#180 Diagnose Bauchspeicheldrüsenkrebs
Shownotes
* Diagnose Bauchspeicheldrüsenkrebs - im Gesräch mit Eva *
Im Spätsommer 2022 spürte Eva, dass etwas mit ihrem Körper nicht stimmte. Immer wieder fühlte sie sich nach dem Essen unwohl. Dann kamen starke Übelkeit, Rückenschmerzen und Fieber hinzu. Als ihre Hausärztin schließlich ihre Blutwerte kontrollierte, waren die Leberwerte so stark erhöht, dass Eva sofort ins Krankenhaus musste.
Zunächst wurden Gallensteine vermutet. Doch bei den Untersuchungen entdeckten die Ärzte ein Gewächs, das ihren Gallengang verschloss. Drei Gewebeproben brachten keinen eindeutigen Befund. Schließlich wurde Eva zu einer großen Operation, der sogenannten Whipple-OP, geraten.
Erst danach stand fest: Eva hatte Bauchspeicheldrüsenkrebs, der bereits in die Lymphknoten gestreut hatte.
Es folgten zwölf Zyklen Chemotherapie über sechs Monate. Eine Zeit, die Eva körperlich und seelisch enorm forderte.
Besonders getragen fühlte sich Eva von ihrer Familie und ihren Freunden. Gemeinsam mit ihrem Sohn zog sie wieder bei ihren Eltern ein. Sie ließ auch die schweren Gefühle zu, die ihre Erkrankung und die Behandlung mit sich brachten.
Nach Abschluss der Chemotherapie zeigte das Kontroll-CT keinen Hinweis auf Krebs. Für Eva begann ein neuer Lebensabschnitt, in dem sie vieles grundlegend veränderte.
In dieser Folge erfährst du:
- wie aus zunächst unklaren Beschwerden die Diagnose Bauchspeicheldrüsenkrebs wurde
- warum Eva trotz drei unauffälliger Gewebeproben operiert wurde
- wie sie die große Operation und die anschließende Chemotherapie erlebte
- wie Familie, Freundschaften und das Zulassen ihrer Gefühle sie durch diese Zeit begleiteten
- und warum sie nach der Behandlung ihr Leben noch einmal neu ausrichtete.
Ich hoffe sehr, dass auch diese Folge für dich wertvoll ist und du einige Impulse für dich selbst mitnehmen kannst.
Vielleicht kennst du das Gefühl dich selbst nicht mehr richtig zu erkennen - besonders nach einer intensiven Zeit wie einer Krebstherapie. Genau darüber sprechen wir an meinem kostenfreien Zoom-Abend "Zurück zu dir". Ein Abend für Frauen nach einer Krebstherapie - über den eigenen Körper, Veränderungen und den Weg zurück zu sich selbst. Alle Infos, Termine und die Anmeldung findest du hier: https://www.franziskaguentherfotografie.de/zurueck_zu_dir
Wenn du Kontakt zu Eva aufnehmen möchtest, findest du sie auf Instagram @evadoerenthal.
Wie immer freue ich mich riesig, wenn du deine eigenen Erfahrungen oder deine Gedanken zur Folge auf Instagram @franziskaguentherfotografie mit uns teilen möchtest, schreibe gerne in die Kommentare. Hinterlasse mir auch super gerne 5 Sterne und abonniere & teile den Podcast mit deinen Freunden und deiner Familie. So hilfst du dabei den Podcast LEBE SELBSTVOLL weiter in die Welt zu tragen.
Meine auditiven Begleiter "Fühl dich schön" und "Fühl dich ruhig" findest du auf https://www.franziskaguentherfotografie.de. Mit Meditationen und Reflexionsfragen begleiten sie dich dabei, dir bewusst Zeit für dich zu nehmen, deinen Körper wieder mit einem liebevollen Blick zu sehen oder einfach einmal zur Ruhe zu kommen.
Alle Infos zu meiner fotografischen Arbeit, den schön & stark Einzelshootings, dem Podcast LEBE SELBSTVOLL und den schön & stark Gruppenshootings findest du ebenfalls auf meiner Website.
Ich wünsche dir alles Liebe, lebe selbstvoll, deine Franziska
Transkript anzeigen
00:00:09: Hallo und herzlich willkommen zu einer neuen Folge von Liebe selbstvoll, dem schönen und starken Podcast für mehr Selbstfürsorge.
00:00:17: Hier geht es um Frauen die an Krebs erkrankt sind – um die Erfahrungen, die sie während der Therapie gemacht haben, um ihre Sorgen und Nöte aber auch um mögliche Richtungswechseln, die eine Krebsdiagnose mit sich bringen kann!
00:00:30: Wir sprechen darüber, was dir das Leben erleichtern kann.
00:00:33: Welche Erkenntnisse betroffene Frauen im Laufe der Zeit gewonnen haben und wo die Prioritäten im Leben liegen?
00:00:38: Ich wünsche dir ganz viel Freude beim Zuhören!
00:00:43: Hallo und herzlich willkommen!
00:00:44: Mein Name ist Franziska Günder-Göhnpfenig.
00:00:47: ich bin Fotografin und fotografiere Frauen nach einer Krebserkrankung um sie dabei zu unterstützen wieder einen neuen Blick auf ihren Körper zu finden.
00:00:57: Ich freue mich sehr dass du eingeschalten hast.
00:01:00: Mein heutiger Gast ist Eva.
00:01:02: Sie erhielt zwanzig-zweiundzwanzig die Diagnose Bauchspeichel, Drüsenkrebs beziehungsweise die Diagnose Gallengangs-Karzinom – eine Diagnese über die wir hier bei Lebe selbstvoll bisher noch gar nicht gesprochen haben.
00:01:16: Liebe Eva, schön dass du da bist!
00:01:18: Guten Morgen Franziska.
00:01:19: ich freue mich sehr heute hier sein zu dürfen.
00:01:23: Eva wenn wir ganz an den Anfang deiner Geschichte gehen Wann hast du denn zum ersten Mal Veränderungen an deinem Körper bemerkt?
00:01:30: Das hat begonnen im Spätsommer, zwanzig zweiundzwanzig.
00:01:35: Da war so ein Unwohlgefühl immer wieder auch nach dem Essen aber nicht ganz greifbar und irgendwann kam wirklich so einen kleinen Zusammenbruch mit furchtbarer Übelkeit, mit Schmerzen im Rücken und auch Fieber.
00:01:53: bisschen Verkühlung war mit dabei.
00:01:56: Ich wusste ganz genau, da ist etwas was nicht stimmt.
00:02:01: Ich konnte es aber nicht nicht greifen.
00:02:05: War das der Moment wo du dann den Arzt aufgesucht hast?
00:02:07: Weil ich glaube wenn ich jetzt von mir aus gehe würde ich zumindest vielleicht eher wenn du sagst Schmerzen im Rücken und so keine Ahnung eine Blasenentzündung ne Nierenbeckenentzünnung oder sowas denken.
00:02:20: Das war mit einer der Gedanken, die ich tatsächlich hatte.
00:02:24: Aber es war so in mir drinnen das Gefühl, na sowas wie das... Es ist ganz eigenartig.
00:02:30: Ich konnte zuerst nicht fassen und bin dann... Es war ein Wochenende.
00:02:33: Bin dann Montag wirklich zu meiner Ärztin gegangen.
00:02:36: Er war eine Vertretungsärztin da, die mich nicht kannte.
00:02:39: Und ich habe ja gesagt, da ist was!
00:02:42: Da stimmt etwas nicht.
00:02:43: Und damals habe ich irgendwie das Gefühl ...das hat mich gar nicht zu tun.
00:02:49: Die war ein bisschen überfordert mit mir, muss man sagen und hat mir dann so was Homeopathisches verschrieben.
00:02:56: Weil sie meinte es war ja auch eine Verkühlung da und ich soll noch ein paar Tage warten.
00:03:01: Dann wird's besser sein.
00:03:03: So der aber nicht besser.
00:03:04: am nächsten Tag habe ich mich noch schlechter gefüllt.
00:03:07: Da war wieder meine Hausärztin da die mich schon kennt seit ich ein Baby war zu der bin ich inspaziert und gesagt du das stimmt etwas nicht.
00:03:16: Die hat Blut genommen und am nächsten Tag in der Früh, ich glaube es war kurz nach halb sieben, hat sie mich angerufen und er gesagt bitte fahr sofort ins Krankenhaus.
00:03:26: Lass das anschauen deine Leberwerte sind hinsatz von Gut-und-Böse.
00:03:32: Für alle die das vielleicht nicht wissen... ...die Gallenblase sitzt im rechten Oberbauch direkt an der Unterseite der Leber Und also sie liegt quasi so eingebettet einer kleinen Vertiefung in der Gallen Blasengrobe an der Lebarunterseite.
00:03:46: Weil das musste ich jetzt selber erst mal nachschauen, weil ich gar nicht so richtig hätte orten können.
00:03:52: Wo jetzt die Galle ist?
00:03:52: Weil du gerade gesagt hast, du hast die Galley vermutet finde ich total spannend!
00:03:57: Ich muss auch ehrlich sagen Franziska heute weiß ich nicht warum aber das war so... Das kam so aus mir raus.
00:04:04: sehr offensichtlich sind wir ja da doch viel schlauer mit dem Körper verbergen als wir es oft wahr haben wollen.
00:04:11: Ja.
00:04:12: Total spannend.
00:04:13: Wie ging das dann weiter?
00:04:14: Deine Blutwerte waren super schlecht!
00:04:17: Ja, ich bin dann zum Ultraschein gefahren und da war dann höchster Alarm.
00:04:22: Da wurde mir mitgeteilt dass meine Geilenblase zum Zerplatzen gefüllt sei und ich wurde eigentlich direkt ins Krankenhaus weiter geschickt.
00:04:33: Da wurden am nächsten Tag ja vermeintlich zu zertrümmern von Geilensteinen in den OP geschoben.
00:04:41: Ja und beim Aufwachen wurde mir mitgeteilt, dass ein Stand gesetzt wurde.
00:04:46: Dass es keine Geilensteile sind sondern das da einen Gewächs meinen geilen Gang umschließt und zudrückt.
00:04:56: Um Gottes Willen!
00:04:57: Okay aber das ist ja im Grunde das Gegenteil von bis zum Zerplatzen gefüllt
00:05:02: Naja, durch dieses Gewächs.
00:05:04: Du musst dir vorstellen das saß unten am Geilengang und hat wirklich diesen Geilngang zugedrückt und dadurch konnte die geilen Flüssigkeit aus der Geile nicht abfließen.
00:05:12: Ja okay.
00:05:14: Und das war dann auch der Zeitpunkt.
00:05:16: da hat man es dann gesehen.
00:05:18: also da wurde ich so dieses klassische Die Augen die Haut wurde alles gelb.
00:05:23: Da war dann klar ok da ist wirklich etwas mit der Galle.
00:05:26: Also das habe ich dann auch schon im Spiegel gesehen.
00:05:30: Das heißt, Sie haben den Stent gesetzt damit die geilen Flüssigkeit abfließen kann oder?
00:05:34: Damit die geile Flüssigkeiten abfliesen können.
00:05:37: Es wurde dabei auch Gewebe entnommen und ich war dann fast zwei Wochen im Krankenhaus mit unzähligen Infusionen um hier wieder ins Gleichgewicht zu kommen und auch die Entzündungswerte wieder ins gleich Gewicht zu kriegen.
00:05:55: Es hat unglaublich lange gedauert, die Histologie war zu dem Zeitpunkt immer noch nicht da.
00:06:01: Ich wurde dann nach Hause entlassen und da habe ich dann – das war ein riesengroßes Glück – eine unfassbar schlimme Geilenkolik bekommen weil dieser Stand verrutscht ist.
00:06:16: Und im Endeffekt hat mir dieses Verrutschen des Stands und diese Geilenkollig von der ich wirklich sage so was hatte ich noch nie zuvor erlebt.
00:06:26: Das waren Schmerzen, die waren unvorstellbar.
00:06:29: aber ich wurde wieder ins Krankenhaus gebracht Gott sei Dank weil wie gesagt das hat mir das Leben gerettet.
00:06:35: Ja
00:06:36: Boah das
00:06:36: klingt ja total gruselig.
00:06:38: das heißt du hast also hast quasi eine Vergiftung gehabt?
00:06:41: Gar nicht in Vergiftungen sondern eben dieser Stand war verrutscht.
00:06:44: und da die Öffnung hat wohl ins Gewebe gedrückt und dadurch konnte die Galle nicht weiter abfließen.
00:06:53: Ah,
00:06:54: okay.
00:06:55: Ja?
00:06:56: Und dann wurde ein Spezialist aus dem Wiener AKH geholt der einen neuen Stand gesetzt hat am nächsten Tag, der nochmal Gewebe entnommen hat weil die erste Histologie war.
00:07:08: tatsächlich... Da gab es kein Ergebnis dazu.
00:07:12: Der aber gesagt hat da ist was!
00:07:14: Da hat's was!
00:07:15: Dann müssen wir genauer hinschauen.
00:07:18: Also auch diese Gewebentnahme ergab nichts.
00:07:23: Der ist aber dran geblieben und hat gesagt, er möchte noch eine genauere Untersuchung machen.
00:07:29: Und ich würde mal sagen dieser Gastroenterologe, das war der Professor Schöniger Heckele, der hat mir wirklich das Leben gerettet weil er so dran gebleiben ist.
00:07:39: Ja... Ich habe ein paar Fragen Eva!
00:07:44: Im Grunde könnten ja dann Gallensteine aber ähnliche Symptome machen.
00:07:49: Den Ausgang, den Abfluss verschließen sozusagen und dann hätte man so eine Gallenkoholik im Zweifel auch.
00:07:56: Also das war gar nicht so abwegig da erst an Gallenstein zu denken.
00:08:00: Unbedingt!
00:08:00: Das ist sogar, würde ich mal sagen der Hauptgrund für eine Gallenkoholique
00:08:05: Und konnte man das auf bildgebenden Verfahren gar nicht erkennen?
00:08:09: Was da um die Galle sich... was da herumgewachsen ist.
00:08:14: Also es hat dann natürlich stattgefunden ein City, es gab einen MRT.
00:08:20: Es gab auch mehrere Untersuchungen und ja da hat man dieses Gewächs sozusagen das von außen zugedrückt hat gesehen.
00:08:28: Man hat aber den Ursprung noch nicht gefunden bzw.
00:08:32: hieß immer man muss einfach schauen wo kommt das her?
00:08:36: Es war zu dem Zeitpunkt natürlich auch schon die Rede von einem Tumor oder von Krebs und da ist es ganz, ganz spannend.
00:08:43: Auch wenn man sich so die Phasen von schweren Erkrankungen anschaut, da ist ja auch von Verleutenung die Rede Und ich muss dir ganz ehrlich sagen zu diesem Zeitpunkt Ich habe diese Worte Tumore, ich habe diese Worte Krebs nicht wahrgenommen
00:08:59: Ja das ist wirklich total interessant.
00:09:03: Das heißt Du hast ja gerade gesagt, der Professor, der Gastroenterologe ist da dran geblieben und hat sich das noch mal angeschaut.
00:09:12: Ich finde es irgendwie so verwunderlich, dass da gar kein Befund dann war.
00:09:19: Ich meine, ich habe zweimal eine Gewebeprobe entnommen... Ist doch komisch oder?
00:09:25: Dass nicht das gleich ergeben hat was es im Endeffekt auch war!
00:09:29: Ja Franziska, absolut.
00:09:30: Es gab dann sogar noch eine dritte Gewebeentnahme und auch da konnte jetzt nicht Nachtgewiesen werden ein Geweber das jetzt an einen Tumor hingedeutet hätte.
00:09:42: man muss allerdings dazu sagen dass dieses ganze Geweben auch aufgrund dieser geilen Kollege Zetterer dabei viel Entzündung drin wo es auch die Bauchspeicheldrüse entzündet gewesen sind.
00:09:53: Und da ist es dann, so habe ich mir das erklären lassen, wahnsinnig schwer auch wirklich Gewebe so punktgenau zu entnehmen oder das nachzuweisen.
00:10:05: Wie ging das dann weiter?
00:10:06: Dein Herr Professor Doktor den Namen hab' ich jetzt schön...
00:10:11: Der Professor Schöniger Heckel, den Namen werde ich nicht vergessen.
00:10:15: Das ist ja auch ein schöner Name!
00:10:17: Absolut,
00:10:17: absolut!
00:10:18: Ja der hat mich an einen großartigen Kirurgen auch in Wiener AKH weitergeleitet gleich direkt im Prof.
00:10:25: Dr.
00:10:25: Martin Schindl.
00:10:27: bei dem habe ich dann auch ganz schnell einen Termin bekommen.
00:10:30: und es gab dann zwei Möglichkeiten.
00:10:32: Es gab die Möglichkeit abzuwarten den da noch weiter mit einem Stand zu arbeiten, der hätte alle paar Monate erneuert gehört oder eben die zweite Möglichkeit eine Wippel-Obi durchzuführen.
00:10:45: Die wäre auf jeden Fall notwendig gewesen, auch ohne als einen Krebs befunden weil eben ja die geilen Blase beziehungsweise der Abfluss hier zugedrückt wurde und der Professor Schindl hat mich unglaublich gut beraten sehr menschlich aber auch sehr konkret sehr auf den Punkt geraten.
00:11:08: zu dieser Wipel-OP.
00:11:12: Die Entscheidung war eigentlich in der ersten Sekunde klar, ich meine diese Wiple-OP das ist eine unglaublich große OP.
00:11:17: da wird der zwölf Fingertamen entfernt, da wird die Geilenblase, die Geilengänge entfernt und auch der Bankreiskopf wird alles neu vertratet also auch Magen mit Darm und die Geidenflüsse
00:11:29: etc.,
00:11:29: das ist ja unglaublich komplex unser Körper.
00:11:33: Aber es war klar, dass diese Operation wird.
00:11:36: Und ich habe mich auch beim Professor Schindl sofort gut aufgehoben gefühlt und so ging's dann eben in Richtung Operation.
00:11:48: War denn zu der Zeit schon irgendwie klar das es Krebs ist oder noch nicht?
00:11:56: Es gab diesen starken Verdacht... keinen Nachweis im Sinn von der Gewebeentnahme, aber so wie ich sie nachhinein dann wirklich auch erst verstanden habe war das wohl schon klar für die Ärzte dass es sich hier um Krebs handelt.
00:12:15: Du hast dann also dieser großen Operation zugestimmt und im Grunde wurde ja dann dieser Tumor entfernt und konnte nochmal richtig untersucht werden oder?
00:12:27: Genau, genau.
00:12:28: Also die Operation und das ist vom Datum her ist mir das irgendwie so auch so wichtig.
00:12:33: Die hat stattgefunden am Freitag den dreizehnten Jänner zwanzig dreiundzwanzig.
00:12:42: Okay!
00:12:42: Das war ein Moment, den ich nie vergessen werde weil der Professor Schindl schlägt mir das vor und sagt so oh das ist ein freitag der Dreizehn.
00:12:51: Ich habe gesagt ja wunderbar dass es ein Glückstag.
00:12:58: Und dann bist du, hast du diese, diese Wippelopie?
00:13:01: Wenn ich das richtig wippe.
00:13:03: Ja genau!
00:13:04: Hast Du also... Also das muss ja auch wirklich eine große Operation gewesen sein mit Bauchschnitt und so weiter oder?
00:13:12: Das ist eine große Operation.
00:13:14: Ich hab jetzt auch so einen ca.
00:13:15: zwanzig Zentimeter im Schnitt, einmal von oben nach unten fast ... Das ist in diesem Bauchbereich einer der größten Operationen, die man erleben kann und überleben kann.
00:13:30: Ja!
00:13:31: Und wie war das?
00:13:34: Du hast ja gesagt du wurdest total toll aufgeklärt.
00:13:37: Du hattest also dieses Datum.
00:13:40: Hattest du Angst?
00:13:42: Franziska, ich hatte unfassbare Angst.
00:13:46: Ich hatte riesengroße Angst.
00:13:48: vor allem du musst dir auch vorstellen ich habe sozusagen die Zusage zur Operation so Anfang Dezember erhalten.
00:13:59: Da hat man auch der Professor Schinkel gesagt, er möchte das eben gerne im Jänner machen.
00:14:02: Weil natürlich auch über die Weihnachtsfeiertage nicht so die volle Besetzung da ist.
00:14:07: Der selber hatte dann auch Urlaub und er sagte er möchte dann die ganze Zeit auch da sein was sich wunderbar fand.
00:14:14: Aber ich hatte natürlich dann über Weihnachten, auch über die Weihnachtsfeiertage ja auch einige Zeit da immer wieder mal zu denken.
00:14:22: Immer wieder auch zu verdrängen.
00:14:23: Das war mir auch ganz wichtig gerade auch davor sehr am Leben teilzunehmen mit meinem Sohn und meiner Familie, die unglaublich großartig waren in dieser Zeit noch danach.
00:14:34: Ja
00:14:37: okay das heißt du hast Zeit gehabt davor?
00:14:40: Hast Du gegoogelt?
00:14:41: Hast du dich informiert?
00:14:44: Wohl du wusstest ja eigentlich noch gar nicht, was das für eine Erkrankung war zu der Zeit?
00:14:49: Ich wusste doch nicht hundertprozentig, was es für eine erkrankung waren.
00:14:52: Beziehungsweise war ich wirklich so in dieser Verleugungsphase.
00:14:57: Das ist eine große Operation und muss jetzt einfach sein aber danach bin ich total gesund.
00:15:04: Das war meine Haltung dazu und das war meine Idee auch gut Ich hab die VIP-Lobby musste ich gar nicht googeln, weil ich wirklich so großartig aufgeklärt war.
00:15:14: Ich habe auch von beiden Ärzten die Handynummer bekommen und auch den Auftrag.
00:15:20: sozusagen wenn es eine Frage gibt dann soll ich mich da gerne jederzeit melden.
00:15:24: das war natürlich wahnsinnig beruhigend und auch sehr gut.
00:15:28: allein das zu wissen hat mich immer wieder gut aufgefangen und beruhigt.
00:15:34: Kann denn der Mensch so ohne weiteres ohne Gallenblase, zwölf Fingerdamen.
00:15:42: Was hast du noch gesagt?
00:15:44: Pankriaskopf kann man so normal weiterleben?
00:15:48: also das hört sich ja wirklich sehr gewaltig an.
00:15:52: Franziska es ist gewaltiger und wenn ich mir so genau überlege dann denke ich immer wieder mal wie großartig einerseits die Medizin ist wie ein Chirurg so fein arbeiten
00:16:02: kann.
00:16:03: Ja, Wahnsinn!
00:16:04: Und was aber auch unser Körper kann, dieses Wunderwerk.
00:16:08: Das war mir schon immer bewusst, dass das unfassbar großartig ist, was unser Körper kannt.
00:16:13: Aber jetzt noch umso mehr?
00:16:14: Ja er kann es!
00:16:17: In meinem Fall braucht da kleine Hilfsmittel im Sinne von zum Beispiel der Banker-Erskopf, der produziert Enzyme die wir zur Fettverdauung, zur Proteinverdauerung und zur Kohlenhydratverdaurung brauchen.
00:16:31: Die muss ich heute zuführen.
00:16:32: Also beim Essen nehme ich in Züme mit dazu, weil ich sonst tatsächlich das Essen gar nicht verwerten könnte.
00:16:40: Ja, ja Wahnsinn!
00:16:42: Ich meine dass es diese Möglichkeiten gibt.
00:16:44: also unglaublich.
00:16:46: Unglaubliche
00:16:48: Wie ging es dir dann nach?
00:16:49: Du wurdest am Freitag den thirteenthen Januar twenty-three operiert.
00:16:53: Ich wurde operiert und bin dann geplanterweise auf der Intensivstation aufgewacht.
00:17:01: Da war so dieser Moment des Aufwachungs, das werde ich nie vergessen.
00:17:08: Schmerzen in einer unfassbaren Intensität auch dieses Gefühl überhaupt keine Kraft im Körper natürlich mit Sauerstoff versorgt und angeschlossen an alle möglichen Geräte die gebiebst haben.
00:17:22: Und das war so ein Moment wo ich mir gedacht habe oh wow!
00:17:27: Ich glaube dass ist gerade so viel stärker und intensiver und heftiger als ich mir das jemals hätte vorstellen können.
00:17:35: Ich weiß nicht ob ich das schaffe.
00:17:39: Und dann kam aber ganz schnell, und es war dann für den weiteren Verlauf auch so mein Motor und meine Maschine in solchen Momenten.
00:17:50: War der Gedanke, naja Moment!
00:17:52: Aber du bist nicht nur allein für dich zuständig und verantwortlich, sondern ich bin alleinerziehende Mama eines damals gerade zwölf Jahre alten Sohnes.
00:18:04: Und der war ab der Sekunde dann mein Motor aufgegeben.
00:18:10: Geht nicht!
00:18:11: Du musst da jetzt durch.
00:18:15: Wow...
00:18:17: was man dafür Kräfte entwickelt?
00:18:19: Ja, was man dafür Kräfte entwickelt.
00:18:21: Was unter nächster Gedanke war dann auch?
00:18:23: Ich habe mich irgendwann bei meiner Familie gemeldet, weil es war so abgemacht und ich dachte, ich muss denen jetzt ein Lebenszeichen ergeben.
00:18:35: Ich habe da ein Foto von mir gemacht mit dem Sauerstoff
00:18:38: etc.,
00:18:39: und habe dabei ... Es war mehr ein Zähnefletschen als wirkliches Lächeln aber hab das fotografiert, schickte und zugeschrieben Lachen geht noch.
00:18:51: Und das ist auch so einer meiner Motoren geblieben.
00:18:57: Dieser Gedanke, egal was es ist, egal wie schlimm es ist ich finde jeden Tag etwas um zumindest die Mundwinkeln hochzuziehen und das war nicht immer leicht aber es hat trotzdem gut getan.
00:19:11: Ja ich glaube so dass es eine Gabe, das erzählen viele Frauen, dass sie trotz allem was gerade passiert was finden, was irgendwie doch schön ist.
00:19:22: Also wow!
00:19:25: Ja weißt du ich glaube das ist auch... also ohne etwas Schönreden zu wollen aber immer wieder auch im Allerschlimmsten einen Moment zu finden so eine Gitze gerne Insel wo man sagt so arbeit ruhig mich kurz von all dem aus was da ist.
00:19:41: ein kleiner Dankbarkeitsgedanke auch gegen den Widerstand.
00:19:46: ja weil es gibt Momente da Hat man auch das Gefühl, wofür soll ich jetzt bitte dankbar sein?
00:19:50: Und ich finde es auch ganz wichtig.
00:19:52: Weißt du da nicht in eine toxische Positivität hinein zu kippen?
00:19:57: Weil das natürlich dann auch wahnsinnig belastend sein kann für Menschen die das gradverständlicherweise nicht schaffen.
00:20:05: Ja absolut!
00:20:08: Wie ging das weiter?
00:20:10: Ich war ein paar Tage auf der Intensivstation, seit wahnsinnig lang gedauert bis diese Schmerzen so langsam unter Kontrolle waren.
00:20:21: In der Zeit auch eben das Intensifstationsleben zu erleben.
00:20:24: ich war nicht allein in einem Raum sondern mit anderen Menschen die auch ganz schwere Dinge zutragen hatte.
00:20:30: also das war schon noch auf der psychischen Seite sehr schwierig.
00:20:37: Der Kirurg hat auch nach der Operation, war er dann kurz bei mir und ich kann mich erinnern.
00:20:42: Er hat gesagt ja also im Bauch speichelt Rüsen Kopf.
00:20:45: das ist jetzt bei der Histologie.
00:20:46: aber da war etwas zu spüren.
00:20:49: Das war mir klar, das habe ich auch gehört.
00:20:51: Aber auch das hab' ich dann gleich wieder schön auf die Seite in ein Kästchen verpackt.
00:20:57: Dann ging es auf die Normalstation, aber normal war da noch nichts.
00:21:04: Ich war weiter angehängt an alle möglichen Überwachungsapparate.
00:21:10: Es ging dann doch recht schnell wieder in dieses Aufstehen.
00:21:14: Aber mehr als so ein, zwei Schritte waren am Anfang gar nicht möglich.
00:21:19: Das hat sich dann jeden Tag ein bisschen gesteigert.
00:21:23: Dann musst du dir vorstellen natürlich musst du nach so einer Operation auch wieder lernen zu essen was gar nicht so leicht war.
00:21:33: also jedes mal wenn das Essen serviert wurde und da ging es am Anfang wirklich nur um einen Bissen, um zwei Bissen um klare Suppe, um ein Stück weiß Brot Also sobald das Essen da war, allein der Geruch... also ich bin in drinnen ausgebrochen.
00:21:48: Ich hab gewusst,
00:21:49: ich
00:21:49: muss aber wieder anfangen!
00:21:51: Ich muss natürlich auch wieder zu Kräften kommen und ich muss all das jetzt wirklich durchziehen weil ich auch jeden Tag weiter an Gewicht verloren habe.
00:22:03: Und ja, so waren das wirklich viele kleine Schritte und viele kleine Wissen die so meinen Tag bestimmt haben.
00:22:13: Wann hast du denn von dem Ergebnis der Gewebeprobe der Pathologie erfahren?
00:22:19: Das war auch etwas für das ich heute noch unglaublich dankbar bin, weil natürlich so eine Histologie normalerweise je nachdem dauert es ungefähr vier bis fünf Tage.
00:22:31: Jetzt war ich über dreieinhalb Wochen im Krankenhaus nach dieser Operation, weil ich dann auch noch einen Krankenhauskeim mehr eingefangen
00:22:41: habe
00:22:41: Und du musst dir vorstellen, dass die Nähte nach so einer Operation wären.
00:22:45: Ich glaube, nach einer Woche werden die Nähten gezogen.
00:22:47: Das ist ja doch eine sehr lange Nabe.
00:22:50: und morgen nach dem Nähte ziehen kam die Schwester rein und mir ging es nicht gut... Die hat die Wunde versorgt und plötzlich hat sie aufgeschrien, waren noch einige Zentimeter dieser Narbe sind wieder aufgegangen.
00:23:07: Und es kam Flüssigkeit raus.
00:23:09: also kein schöner Anblick in dem Moment.
00:23:11: Ich habe das aber gar nicht so hundertprozentig wahrgenommen, weil ich zu dem Zeitpunkt schon Fieber hatte.
00:23:17: Also ist diese Narbe aufgegangen eben aufgrund eines, hat sich nachher herausgestellt, eines Krankenhauskeimes.
00:23:25: Da war dann ein Großalarm, das wurde alles wieder gerichtet etc.
00:23:33: Dann habe ich eben sehr hohes Fieber bekommen, habe sehr wenig von all dem mitbekommen und mir ging es nicht nur körperlich noch mal schlechter sondern auch psychisch gar nicht gut.
00:23:48: also ich hab unglaublich viel geweint.
00:23:49: Ich hatte wahnsinnige Angst zu dem Zeitpunkt.
00:23:53: Das war so eine Mischung aus.
00:23:55: Ich habe Angst, nicht mehr lebend aus dem Krankenhaus rauszukommen und gleichzeitig Angst vor alldem was mir hier noch bevorsteht auch an Schmerzen.
00:24:04: Und dann Behandlungen etc.
00:24:07: Zu dem Zeitpunkt waren meine Familie unglaublich wichtig.
00:24:11: Vor allem meine Mama.
00:24:12: die war teilweise dreimal am Tag bei mir im Krankenhaus und ich konnte sie mit all dem auch wirklich in der vollen Wucht belasten und sie hat das alles getragen und gehalten und mich gehalten Ja, und dann war noch ein paar Tage die wohl sehr kritisch waren.
00:24:30: Und der Arzt hat dann beschlossen mir die Diagnose, die ja schon da war gar nicht mitzuteilen sondern wirklich erst am Tag meiner Entlassung.
00:24:44: Weißt du Franziska?
00:24:44: Das war dann sehr spannend weil ich So bei meinen Schritten über den Krankenhaus Flur.
00:24:52: Irgendwann kam so eine Erkenntnis, die sie wirklich vom Scheitel bis zur Sole durch mich durchgerauscht.
00:24:59: Weil ich natürlich auch Menschen gesehen habe auf der Station, die unglaublich gelitten haben.
00:25:04: Da waren natürlich auch Krebspatienten
00:25:06: etc.,
00:25:06: also keine leichten Fälle und mein eigenes Leid unterster anderen zu sehen.
00:25:11: Das gibt es doch nicht!
00:25:12: Die Medizin kann so viel... Und da war der Moment, da wurde mir bewusst Es gibt kein Recht auf Nichtleiden.
00:25:24: Weißt du und es war ein heftiger Moment, aber gleichzeitig auch so ein... Oh wow!
00:25:29: Die Medizin tut viel, aber den Rest muss oder darf jetzt ich dazu tun?
00:25:36: Wenn Du Dich in diesen Gesprächen wiedererkennst und merkst dass sich Dein Blick auf Deinen Körper verändert hat dann gibt es bei mir einen Raum dafür.
00:25:44: Zurück zu Dir ist ein kostenloser Zoom-Abend für Frauen nach einer Krebserkrankung.
00:25:50: Ein geschützter Raum, in dem genau das Platz haben darf – deine Gedanken, deine Gefühle, dein Körper!
00:25:57: Wenn du dabei sein möchtest, findest du alle Infos über den Link in den Shownotes.
00:26:05: Es war schockierend, es war so niederschmetternd aber gleichzeitig hat's mich auch in meine Kraft gebracht ...in dem Moment.
00:26:14: Und es war dann eine sehr kritische Nacht mit über vierzig Fieber.
00:26:20: Ich weiß nicht, ob sein Traum war oder so eine Mischung aus Traum oder auch so eine Wahrnehmung... So gefühlt, also war es zwischen Leben und Tod.
00:26:31: Und das war so ein... Ich war in einem schönen Raum.
00:26:35: Es war alles mit Holz und da stand ein schöner großer Tisch.
00:26:38: Da sind die Menschen rundherum gesessen, die meinem Leben wichtig sind.
00:26:43: Ein sehr schönes warmes Feuer.
00:26:46: Dann war so einen Vorhang.
00:26:49: Der ist plötzlich aufgegangen.
00:26:51: Das war ganz klar für mich zu spüren.
00:26:53: Das ist jetzt die andere Seite.
00:26:55: Da waren auch Menschen, die schon gegangen sind.
00:26:58: Die wichtig waren ... Auch meine Oma, die übrigens ein Bauchspielhydroysengrebs verstorben ist, ist dreißig Jahre zuvor.
00:27:06: Auch ganz spannend, Frau Ziska, weil mir immer ... Es wurde mir gesagt, ich bin wie meine Omer so in der Art und in ganz vielem.
00:27:13: Das war mein großes Kompliment, weil meine Ome war eine großartige Frau wirklich wundervoll.
00:27:20: Dies aber leider eben an diese Diagnose, an dieser Erkrankung furchtbar zugrunde gegangen.
00:27:28: Und ja, ich hab meine Oma da so wahrgenommen und sie ist mir entgegen gekommen und ich wollte so durch diesen Vorhang gehen.
00:27:35: Sie hat mich dann die Hand auf die Schulter gelegt und hat gesagt, Schatzi nein!
00:27:40: Du hast da noch nichts zu suchen.
00:27:42: und dann ist dieser Vorrag zugegangen.
00:27:45: Ich war wieder in diesem Raum, in diesem warmen Raum an diesem großen Tisch und da haben sich diese Menschen, die ihm zu meinem Leben gehören, angelächelt.
00:27:55: Das war ein ganz besonderes Gefühl und ich bin dann aufgewacht nach dieser Nacht.
00:27:59: Und das war der erste Tag, an dem ich ... in dem das Fieber runtergegangen ist.
00:28:04: An dem ich dann sogar unter achtunddreißig war.
00:28:08: Und irgendwie war das Gefühl okay.
00:28:09: jetzt geht's weiter.
00:28:11: Wie so eine Nahtoderfahrung oder?
00:28:13: Ja es war eine Nahtauterfahrung.
00:28:21: Es geht mir auch nicht mehr aus dem Kopf.
00:28:22: Es hat mir auch die Angst vor dem Tod genommen, vom Sterb nicht muss ich sagen.
00:28:29: Aber die Angst vorm Tod hat es mehr genommen.
00:28:35: Aber gleichzeitig hat's dir auch die Kraft fürs Leben wiedergegeben oder?
00:28:38: Gleichzeitig hats mir die Kraft für das Leben gegeben.
00:28:41: ja also es war insgesamt so ein Erlebnis dass du auch dieses Aufwachen und dieses.
00:28:47: Die Oma hat gesagt, ich hab da drüben noch nichts verloren.
00:28:50: Das hat mir auch so eine Kraft gegeben in dem Moment.
00:28:53: Das war unglaublich wichtig!
00:28:55: Ja... Wow und dass das Fieber dann auch runtergegangen ist, das erinnert mich ein bisschen an die Geschichte von Anita Mojani.
00:29:01: Kennst du die Geschichte?
00:29:03: Nein, die kenne ich gar
00:29:04: nicht!
00:29:04: Also das ist auch so interessant.
00:29:07: Sie war auch ganz furchtbar krank und hatte so ne Nahtoderfahrung, hat sich mit ihrem Vater ausgesöhnt und danach ist sie gesund geworden.
00:29:16: Keiner hätte mehr daran gedacht, weißt du.
00:29:19: Unglaublich schön zu hören oder so was mitzubekommen und das ist immer noch wie viel möglich ist.
00:29:30: Ging es denn dir weiterhin besser?
00:29:33: Du hast ja gesagt dass der Arzt dir am letzten Tag wo du noch im Krankenhaus warst dir dann gesagt hat was die Diagnose ist.
00:29:42: Wie ging das weiter ?
00:29:43: Das Fieber war wieder gefallen.
00:29:46: Hast du dich dann körperlich schnell erholt?
00:29:49: Es ging dann Schritt für Schritt besser.
00:29:54: Ich bin auch ganz viele Schritte dort über den Krankenhausflur gegangen, weil ich auch wusste die Bewegung ist immer unglaublich unglaublich wichtig.
00:30:02: Ich habe Schritt für schritt wieder Essen gelernt und es ging dann irgendwann auch wirklich langsam langsam bergauf ja und dann war doch plötzlich abzusehen, also nach dreieinhalb Wochen die sich angefühlt haben wie Monate muss ich ganz ehrlich sagen.
00:30:19: Hier ist es dann plötzlich so jetzt geht's wirklich nach Hause und am letzten Tag kam mein Cheroog und er hat das noch nie in seiner Karriere so gemacht aber er hat gemerkt dass es mir auch psychisch nicht gut ging und er sagt völlig verständlicherweise Und er hat dann für sich beschlossen, ich soll erst mal wieder so richtig auf die Beine kommen und auch wieder zu Kräften kommen.
00:30:46: Deswegen teilt er mir eben diesen Befund auch erst jetzt mit.
00:30:50: also ja es war eben bösartig.
00:30:54: Es geht um einen Tumor und das ging auch um eine Neubildung im Bankreers Kopf und hat mich dann weiter verwiesen an den Onkologen.
00:31:07: Das bedeutet also?
00:31:08: Bauchspeicheldrösenkrebs, oder?
00:31:10: Das bedeutet Bauchspeicheldrüsenkreb.
00:31:14: Und da hast du ja deine Erfahrungen gemacht mit deiner Oma.
00:31:18: Ja und das war auch in dem Moment also ich habe das gehört.
00:31:22: Ich hab im ersten Moment sehr ruhig darauf reagiert und der hat das Krankenhauszimmer verlassen eben auch mit dem weiteren Hinweis auch an wie nicht mich wenden soll.
00:31:34: Und dann kam der Moment, also ich wusste eine halbe Stunde später mein Bruder war schon auf dem Weg mich abzuholen und da ist dann... Da kam ein Moment Franziska.
00:31:46: Wir kennen alle Angst aber da ist eine Angst durch mich durchgefahren.
00:31:53: Also das ist wirkliche Todesangst gewesen Das war in dem Moment auch eine Intensität.
00:32:01: Das war unglaublich.
00:32:03: Ich habe das dann wirklich so durch mich durchfahren lassen, weil es gab ja eh keine Entkommen.
00:32:10: Und dann war mein Gedanke so was mache ich jetzt?
00:32:13: Ich wusste meinem Bruder kommt der hat mich zu meinen Eltern geführt.
00:32:18: Mein Sohn hat in meiner Krankenhauszeit bei meinen Eltern gewohnt.
00:32:23: Ich habe gewusst die warten dort auch alle auf mich und dann war ein Gedanken naja Solange ich noch nicht beim Onkologen war und nicht weiß, wie es jetzt weitergeht, sage ich nichts.
00:32:37: Wow!
00:32:39: Den Entschluss habe ich gefasst aber du brauchst nicht glauben dass das dann auch gehalten hat oder?
00:32:46: Beim Frula hat die Tür aufgemacht.
00:32:49: Ich bin am Bett gesessen, war ganz stolz, dass ich geschafft hab mir selbst die Schuhe anzuziehen weil ich konnte mich ja natürlich gar nicht bücken mit dieser großen Narbe.
00:32:59: Er ist reingekommen.
00:33:00: Ich habe ihn angeschaut, mir sind die Tränen waagrecht aus den Augen raus geschossen und ich hab gesagt du es ist Krebs.
00:33:10: Kann mich noch erinnern mein Bruder das war ein Winter hat eine Mütze auf die hatte sich vom Kopf gerissen hat sie in einer Ecke geschleudert Hat einmal sehr intensiv ausgeatmet hat auch sind auch die Trännen runter gelaufen und der hat mich gepackt Schatzi, wir schaffen das.
00:33:32: Und dieses Schatzie-Wir-Schaffendes hat mein Bruder dann auch über die nächsten Monate immer wieder genauso gesagt und auch genau so gelebt.
00:33:44: Der war mit einer meiner wichtigsten Anker in der
00:33:47: Zeit.".
00:33:50: Oh, finde ich total berührend wie du es erzählst!
00:33:53: Eva, der Pankreas Kopf wurde doch entfernt in der großen Operation?
00:34:00: Ja, der Bankreskopf wurde entfernt.
00:34:03: Allerdings wurden auch einige Lymphknoten entfernt und fünf davon waren befallen.
00:34:12: Oh nein!
00:34:14: Das ist halt auch so eine Nachricht.
00:34:16: und das Gewebe konnte gut entfernt werden aber nicht restlos.
00:34:22: Und jetzt ist es natürlich so, dass gerade Pankreas Krebs einer ist der ganz böse und hinterhältig ist.
00:34:29: Der auch sehr schnell streut über das Blut und die Nerven und natürlich über die Lümpfe.
00:34:35: Da wird immer empfohlen eine anschließende Chemotherapie.
00:34:44: Okay lasst uns aber der Reihe nach weitergehen.
00:34:46: dein Bruder hatte ich aus dem Krankenhaus ab geholt und ihr seid zu deinen Eltern gefahren, wo ja auch dein Sohn auf dich gewartet hat.
00:34:53: Wie ging das weiter?
00:34:54: Hast du es erzählt?
00:34:57: Ich bin dann zu Hause reingekommen, also bei meinen Eltern war dann überall ein Jahr wieder unser Zuhause, wir sind dort wieder eingezogen.
00:35:07: Ich kann mich erinnern mein Sohn war noch gar nicht zu Hause der war in der Schule Und ich bin hinein gekommen und wurde unglaublich herzlich in Empfang genommen habe sein paar Minuten durchgehalten, nichts zu sagen.
00:35:24: Und dann bin ich aber in Tränen ausgebrochen und hab die Diagnose meinen Eltern mitgeteilt.
00:35:32: Die hatten den Verdacht ja auch schon, weil wenn der Arzt nicht zur Histologie sagt, kann man sich ausrechnen, dass da was ist.
00:35:42: Weil wenn das freudige Ergebnis ist, da war nix.
00:35:46: Dann wird's einem ganz schnell.
00:35:49: Also habe ich das mitgeteilt, da kam dann auch noch mal wie es meinen Eltern erzählt hat wirklich diese ganz heftige Angstattacke.
00:35:57: Da waren meine Eltern dann auch ganz großartig und waren da und haben ja gesagt wir stehen das gemeinsam durch.
00:36:07: Ja, wie dann mein Sohn nach Hause gekommen ist.
00:36:09: Ich habe ihm natürlich nicht sofort entgegengeschmettert dass ich Krebs hab.
00:36:14: Das hat sich über die nächsten Tage und Wochen langsam ergeben in Gesprächen weil mir war völlig klar das ich ihm nichts vorliegen möchte Weil Kinder haben unglaublich große Ohren und Kinder haben ein unglaubliches Gefühl.
00:36:33: Nach meiner Ansicht braucht es da eine Ehrlichkeit.
00:36:35: Aber natürlich in einer kindgerechten Form, jetzt nicht im Sinne von oh mein Gott, Mama hat Krebs!
00:36:43: Sondern ja... Es gibt eine Diagnose.
00:36:45: Er kannte das Thema Krebs auch schon.
00:36:47: Die Mutter seines besten Freundes hatte einige Jahre davor eine Brustkrebsdiagnose.
00:36:53: Das heißt, dass war ihm nicht ganz unbekannt.
00:36:55: er hatte auch schon mal erlebt wie's ist wenn jemand Chemotherapie hat.
00:37:00: Da war es mir umso wichtiger, ihn mitzunehmen.
00:37:03: Aber ihm auch klar zu machen ganz, wie wusst du?
00:37:07: Ich kümmere mich drum, ich kämpfe, habe gute Ärzte und wir machen das Schritt für
00:37:14: Schritt.".
00:37:17: Und dann hast Du den Onkologen aufgesucht, um zu besprechen, wie's weitergeht oder?
00:37:22: Dann hab' ich den Onkologen aufgesucht recht schnell einen Termin für eine erste Chemotherapie gegeben.
00:37:33: Ich glaube, ich durfte nämlich noch so zwei drei Wochen nach der Operation wirklich erholen.
00:37:37: also insgesamt waren es acht Wochen nach die Operation und dann ging's zu meiner ersten Chemotherapi.
00:37:49: Wie war das?
00:37:51: Beziehungsweise, du hast ja gesagt dadurch dass der Krebs quasi gestreut hatte und schon in einer Lymphbahn war.
00:37:58: War sowieso klar das du eine Chemotherapie bekommen musst?
00:38:02: War denn zu der Zeit auch schon klar wie die ganze weitere Akkuttherapie aussieht?
00:38:08: oder sollte es erst mal die Chemotherapien werden um dann zu schauen wie's danach weitergeht?
00:38:15: Ja so ist wahr!
00:38:17: Ganz schnell klar, das wurde mir dann gleich beim ersten Termin mit dem Onkologen mitgeteilt.
00:38:23: Da eine chemotherapie, eine recht intensive Chemotherapie also zwölf Zyklen mir vorstehen über ein halbes Jahr Und danach sollte dann geschaut werden, wie sieht es aus?
00:38:36: Also mit CT
00:38:38: etc.,
00:38:40: ist noch etwas da.
00:38:41: Ist noch etwas erkennbar.
00:38:42: Also mir war klar diese Zwölfzyklen chemotherapie sind mal so mein nächster großer Schritt.
00:38:51: Hast du Angst davor gehabt oder wie ging es dir damit?
00:38:54: und dass du wusstest, du musst jetzt diese Zeit durchleben?
00:38:57: War das vielleicht auch eher so, dass du dachtest ich packe das jetzt an und das schaffe?
00:39:03: Es war eine Mischung, Franziska.
00:39:06: Es war wirklich eine Mische, weil allein dieser Gedanke oder diese Klarheit Chemotherapie macht natürlich unglaublich viel.
00:39:16: Weißt du auch so dieses Wahrnehmen?
00:39:18: Chemotherapien... Natürlich wäre es möglich gewesen zu sagen Nein mache ich nicht.
00:39:23: aber diese Entscheidung war für mich einfach kein Thema sondern mir war klar Ich mach alles um hier gesund sozusagen rauszuholen rauszuspazieren.
00:39:35: Es war eine unglaubliche Angst natürlich auch, auch so dieses Nicht-Wissen was passiert da alles mit mir gleichzeitig auch wieder hier das ganz intensive Wahrnehmen dass ich mit meinem Onkologen ja dass sich da im besten Händen bin weil er auf diesem Gebiet einfach ein unglaublicher Spezialist ist.
00:39:57: der hat mir auch wirklich das Gefühl gegeben ganz klar er weiß was er tut Und wir machen das, wir schaffen das.
00:40:04: Er hat auch gesagt es gibt nicht nur Plan A Es gibt auch Plan B wenn Plan A nicht funktioniert.
00:40:10: also auch das zu hören war unglaublich wichtig.
00:40:13: Ja und dann hat mich mein Bruder zur ersten Chemotherapie gebracht die über zweiundfünfzig Stunden gelaufen ist.
00:40:22: Also es ging da um vier unterschiedliche Substanzen die in dieser langen Zeit nicht hineingefliessen sind.
00:40:30: Da konnte das in einem Privat-Krankenhaus machen, was unglaublich schon vom Rahmen sehr angenehm war.
00:40:40: Auch eine ganz tolle Onkologiestation mit wunderbaren Schwestern die sich dort um mich gekümmert haben natürlich trotzdem.
00:40:49: Man ist da zwar gut betreut es waren ein schönes Zimmer, was in dem Moment aber völlig irrelevant ist weil der Gedanke da war.
00:40:56: Da kommt jetzt Chemotherapie und Da hatte ich das unglaubliche Glück.
00:41:02: Ich bin in einem Zwei-Bett-Zimmer gelegen mit einer ganz wunderbaren alten Dame, die damals auch Bauchspecheldrösenkrebs aber in der Palliativbetreuung, die mich gleich adoptiert hat, unglaublich lieb mit mir umgegangen ist und die dann natürlich auch gesehen hat dass sich Angst hatte.
00:41:24: Ich hatte bei der ersten Chemotherapie noch keinen Portakart, der ist wirklich über die Venen gelaufen.
00:41:32: Zusätzlich auch das natürlich eine Belastung, weil ich durfte mich dann in der Zeit möglichst nicht bewegen und dann bin ich da gelegen.
00:41:39: Dann kam dieser Apparat, über den die Chemo sozusagen eingeleitet wird.
00:41:45: Da ist wieder eine Art von Angst in mir aufgekommen, ich da in diesem Bett liegend und hat sich diese wunderbare alte Dame ihren Stuhl geschnappt.
00:41:54: Hat ihn zu meinem Bett getragen, hat meine Hand genommen und er gesagt, du?
00:41:58: Ich bin jetzt bei dir!
00:42:00: Ich halte deine Hand.
00:42:03: Wenn der erste Tropfen läuft, du wirst es spüren.
00:42:06: Du wirst merken das in deinem Körper was passiert.
00:42:10: aber das ist gut weil... Das macht auch genau das, was es soll.
00:42:16: Sie hat mir dann einfach so ein bisschen beschrieben, wie sich das unter Umständen anfühlen kann und das hat mir unglaublich geholfen, dass man ein bissel die Angst genommen hat in dem Moment.
00:42:29: So habe ich mich dann eingelassen.
00:42:32: Wie schön, als die Frau mit einem Zimmer war!
00:42:35: Es war unglaublich wichtig Franziska.
00:42:42: Ich habe beschlossen, also ich hab da so einen Deal mit dem Universum für mich gemacht und mit drinnen war zum Beispiel auch das wenn ich das überstehe dann möchte ich in Zukunft anderen Menschen denen etwas Ähnliches bevorsteht zur Verfügung stellen.
00:43:02: Ich möchte ihnen Mut machen, ich möchte sie begleiten Ich möchte mich wirklich da zur Verfügung stellen und das mache ich seitdem auch.
00:43:11: Und es ist mir unglaublich wichtig, auch weil in der Phase vor der Operation aber auch danach wirklich Menschen gesucht habe die das überstanden haben um mich auszutauschen.
00:43:23: Und ich konnte auf die Schnelle niemanden finden.
00:43:25: Jetzt sind ja die Überlebenschancen gerade bei dieser Erkrankung nicht so hoch.
00:43:29: Aber es ist eben eine Möglichkeit.
00:43:33: Das war mir unglaublich wichtig und vielleicht auch etwas, das mir Kraft gegeben hat.
00:43:39: So lächerliches vielleicht Klingenmark?
00:43:42: Ich habe ja meine Diagnose im Jena erhalten.
00:43:45: Jetzt ist je nachdem wo man nachliest so diese Überlebens Chance oder die Prozentzahl der Menschen, die das überstehen irgendwo so bei zehn elf Prozent.
00:43:57: Mein Gedanke war dann naja Moment wir haben aber erst Jena.
00:44:01: Das heißt, es kann diese Statistik noch nicht erfüllt sein.
00:44:04: Ich höre auf jeden Fall zu dieser geringen Prozentzahl, die das
00:44:08: übersteht.".
00:44:10: Es hat mich so angetrieben und mir eine Kraft gegeben, diesen Menschen zu gehören, die in der Statistiktas überleben.
00:44:20: Das war für mich ein unglaublicher Motor!
00:44:24: Hast du denn dir anderen Chemozyklen?
00:44:27: Du hast ja gesagt, du hast insgesamt zwölf Stück bekommen.
00:44:31: War das wieder ähnlich?
00:44:32: Musstest du dafür wieder ins Krankenhaus ein paar Tage bleiben und dann konntest du wieder nach Hause.
00:44:38: Und hast du diese Dame noch mal wieder getroffen?
00:44:42: Ja, ich musste bei jeder Chemotherapie, war ich drei Tage im Krankenhaus weil eben dieser vor allem eines der Mitteln wurde über eine Bumper zugeführt.
00:44:54: Das ist vierzig Stunden gelaufen.
00:44:59: Insgesamt habe ich zwei an fünfzig Stunden Chemotherapie jedes Mal erhalten.
00:45:04: Und ja, ich hab diese Dame dann immer wieder mal getroffen.
00:45:08: Wir waren immer wieder gemeinsam im Zimmer sie und eine andere junge Frau die auch die gleiche Diagnose hatte.
00:45:16: mit ihr war ich immer wieder einmal im Zimmer.
00:45:20: Leider war es bei der anderen jungen Frau so dass die Chemotherapien die Voraussetzung gewesen wäre, um überhaupt eine Operation durchzuführen.
00:45:30: Also es war die Hoffnung dass der Tumor kleiner wird.
00:45:33: bei er wurde später diagnostiziert und so waren das immer wieder mehr Zusammentreffen, die unglaublich wichtig waren verbindend waren also wir haben gemeinsam gelacht aber wir haben auch ausgiebig gemeinsam geweint.
00:45:50: Aber auch hier immer wieder so diese vertrauten Gesichter zu haben und einfach wirklich über das Thema sprechen zu können, war unglaublich wichtig.
00:46:02: Wie ging es weiter nachdem du dann die Chemotherapie hinter dir hattest?
00:46:07: Ich habe beim achten Zyklus ganz schwere Panikadacken, also eigentlich eine posttraumatische Belastungsstörung entwickelt.
00:46:20: Das hat auch durchaus einige Wochen gedauert, um das ein bisschen einzufangen.
00:46:26: Es ging auch nur über Medikamente, weil ich nicht mehr schlafen konnte, weil diese Panikartakten wirklich wahnsinnig meinen Tag bestimmt haben.
00:46:35: und dann nach Ende der letzten Zyklus war dann langsam auch so die Panik wieder in einem Rahmen, der beherrschbar war.
00:46:50: Und das Kontroll-CT hat dann das gezeigt, was man sich wirklich wünscht nach so einer Phase.
00:46:58: Nämlich gar nichts.
00:47:00: Gar nichts!
00:47:03: Ach Gott sei Dank!
00:47:06: Ja?
00:47:06: Ja...
00:47:08: Wow!
00:47:09: Musstest du denn die restlichen Chemozyklen noch machen?
00:47:13: Ich habe alle zwölf voll erhalten.
00:47:17: Das war auch ganz, ganz wichtig diesen Plan durchzuziehen.
00:47:22: Es wurde einst.
00:47:23: der Mittel, das damit enthalten war in diesem Cocktail musste dann reduziert werden oder rausgenommen werden weil dann auch wieder meine Leber ganz schlechte Werte hatte.
00:47:33: aber prinzipiell habe ich diesen ganzen vollen Cocktail über zwölf Mal erhalten was natürlich auch den Körper und den Geist extrem herausgefordert hat.
00:47:45: Aber es hat sich ausgezeiht, weil ich warte danach kribbsfrei.
00:47:50: Ja!
00:47:51: Vielleicht kennst du das auch?
00:47:53: Es gibt Tage an denen der Alltag rundherum sehr laut wird und du einfach mal innehalten und zur Ruhe kommen möchtest.
00:48:02: Genau dafür habe ich meine auditiven Begleiter entwickelt.
00:48:05: mit fühl dich schön und fühl Dich ruhig begleite Ich Dich mit Meditationen und Reflexionsfragen.
00:48:13: Mal geht es um deinen Blick auf dich selbst und dein Körper.
00:48:17: Mal darum, zur Ruhe zu kommen und wieder mehr bei dir zu sein!
00:48:21: Nimm dir diese Zeit ganz bewusst für Dich.
00:48:24: Mach es Dir gemütlich, setzt die Kopfhörer auf und lass Dich von meiner Stimme durch die Meditation führen.
00:48:30: Die Audios kannst Du immer wieder hören – genau dann wenn du merkst dass Dir eine kleine Auszeit gut tun würde.
00:48:38: Fühl Dich schön und fühl Dich ruhig findest Du auf meiner Website.
00:48:44: Wie hat sich das angefühlt?
00:48:45: Das ist ja so eine großartige Nachricht.
00:48:49: Unfassbar, es war ein Cocktail an Gefühlen und Heißkalt, an Lachen, an Weinen vor allem weil wirklich die letzten vier Zyklen mir auch körperlich unglaublich zugesetzt haben psychisch auch.
00:49:06: also.
00:49:07: es war dann ganz heftig dieses Gefühl, ich belaste meine Liebe.
00:49:14: Ich belast meine Familie so.
00:49:16: Natürlich meinen Sohn ohne ihn wirklich zu belasten aber auch ihn belastig ja wobei hier gab es zwei ganz wichtige Szenen für mich mein Bruder der immer wieder mal sehr wichtig war wenn's mir ganz schlecht gegangen ist.
00:49:29: also ich habe nur Bips machen müssen und er war schon da doch in der Arbeit alles stehen und liegen gelassen und ist zu mir gekommen, da hatte ich einen wirklichen Zusammenbruch.
00:49:41: Ich glaube beim vorletzten Zykros war das.
00:49:45: Das tut mir so leid, dass ich euch alle belaste und er hat mich ganz fest in den Arm genommen und dazu merkt gesagt, Evie du bist ein Beast!
00:49:56: Und der Krebs kann dir gar nichts.
00:50:00: und so wie Du das alles durchziehst bis DU die uns als Familie Kraft gibt und du bist das Vorbild bei uns, und du wirst es schaffen.
00:50:09: Dieses Du bist ein Beast!
00:50:12: Das hat mir so eine Kraft gegeben Franziska.
00:50:15: mittlerweile habe ich das Beast auch auf meinem Handgelenk tätowiert gemeinsam mit der Glillagrebsschleife.
00:50:21: einfach weil das für mich so wichtig ist.
00:50:23: und auch heute wenn ich schwache Momente hab dann schaue ich mir das an und weiß wieder ja ich bin ein beast und ich schaff das Am gleichen Tag, am Nachmittag, ich konnte doch nur liegen.
00:50:34: Mir war natürlich nach diesen Chemo-Einheiten immer wahnsinnig schlecht und es ist wirklich nicht gut gegangen.
00:50:40: Und mein Sohn ist neben mir gesessen und ich sagte Felix, es tut mir leid, ich kann heute nicht mehr als hier liegen und er sagt zu mir, Mama das macht doch nichts!
00:50:50: Und ich sagte er was?
00:50:51: Wenn wir das geschafft haben dann kann uns nichts mehr umschmeißen.
00:51:00: kleine Mensch.
00:51:02: Wie viel Kraft ist da drinnen und wieviel Weisheit auch in dem Moment?
00:51:06: Und wieviele
00:51:07: Vertrauen?
00:51:09: Ja, ja!
00:51:11: Das hat mir wieder die Kraft gegeben weil als Mama du natürlich auch immer wieder den Gedanken hast, was mein kleiner wunderbarer Mensch da alles jetzt aushalten muss aber auch zu sehen, wie viel Power da drin ist und eben auch wie viel weisheit
00:51:31: Wie gut.
00:51:32: Das denke ich gerade, dass du mit deinem Kind wieder bei deinen Eltern eingezogen bist?
00:51:35: Ich glaube was Besseres kann man eigentlich gar nicht machen als dahin zu gehen wo man sich behütet fühlt und das Kind in guten Händen ist.
00:51:43: In dem Moment wo du jetzt natürlich kein Partner hast sondern alleine bist mit deinim Sohn.
00:51:48: Ja Franziska, das habe ich wirklich an jeden Tag geschätzt weil meine Eltern auch so ganz selbstverständlich uns Platz gemacht haben.
00:51:57: Wir durften im Schlafzimmer wohnen und sie haben sich aufgeteilt, auf Wohnzimmer und ehemaliges Kinderzimmer... Sie haben uns bedienungslos geliebt!
00:52:09: Ich war es gab auch Phasen da war ich ziemlich krummelig und habe das vor allem an meinem Papa ausgelassen und er hat das getragen ... ist so unfassbar stark gewesen.
00:52:24: Und eben auch dieses Wissen, ganz egal was passiert... ... mein Sohn ist da in Sicherheit und der wird so geliebt!
00:52:32: Ja das hat mich wieder freigespielt, mich wirklich darum zu kümmern, zu kämpfen.
00:52:37: Er hat genau den Fokus auf dich zu legen absolut.
00:52:41: Ja ja also da muss ich meinen Eltern wirklich einfach Da kann ich Ihnen niemals genug danken.
00:52:52: Mein Papa war da auch schon über achtzig, meine Mama Mitte siebzig.
00:52:57: also das ist ja jetzt nicht mehr selbstverständlich dass man ein Jahr lang sich wirklich da so kümmert und so viel Raum gibt und wirklich da ist es.
00:53:10: Also das war ein unglaubliches Geschenk!
00:53:15: Das heißt, du hast also in der ganzen Zeit wo du in der Therapie warst und wo es dir ja psychisch natürlich auch nicht so gut ging verständlicherweise.
00:53:24: Aber ein unfassbar stabiles Sicherheitsnetz gehabt?
00:53:30: Ich habe ein unfastbar stabiles Sicherheits-Netz gehabt richtig!
00:53:33: Und das hat mir sicher die Kraft gegeben zu kämpfen und da dran zu bleiben und das wirklich auch durchzuziehen.
00:53:46: Hat sich das wie ein Kampf angefühlt?
00:53:53: Ja.
00:53:53: Es hat sich wie einen Kampf angeführt, es gab schon auch die Phasen wo ich so gefühlt leichter durchspaziert bin aber ja es war definitiv ein Kampf weil diese Chemotherapie auch wirklich intensiv viel mit meinem Körper gemacht hat Phasens von Übelkeit und Schmerz auch das Gefühl haben, ich habe die Kraft gar nicht mehr aber dann immer trotzdem aufzustehen.
00:54:25: Das hat sich schon sehr nach Kampf angefühlt und ich hab ganz oft gehört von meinem Umfeld, meiner Familie, von Freunden, von einem möglichen Menschen weil ich bin von Anfang an noch sehr offen mit allem umgegangen Dass ich so stark sei und dass sich trotzdem so gut ausschau, dass die Menschen mich bewundern.
00:54:47: Und dann war oft zu meinem Gedanke Leute seht ihr gar nicht wie es mir wirklich geht.
00:54:52: Das war dieses ja schön, dass du mich stark findest aber ich fühle mich gerade überhaupt nicht stark sondern ganz im Gegenteil.
00:54:59: eigentlich würde ich gerne zusammenbrechen aber ich kann nicht.
00:55:02: Ich kann nicht zusammen brechen einfach weil ich leben will Und auch weil ich leben muss, und das war glaube ich auch ein ganz wichtiger Punkt.
00:55:15: Beziehungsweise etwas was mir wichtig ist damit auch ehrlich umzugehen weiß ich ja nicht jeder Moment in so einer Erkrankung oder in dieser Phase der Chemotherapie gut anfühlt sondern es war auch oft muss ich ganz ehrlich sagen der Gedanke also Ich für mich allein könnte an dem punkt nicht mehr Das ist so viel mehr als ich jemals gedacht hatte, tragen zu können.
00:55:40: Aber ich bin Mama... Ich habe einen Sohn und ich will dem nicht antun seine Mama verlieren zu
00:55:48: müssen.".
00:55:50: Und das war wirklich mein Motor!
00:55:55: Also
00:55:57: du hast das ganze Jahr ... in Therapie verbracht oder?
00:56:04: Ich hab das Jahr ... bis Anfang September in Therapie verbracht.
00:56:10: Das ist es wirklich dann alles sehr, sehr schlag auf Schlag gegangen und gut durchgeplant und getaktet.
00:56:17: Anfang September ist der letzte Tropfen Chemotherapie in mich
00:56:23: hineingelaufen.".
00:56:25: Wann hast du die Info bekommen, dass du krebsfrei bist?
00:56:27: War das danach?
00:56:29: Das war kurz danach, da kam dann kurz danach die Information oder das Kontroll-CD des Ergebnisses, dass da nichts nachzuweisen ist.
00:56:40: Dass es da kein Rezeptiv gibt und keine Metastase gibt.
00:56:44: Dass da nichts zu entdecken ist was in meinem Körper nicht sein soll.
00:56:48: Oh Gott sei Dank!
00:56:52: Das heißt deine Akuttherapie war damit abgeschlossen?
00:56:55: Meine
00:56:56: Erkottherapie war damit abgeschlossen, ja.
00:57:01: Du hast vorhin erzählt dass du ja durch die entnommenen Organe also dadurch das Digallenblase entfernt wurde der Pankreaskopf, der Zwölffingerdarm, dass du natürlich Medikamente nehmen musst und wahrscheinlich immer noch nehmen musst um überhaupt Nahrung verdauen zu können.
00:57:23: Ich stelle mir das total schwer vor, in Kombination auch noch mit einer Chemotherapie.
00:57:28: Wie hast du denn da einen Weg gefunden um zumindest dich zu ernähren?
00:57:33: Also nicht absolut körperlich noch weiter abzubauen.
00:57:38: Oh!
00:57:38: Mit ganz viel als einer Disziplin.
00:57:45: Also ich konnte vor der Chemotherapien schon wieder ganz gut essen.
00:57:51: also du musst dir vorstellen Ich muss zu jedem Essen Kapseln nehmen, die diese Enzyme enthalten.
00:57:58: Die normalerweise eben im Verlauf der Verdauung ganz natürlich zugeführt werden durch die Bauspellterse.
00:58:06: Die nehme ich mit zum Essen und das wird dann im Magen... Im Darm wird es alles schön vermischt und im Idealfall läuft dann die Verdauungen so wie bei einem Menschen, der gesund ist und normal verdaut.
00:58:21: Das hat am Anfang mal besser, mal schlechter funktioniert.
00:58:26: Es hat sich aber dann Gott sei Dank bei mir recht schnell eingespielt.
00:58:31: Allerdings natürlich in der Phase der Chemotherapie.
00:58:33: wenn einem sowieso so unglaublich schlecht ist wird das wieder schwierig.
00:58:39: da habe ich dann wirklich um die kleinen Bissen gekämpft.
00:58:42: oft bin ich wirklich vor dem Essen gesessen und hab dabei geweint gewusst, ich brauche die Substanz.
00:58:50: Ich muss einfach schauen, dass ich immer wieder Kleinigkeiten zu mir nehme.
00:58:56: Hab dann es war Sommer, hab dann immer wieder Vanille-Eis war eine Zeit lang das was ich essen konnte von der Konsistenz und auch vom Geschmack weil Chemotherapie oder in meinem Fall da auch immer ganz stark die Geschmackswahrnehmung verändert war.
00:59:13: aber ich habe mich da so durchgekämpft.
00:59:15: Muss auch sagen, dass mich die ganze Zeit Eine Ernährungsberaterin begleitet hat in Krankenhaus, das fand ich ganz großartig.
00:59:24: Da wurde immer wieder mein Blut auch analysiert und die Körperzusammensetzung.
00:59:29: Und da bin ich nach wie vor sehr stolz!
00:59:32: Ich habe zwar weiter abgenommen in der Zeit... ...ich hab es allerdings geschafft ein bisschen Muskelmasse
00:59:39: aufzubauen.".
00:59:40: weil ich wirklich konsequent mich auch bewegt habe.
00:59:43: Weil ich gemerkt hab, dass mir das gut tut sobald die Überkeit nachlässt aufzustehen in die Bewegung zu gehen Mini-Sport Einheiten zu machen und das hat dann meinen Körper auch gestärkt Und ich bin überzeugt, dass es mir auch geholfen hat, die Chemo ein bisschen besser durchzustellen.
01:00:03: Ja Und musstest du denn deine Ernährung komplett umstellen?
01:00:08: oder reicht es diese Nahrungszusatzmittel zu nehmen, von denen du ihm gesprochen hast?
01:00:15: Ich musste meine Ernährung insofern nicht komplett umstellen.
01:00:20: Also ich auch davor schon sehr bewusst gegessen habe mir Ernährungen immer schon wichtig waren.
01:00:29: Ich kann heute fast alles gut essen, ich muss immer so ein bisschen hören.
01:00:33: Es gibt Tage da geht es mir total gut.
01:00:37: dann gibt's Tage, da merke ich so mein Magendam-Konstrukt ist ein bisserl empfindlicher.
01:00:45: Dann esse ich kleinere Portionen ganz ganz fette Dinge frittierte Dinge.
01:00:51: das ist jetzt nicht unbedingt das was sehr zuträglich ist aber das habe vor der Erkrankung auch schon selten bis gar nicht zu mir genommen.
01:01:00: So kann ich sagen, ich kann heute so ziemlich alles
01:01:05: essen."
01:01:07: was natürlich ungräblich wertvoll ist und das weiß ich auch zu schätzen, weil ich weiß dass andere Menschen nach so einer Diagnose und auch noch nach dieser Operation weiter aus größere Schwierigkeiten haben.
01:01:19: Aber da geht es mir – und wahrscheinlich auch, weil Ich mir wirklich keine besonders großen Ausreißer erlaube in der Ernährung oder wirklich auf meinem Körper höhere Geht's mir.
01:01:29: damit würde ich sagen sehr gut.
01:01:34: Jetzt ist das ganze ja schon zwei Jahre her, ne?
01:01:37: Wir haben sechs und zwanzig drei Jahre.
01:01:39: Wie ist denn dein Leben dann weitergegangen nachdem du mit der Akuttherapie durch warst?
01:01:45: also du hast gesagt du hast ein Jahr ungefähr bei deinen Eltern gewohnt.
01:01:47: ich gehe davon aus du wohnst jetzt nicht mehr bei den Eltern sondern mit dem Sohn wieder zusammen.
01:01:52: wie war dein Leben danach?
01:01:55: es war so ein bisschen als wird man auf einem anderen Planeten leben gefühlt.
01:02:02: Dieses Wissen, gut jetzt bin ich krebsfrei.
01:02:05: Ich habe es geschafft.
01:02:07: Na ja was...was jetzt?
01:02:09: Ich hab in der Akutphase, das muss so ungefähr beim achten Zyklus neunter Zyklos gewesen sein.
01:02:16: Habe ich meinen Job gekündigt auch im Zuge dieser Panikadacken weil ich auch da war im Krankenstand, ich habe zu der Zeit nicht gearbeitet.
01:02:25: Aber es war so dieser wahnsinnige Druck, ich muss schnell wieder zurückkönnen ohne dass sich den von einer Firma erhalten hätte ganz im Gegenteil.
01:02:34: Meine Chefin war großartig in der Zeit.
01:02:38: Die haben mir allen Raum und alle Zeit gegeben.
01:02:40: aber ich hatte das Gefühl, ich musste da jetzt alles pausieren, alles stoppen.
01:02:44: Ich möchte mich wirklich nur durch Muss mich aufs Gesundwerden konzentrieren.
01:02:49: also ich stand da Also ein bisschen ohne Job.
01:02:53: und was mache ich denn jetzt genau?
01:02:56: Ich muss dazu sagen, ich habe eben davor in einer Firma gearbeitet.
01:03:00: Eine Firma die im Beziehungscoaching tätig ist So aus der Lebens- und Sozialberater Schiene herauskommen.
01:03:08: Und sehr intensiv, schön mit Menschen arbeitet die vielleicht gerade in schwierigen Beziehungssituationen stecken, die sich selbst besser kennen lernen wollen und auch bessere Beziehungen leben möchten.
01:03:22: Da habe ich mich unglaublich zu Hause gefühlt.
01:03:24: Ich war so hinter den Kulissen schon in der Betreuung der Menschen aber hatte das Gefühl, die anderen haben viel mehr zu sagen als ich.
01:03:33: Und dann kam dieser Punkt.
01:03:35: Ich war gesund und plötzlich war mir klar, der Krebs hat ganz schön viel in meinem Körper verändert aber er hat mir auch ganz viel gegeben.
01:03:45: Er hat mir ja ganz viel Kraft gegeben und er hat mich aber auch eine Stimme gegeben die ich mir vorher nicht zugetraut hatte.
01:03:53: das war so eine ganz intensive Erkenntnis zu dem Zeitpunkt.
01:03:57: Und dann war recht schnell klar, ich habe da noch eine Reha gemacht.
01:04:00: Ich hab auch wirklich Zeit gebraucht um mich ein bisschen zu erholen weil auch danach eine ganz starke Fatigue eingesetzt hat also diese allumfassende Müdigkeit und Schäche.
01:04:14: Dann bin ich aber recht schnell ins Gespräch gekommen mit meinen beiden ehemaligen Chefs die beide auch gesagt haben, naja sie hätten mich gerne zurück aber nicht mehr als Assistentin.
01:04:28: Nicht mal im Hintergrund sondern Sie können sich vorstellen das ich jetzt viel zu sagen und viel zu geben habe und dass ich da eine Ressource für andere sein kann und ob ich drauf Lust hätte.
01:04:41: und ich hab keine Sekunde überlegt Sondern hab gesagt eigentlich kann ich mir gar nichts anderes mehr in meinem Vorstell.
01:04:51: Und dann war auch klar, also wenn man in dem Bereich tätig sein möchte.
01:04:57: Auch wenn schon alles mögliche an Vorerfahrung und Ausbildung da war.
01:05:01: In Österreich gehört die Lebens- und Sozialberaterausbildung mit dazu.
01:05:08: Ein Lehrgang hat drei Tage später gestartet.
01:05:13: Ja und diesen Lehrgang bin ich gleich hineingesprungen Und habe zweieinhalb Jahre in diesem Lehrgang verbracht.
01:05:22: Den hab ich jetzt vor drei Wochen mit einer Diplomberufung, mit einer Diplomerbeitspräsentation abgeschlossen und habe die ganze Zeit eben auch schon im Coaching-Bereich gearbeitet.
01:05:36: also ich darf seitdem Menschen begleiten in schwierigen Situationen, in schwierige Lebenssituationen Beziehungssituationen die ja vielleicht gerade nicht so verbindend sind.
01:05:50: und Franziska da muss ich dir wirklich sagen Ich werde niemals sagen.
01:05:57: Ich bin dankbar dafür dass ich Krebs hatte.
01:06:02: Ich musste im Krebs dafür auch nicht dankbar sein Dass er da war aber ich bin dankba dafür, was ich seitdem aus meinem Leben noch zusätzlich herausgeholt habe.
01:06:15: Was sich jetzt noch viel intensiver leben darf, weil ich... Ja, so ist es ein bisschen.
01:06:23: der Krebs hat mir eine Zeit lang einiges genommen.
01:06:27: aber er hat mir auch unglaublich gezeigt wieviel Mut ich wirklich hab und wie man mit Angst umgehen kann wie stark wir Menschen sind und was alles möglich ist, wenn wir Menschen an der Seite haben die uns liebevoll begleiten.
01:06:47: Und wenn man vielleicht auch das alles zulässt oder?
01:06:51: Also du hast ja, das höre ich jetzt zumindest in der letzten Stunde raus... Du hast dich ja auch drauf eingelassen also du hast es ja, du hast dich da irgendwie reinfallen lassen oder?
01:07:01: Das klingt für mich so!
01:07:04: Franziska, das bringt sogar wirklich richtig gut auf den Punkt.
01:07:09: Weil bei all der Angst, der da war und durchaus auch Widerstand, waren mir dann immer klar ... Du hast jetzt nur die Möglichkeit Augen zu, Nase zu halten.
01:07:22: Verzeihr bitte!
01:07:23: Reinspringen in diese Kloake durchschwimmen und wissen irgendwann mal kommt ein Ufer an dem ich wieder rausklettern kann?
01:07:31: Und weißt du, das war auch ganz wichtig in der Zeit für mich.
01:07:35: Das war mit so einem Erfolgsfaktor dass all das die Therapie und immer wieder diese Termine zur Therapie da gab es ganz viele fixe Ritualen.
01:07:47: Eines war zum Beispiel eben das Leben bei meinen Eltern.
01:07:52: Wenn man beim Eltern reinkommt ist er im kleinen Raum Tisch und vier Sesseln, so eine Art kleiner Wintergarten.
01:08:00: Da sitzen meine Eltern immer am Vormittag zum Kaffee und da lag mein kleiner Koffer den ich jedes Mal mit zur Chemotherapie genommen habe.
01:08:10: Meine Mama räumt normalerweise immer alles weg aber dieser Koffe durfte über diese fast sieben Monate immer dort in dieser Ecke stehen.
01:08:18: Es war noch dazu so ein kleiner Board-Jolly, der meinem Sohn gehört.
01:08:23: Da hing außen so ein kleines Kuscheltier, so einen Sorgenfresser dran und meinem Sohne war es unglaublich wichtig dass ich diesen Koffer mitnehme zur Chemotherapie.
01:08:33: So als würde er mir da Kraft mitgeben damit.
01:08:37: Da waren auch immer die gleichen Dinge drin, da war immer das gleiche Gewand drinnen also da durfte nichts daran geändert werden Und dieser Koffa ist immer dort gelegen.
01:08:47: Wir wissen, der Weg ist noch nicht vorbei.
01:08:49: Und wir sind dann auch jedes Mal in der Früh befreuchter zur Chemotherapie gefahren bin an diesem Tisch gesessen haben einen Kaffee getrunken das letzte Tropfen Kaffe war untergeschluckt und ich bin in drinnen ausgebrochen.
01:09:05: meine Eltern sind zu mir gekommen haben mich umarmt.
01:09:07: Ich habe gesagt ich will nicht.
01:09:09: Meine Eltern haben gesagt ja aber du musst.
01:09:12: und ich hab gesagt ich weiß ich gehe ja eh Und diese Situation war bezeichnend für die ganze Zeit.
01:09:22: Ich will nicht, ich habe Angst und wein auch.
01:09:24: Ich bin voll im Widerstand, ich könnte echt schreien.
01:09:27: Ich möchte mich am liebsten irgendwo in den Keller verstecken, damit es mich keiner findet, dass ich das nicht mehr tun muss aber gleichzeitig trotzdem aufzustehen.
01:09:38: So gefühlt... als erwachsene Frau da mit dem Koffer, mit dem Kruscheltier drauf dahin zu schlurfen sich leid zu tun aber zu sagen es nutzt nichts.
01:09:50: Es gibt keinen anderen Weg.
01:09:52: Ja ja aber Schau das sich einzugestehen dass man eigentlich nicht möchte und dass man sehr drunter leidet Das finde ich auch so wichtig.
01:10:02: Nicht das nicht zu übergehen, weißt du zu sagen naja egal ich mache das jetzt weil es bleibt mir nichts anderes übrig sondern so wie du's grad beschrieben hast zu sagen ich will nicht aber ich muss ich weiß ich muss dass ist ja ein Unterschied.
01:10:16: also das ist einfach auch im Moment leben und die ganzen Emotionen zulassen die da sind.
01:10:24: Ja, und weißt du das ist auch so wichtig.
01:10:26: Weil wenn du dich heutzutage umschaust, dieses geschönte Instagram-Leben ... Das habe ich super geschafft!
01:10:36: Und es war überhaupt ... Nein, ich hab's nicht super geschafft.
01:10:38: Ich hab's manchmal wirklich nur mit einem letzten Atemzug geschafft.
01:10:42: Mit wirklich Blutschweiß und Tränen.
01:10:45: Immer wieder auch wissen wo kann ich mich hinwenden?
01:10:49: Wo kann ich mir auch mal lassen oder mal weinen?
01:10:53: Eine ganz wichtige Sache, glaube ich auch.
01:10:56: Du musst dir vorstellen meine beste Freundin und ich.
01:10:59: Wir kennen uns seit wir elf Jahre alt waren.
01:11:02: Wir werden beide dieses Jahr noch fünfzig.
01:11:04: Die hat zur gleichen Zeit auch eine Kripsdiagnose erhalten.
01:11:08: Zur gleichen Zeit... Boah
01:11:10: krieg' ich voll die Gänsehaut?
01:11:12: Ja!
01:11:13: Auch wenn ich es erzähle, kriege ich eine Gänselhaut.
01:11:17: Wir waren beide so, das kann doch jetzt nicht wahr sein.
01:11:20: Das kann doch nicht wahr sind, dass wir jetzt beide Krebs haben.
01:11:23: und dann war aber auch klar, wir sind unglaublich unterschiedlich.
01:11:26: Optisch, aber auch so von wie wir sind.
01:11:30: Aber trotzdem sind wir so wie man sagt bei uns wie Arsch und Hose.
01:11:33: also wir sind immer zusammen gewesen über diese vielen Jahre.
01:11:37: Wir haben uns auch nie verloren und da haben wir aber auch gesagt naja du ich sag dir was wenn wir das jetzt schon tun müssen Dann ist ja fast schon gut, dass wir es gleichzeitig haben.
01:11:49: Weil dann kann man's auch gemeinsam durchstehen und das haben wir dann auch gemacht.
01:11:55: Und das war immer eine von uns ein bisschen besser drauf.
01:11:58: Die konnte die andere ein bissel hochziehen.
01:12:00: Wir konnten uns beieinander lassen und Es ist natürlich in dem Moment so wertvoll einfach sie wusste genau wovon ich spreche.
01:12:11: Ich wusste was sie meint.
01:12:14: Das ist noch mal was anderes als all die anderen Menschen, die uns begleitet haben.
01:12:20: Ja, siehst du dieses Sicherheitsnetz?
01:12:25: Was ja nicht nur aus Familie besteht sondern auch aus den Menschen drum herum.
01:12:30: Aus den Menschen rum herum und das ist unglaublich wichtig.
01:12:34: und dieses Bemerkung wer da ist und auch eine Erfahrung, die ich gemacht habe Auch meine Freundin, das ist natürlich aber auf diesem Weg auch Menschen gibt die wegbrechen.
01:12:48: Die damit nicht umgehen können, die plötzlich in der Versenkung verschwinden und es macht natürlich die da sind, die bleiben noch mal umso wichtiger.
01:13:05: Du hast viel erlebt Eva in den letzten Jahren?
01:13:10: Ja!
01:13:14: Gibt es etwas, was du zum Ende unserer Folge vielleicht den Hörer noch mit auf den Weg geben möchtest?
01:13:21: Ja.
01:13:22: Sehr sehr gerne!
01:13:24: Ich glaube das ist so unglaublich wichtig dass wir ganz menschlich Mensch sind... ...dass wir als Gesellschaft auch viel mehr Krankheit und Endlichkeit integrieren.
01:13:40: Dass wir die Scheu davor verlieren uns gegenseitig zur Verfügung stehen, dass wir aufeinander eingehen.
01:13:50: Dass wir Menschen auch in dieser Krankheitsphase nicht übersehen oder nicht liegen lassen, weil auch nicht jeder ein so gutes Netzwerk hat und dass wir auch uns eingestehen, dass der Weg oft hart ist und das es mehr braucht als eine großartige medizinische Betreuung.
01:14:14: Vielen Dank Eva, dass du deine Geschichte heute geteilt hast.
01:14:19: Danke Franziska, dass Du mir hier diesen Raum gegeben hast!
01:14:24: Wenn Du liebe Hörerinnen selbst eine Krebserkrankung erlebt hast dann weißt Du wahrscheinlich wie sehr sich dadurch auch der Blick auf den eigenen Körper verändern kann.
01:14:34: Genau hier setzen meine schönen und starken Shootings an.
01:14:38: Frauen erzählen mir nach einem Shooting immer wieder wie gut ihn dieser Tag getan hat Sich ganz bewusst Zeit für sich genommen zu haben sich schön zu fühlen und am Ende Bilder von sich selbst zu sehen, bei denen man sagen kann ja das bin ich.
01:14:51: Und ich mag was ich sehe!
01:14:54: Genau darum geht es mir bei meinen Shootings dass du nach Hause gehst und spürst.
01:14:58: Das habe ich für mich gemacht und das hat mir richtig gut getan.
01:15:02: Wenn Du das auch einmal erleben möchtest dann findest Du alle Informationen zu meinen schönen und starken Shootings über den Link in den Schaunotes oder auf meiner Website.
01:15:12: Und wenn dir Liebe selbst Folge fällt, dann freue ich mich sehr, wenn du dem Podcast
01:15:16: abonnierst
01:15:16: und mir eine Bewertung hinterlässt.
01:15:19: Damit unterstützt du
01:15:20: meine Arbeit und hilfst dabei das noch mehr Frauen diese Gespräche finden!
01:15:42: Auf www.franciska-günder-fotografie.de findest du mehr über mich
01:15:46: und meine Arbeit.
01:15:48: Informiere dich gerne zu Schön und Stark ein Fotoprojekt für Frauen mit oder nach einer Krebserkrankung, den Schön und Stark Einzelschutings, dem Podcast Lebe Selbstvoll und weitere Projekte die Frauen auf ihrem Weg stärken!
01:16:02: Teile gerne diese Folge mit deiner Familie und deinen Freunden und hilf so dabei den Podcast Lebeselbst voll weiter in die Welt zu tragen.
01:16:09: Lass mir auch super gerne fünf Sterne da und teile deine Gedanken und Erfahrungen zu dem Thema auf Instagram et Franziska Günther Fotografie mit mir.
01:16:18: Ich wünsche dir alles Liebe, liebe selbstvoll, deine Franziska!
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