersuchung?

00:56:37: Hat sich da was verändert?

00:56:39: Ich sag mal durch meine Selbsterfahrung und meinen Job aber auch durch die Therapie, also Psychotherapien, Mache habe ich mich ja immer mehr selbst herausgefunden.

00:56:50: Ziel von so einer Therapie ist es, dass man sein eigener Therapeut auch wird und ich hab zum Beispiel das Thema Trauer, was sich früher gar nicht zugelassen hatte.

00:57:00: also ich konnte ... Trauer war keine Ressource für mich mit Dingen umzugehen sondern nur auf die leichte Schulter nehmen Humor, Sarkasmus und solche Dinge.

00:57:07: Und durch die letzten paar Jahre habe ich die Ressourcen Trauer für mich entdeckt.

00:57:13: Ich kann sagen in den letzten Jahren mehr Trauere, mehr Weine auch als früher wo man sagen würde ja das ist doch jetzt so lange schon gut.

00:57:21: Ich habe für mich gemerkt sich von Perspektiven zu verabschieden hat was mit Trauer zu tun und dann fließt auch mal die ein oder andere Träne.

00:57:29: nicht weil es gibt keine negativen Gefühle meiner Meinung nach und Trauer gehört für mich dazu weil ich darin eine Verbundenheit mit mir selber spüre und entdecke.

00:57:40: Wenn ich jetzt in die Nachuntersuchung gehe, bin ich auf eine gewisse Weise angespannt.

00:57:44: Aber kann das zulassen?

00:57:46: Kann drüber sprechen?

00:57:47: Was einfach dazugehört ... Ich fühle mich fähig und wirksam mit den Dingen umzugehen auch mit einer Nachuntersuchung.

00:57:56: Das ist das Ziel, was jeder irgendwo hat, sich selber wirksam zu fühlen selbst im Bewegungen zu führen.

00:58:04: Es ist ein Satz, den ich oft in meiner Beratung sage wenn es dann eben der Fall ist, dass ich meine Patientinnen entweder in einer Starheit empfinde oder in Bewegung.

00:58:14: Und in ... Neunzig Prozent der Patienten sind in Bewegungen, wobei sie selber mit den Dingen umgehen können und nicht in so eine Angststarheit irgendwie sind.

00:58:24: Sondern ich frage oft ja was wie gehen Sie denn?

00:58:26: Mit der Nachuntersuchung im Jahr?

00:58:27: Ich tue mir dann etwas Gutes Oder ich lenke mich ab usw.

00:58:30: Ja das sind Ressourcen die kurzfristig allen voran Ablenkung total gut sind.

00:58:36: Machen Sie das langfristig, können wir gucken dass sie vielleicht mal hingucken und so weiter.

00:58:40: aber kurzfristige Ablehnung von der Nachuntersuchung ist hervorragend also ergibt es da könnte ich mich jetzt in vielen Gedanken verstricken und weiterreden.

00:58:48: aber ich fühle mich wirksam mit den nachuntersuchen umzugehen und das ist das worums geht und ich gestehe mir einen belastet zu sein nicht gestehlen mir ein angespannt zu sein.

00:59:01: Trotzdem zeigen mir diese Gefühle eine Verbundenheit zu mir selbst und das ist viel wichtiger als die Anspannung.

00:59:06: Das heißt, du bist viel für weicher mit dir selber geworden?

00:59:09: Absolut!

00:59:12: Ich kann den Gedanken ja auch eine Gestalt geben.

00:59:14: Es geht oftmals darum, etwas Gedanken in eine Gestaltung zu geben.

00:59:17: Das können Worte sein, das kann ein Kunsttherapie, ich kann Dinge in einer Gestaltung geben und ausdrücken... Ich hatte mal eine Beratung bei einem Systemiker, bei einem Mann in einem Männerbüro.

00:59:28: Der hatte gemeint, Gefühle müssen sich ausdrücken bevor sie sich eindrücken.

00:59:34: Fand ich echt toll!

00:59:35: Und ich habe glaube ich geschafft meinen Gefühl einen Ausdruck zu geben und das ist Gold wert für mich und die nicht irgendwo im meinem Körper sich eindrecken sondern eben raus dürfen.

00:59:48: Und ich bin oft berührt von Dingen, von Liedern, von Situationen wo ich merke Mensch finde ich toll oder das bin ich eben traurig und dann darf es raus.

00:59:59: Voll schön!

01:00:00: Ja,

01:00:00: finde ich auch.

01:00:02: Ich find's toll dass du deine Geschichte erzählt hast und wir ja auch so ein bisschen über Psycho-Onkologie gesprochen haben.

01:00:07: Gibt es etwas was du zum Ende unserer Folge noch der einen oder anderen Hörerin oder dem einen oder andere Höher mit auf den Weg geben möchtest?

01:00:15: Viel, viel haben wir noch.

01:00:17: Ich glaube das ist wichtigste aber das gibt viele wichtige.

01:00:22: Ich glaube, das eine habe ich ja gerade schon gesagt.

01:00:24: Das was sich nicht ausdruckt drückt sich ein.

01:00:26: und wenn wir es schaffen mit uns selbst auch weich zu sein wie du's grade gesagt hast seinen System, seines soziales und professionelles Umfeld einfach auch zu aktivieren und sich selbst einzugestehen hey ich brauche Unterstützung oder sich vielleicht nicht einzugestehen ich brauch Unterstützung sondern hey ich brauch euch egal wie die Unterstützung aussieht lasst uns da gemeinsam ran Weil das hilft auch den anderen Zugehörigen, wenn die nun mal eine Aufgabe haben.

01:00:54: Und sie vielleicht auch einzugestehen herrlich?

01:00:57: Ich nimm immer so ein Beratungstermin wahr und wenn ich nach einer Stunde aus diesem Beratungstermin nach einem psychologen Termin rausgehe und sage hey, ich glaub' ich mach's richtig oder ich glaube', ich machs gut dann ist das ja auch ne tolle Bestätigung, die man von jemandem kriegt.

01:01:11: oder für sich selber der da vielleicht nen neutralen Blick irgendwie drauf hat.

01:01:16: Muss nicht immer Psycho-Onkologie sein, das kann Selbsthilfe sein.

01:01:19: Das kann ein toller Urlaub sein, viele Dinge.

01:01:24: Das was hilft, das hilft normal und ist sehr individuell wie die Angst doch selbst auch in sehr Individuelles.

01:01:33: Nach einer Krebserkrankung kann es eine ganze Weile dauern bis man sich in seinem eigenen Körper wieder wohlfühlt.

01:01:38: darüber haben wir ja auch gesprochen.

01:01:40: Auch Fotografie kann dabei helfen sich

01:01:41: selbst

01:01:42: einmal mit anderen Augen zu sehen also die Perspektive zu wechseln.

01:01:47: Genau deshalb fotografiere ich Frauen mit oder nach einer Krebserkrankung.

01:01:51: Wer das selbst gerne einmal erleben möchte, der findet alle Informationen zu meinen Shootings auf meiner Website.

01:01:58: Lieber Carsten!

01:01:59: Ich danke dir von Herzen für deine Zeit, dass wir beide miteinander darüber gesprochen haben was eigentlich Psycho-Onkologie bedeutet wie dein Weg für dich war und ich wünsche dir von herzen alles alles Gute.

01:02:10: vielen Dank

01:02:11: Danke dir auch euch auch

01:02:16: Ich hoffe sehr, dass auch diese Folge für dich wertvoll war und du einige Dinge für dich selbst

01:02:20: mitnehmen konntest.

01:02:22: Auf www.franciska-günder-fotografie.de findest Du mehr über mich und meine Arbeit.

01:02:28: Informiere Dich gerne zu schön und stark.

01:02:30: ein Fotoprojekt für Frauen mit oder nach einer Krebserkrankung Den Schönen und Stark Einzelschutings Dem Podcast lebe selbst voll Und weitere Projekte die Frauen auf ihrem Weg stärken.

01:02:42: Teile gerne diese Folge mit deiner Familie und deinen Freunden, und hilf so dabei den Podcast Lebe Selbstvoll weiter in die Welt zu tragen.

01:02:50: Lass mir auch supergerne fünf Sterne da!

01:02:52: Und teile deine Gedanken- und Erfahrungen zum Thema auf Instagram et Franziska Günther Fotografie mit mir.

01:02:58: Ich wünsche dir alles Liebe, Lebe Selbstvoll, Deine Franziska.

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